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ACMS Architekten

ECOsights - Nachhaltiges Museum Detmold

Die Tektonik des Holz- und Lehmbaus im digitalen Zeitalter
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News
11.03.2020
Aufgrund der klimatisch-konservatorisch hohen Anforderungen steht die Erschließung energetischer Potenziale bei der Errichtung und dem Betrieb von Museumsbauten bisher wenig im Fokus.

Das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude des LWL-Freilichtmuseums Detmold ist einer der ersten Museumsbauten mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen ökologischen Konzept. Die konsequente Verwendung nachwachsender oder recyclierter Rohstoffe wie Holz, Lehm und ökologische Betone sowie eine intelligente Gebäudestruktur und Gebäudekonstruktion sind dahingehend optimiert, dass die anlagentechnische Unterstützung ohne Einschränkung des klimatisch-konservatorischen Standards minimiert werden kann.

Die drei Baukörper des skulpturalen Gebäude-Ensembles fügen sich harmonisch und sensibel in die Landschaft des Teutoburger Waldes ein. In Rückbesinnung auf traditionelle Baustoffe und Konstruktionen wird untersucht, wie das Bauen im digitalen Zeitalter unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus weiter energie- und ressourcenoptimiert werden kann. Dies beinhaltet leimfreie Holzbaustoffe ebenso wie stahlfreie Holzverbindungen. Traditionelle Zimmermannsknoten werden mit Hilfe digitaler Bautechnologien als Holz-Holz-Verbindungen mit CAD, CAM, CNC und Robotik übersetzt. Lösbare Verbindungen ermöglichen zudem eine optimierte Einbindung der Holzbauweise in die Kreislaufwirtschaft. In diesem Zusammenhang wird an Datenbanken zur Erfassung großformatiger Holzbaustoffe und Holzbauten mit dem Ziel systematischer Weiternutzung am Ende des Gebäudebestands geforscht.

Mit dem Ziel eines CO2-neutralen Gebäudes auch unter Berücksichtigung der Primärenergie und der Baustoffherstellung werden im Wesentlichen traditionelle, emissionsfreie bzw. -arme Baustoffe gewählt. Die Tragkonstruktion aus regionalem Holz wird dabei durch tragende Wände aus Stampflehm ergänzt, die zu 90% aus dem örtlichen Baugrubenaushub bestehen. Damit ist die Primärkonstruktion vollständig recyclierbar und wird durch Ausbauelemente aus nachwachsenden Rohstoffen (u.a. Lehm-Leichtbauplatten, Holzfaserdämmstoffe) ergänzt.

Die Planung, Evaluation und Dokumentation wird über ein zweistufiges Forschungsprojekt mit dem Titel „Sustainable Museum“ durch die renommierte Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.