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4a Architekten

1.Preis für Gesamtschule!

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News
25.03.2019
WETTBEWERB
Erläuterungstext
Auf dem Gelände des Konrad-Adenauer-Schulzentrums, das mit seinen Schulen, den Sporteinrichtungen und dem Kühlmannplatz einen wichtigen Bestandteil der Ortsmitte bildet, soll eine neue Gesamtschule und ein Schwimmbad entstehen. Ziel war es, trotz der heterogenen Bestandsbebauung mit den Um- und Neubauten eine übersichtliche Gesamtanlage mit möglichst kurzen Wegen und einer zentralen Erschließung zu schaffen. Der Entwurf für den Schulneubau fügt sich einerseits in die architektonische Struktur der Gesamtanlage ein und behauptet sich andererseits als neuer Klassentrakt. Ähnlich der Struktur des Bestandsgebäudes erhält der Neubau ein Atrium, um das sich die Klassenräume gruppieren. Über einen Verbindungsbau ist der Neubau an den Bestand angebunden. Die ehemalige Realschule und die Werkräume der Hauptschule, die teilweise ohne Tageslicht sind, werden zurückgebaut. Alle übrigen Bereiche der Schule einschließlich des Verbindungsbaus bleiben erhalten und werden für die neue Nutzung ertüchtigt. Die Hauptschule wird im Bereich der ehemaligen Werkräume aufgestockt und erweitert. In dem Verbindungsbau sind über drei Geschosse Klassenräume unter gebracht. Der Neubau gliedert sich mit seiner Zweigeschossigkeit gut in die umgebende Bebauung ein und vermittelt zwischen dem 3-geschossigem Bestandsgebäude und der Schwimmhalle. Die Gebäudehöhen nehmen zur Straße und zur Umgebungsbebauung hin ab. Das Schwimmbad als Solitär nimmt die Flucht der Straße auf und öffnet sich zum Schulhof und zum Kühlmannplatz. Zwischen Schwimmbad und Schule entsteht eine gut proportionierte Platzfläche, die die Freibereiche der Schule miteinander verbindet.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Leitidee der Arbeit 4002 ist es, eine übersichtliche Gesamtanlage mit möglichst kurzen Wegen zu schaffen und durch eine zentrale Erschließung zu organisieren. Die neu zu ergänzenden Gebäudeteile sollen die vorhandene Baustruktur ergänzen und sich darüber hinaus erkennbar als neue zeitgemäße Architektur zeigen.
In Anlehnung an das Gebäudekonzept des Bestandsbaus erhält der Schulneubau ein Atrium, um das sich die Klassen¬räume gruppieren. Zurückgebaut werden die ehemalige Realschule und die Werkräume der Hauptschule. Alle übrigen Bereiche des Bestandes einschließlich des Verbindungsbaus bleiben erhalten und werde für die neue Nutzung ertüchtigt. Die Hauptschule wird im Bereich der ehemaligen Werkräume aufgestockt und erweitert. Der Verbindungsbau erhält über drei Geschosse Klassenräume. Der offene Zugang zum Hofbereich hinter der Mensa wird aus Sicherheitsgründen kritisch gesehen. Das neue, in zwei Höhen gestaffelte Hallenbad schließt sich mit dem niedrigeren Baukörper städtebaulich in selbstverständlicher Weise an die Bestandsstraße an und führt so über einen trapezförmigen Platzraum in den rückwärtigen Grundstücksbereich.
Der vorgeschlagene Entwurf des Schulbaus organisiert die gewünschten Funktionsbereiche in sinnvoller Weise, die Verwaltung liegt richtig am Eingangsbereich, hier sind nur wenige Ergänzungen notwendig, wie zum Beispiel die Erschließung zur Schulleitung über das Sekretariat.
Von hervorragender Qualität ist das verglaste Foyer, das einen inneren Überblick ermöglicht und einen Bezug zur Straße herstellt. Hier liegt eine großzügige Treppe in einem Luftraum, die in die oberen Geschosse führt. Neben dem Eingangsfo¬yer liegt das pädagogische Zentrum, ebenfalls mit transparenten Wänden zum Außenbereich. Hier sollte über die Organi¬sation der Bühne und der Nebenräume noch weiter nachgedacht werden. Auf der gegenüberliegenden Seite vom PZ führt der Weg zu den Klassenräumen, die um einen Treppenhof mit Ausblicken in die Umgebung angeordnet sind. Leider ist die Wegeführung dorthin mit wenig Fenstern versehen. Positiv werden die vielen Nischenangebote auf den inneren Erschlie¬ßungswegen bewertet. Kritisch ist jedoch das Fehlen eines Rundweges im EG und 1. OG, was zu längeren Wegen führt.
Das Hallenbad ist funktional richtig organisiert, lediglich der Aufsichtraum und der Lagerraum sollten getauscht werden. Kritisch wir die völlige Transparenz der Fassade bewertet, es sollten blickdichte Maßnahmen ergriffen werden, um Außen-einsichtsmöglichkeiten zu verhindern.
Die gleichen Gestaltungsprinzipien der Baukörper als Pavillons erscheinen zu lassen, mit horizontal gegliederten Fassaden sowohl im Schulbau als auch im Hallenbad erfüllen die Erwartungen einer aussagekräftigen, zeitgemäßen Architek¬tursprache auch in der gewählten Materialität.

Freiraum
Die Arbeit bettet den Schulkomplex in einen kontinuierlichen Freiraum ein, der die städtebauliche Verbindung vom Kühlmannplatz zur Schule herstellt. Betont wird dies noch durch die Positionierung der Schwimmhalle parallel zum Friedhofs¬weg. Der Erweiterungsbau schiebt sich als Solitär in diesen Freiraum hinein.
Die Freistellung des Mensagebäudes wird kontrovers diskutiert – während sie aus Sicht der Volumenkomposition begrüßt wird, wird die Zugänglichkeit des kleinen Hofs hinter der Mensa aus Sicherheitsgründen kritisch gesehen.
Insgesamt entstehen um den Komplex gut proportionierte Freiräume, in denen in der weiteren Ausarbeitung differenzierte Angebote für unterschiedliche Schulgruppen entstehen können.
Der neue Haupteingang neben dem Mensagebäude ist durch die Lage von Fahrradständern und Baumbeet eindeutig definiert. Das Motiv der Bauminsel ist zwar ausgearbeitet, aber wenig differenziert.
Städtebaulich, organisatorisch und gestalterisch erfüllt die Arbeit in besonderem Maße hohe funktionale und architektonische Standards.