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Gesamtschule Altenessen-Süd

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News
29.07.2020
Die Stadt Essen lobte im Oktober 2019 einen nicht offenen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb für den Neubau einer 6-zügigen Gesamtschule sowie einer Dreifachsporthalle, zwei Einfachsporthallen und Nebenanlagen an der Erbslöhstraße im Stadtteil Altenessen-Süd aus.

Auf einer Fläche von etwa 35.000 qm soll die Gesamtschule Platz für etwa 1.300 Lernende und ca. 110 Lehrende und Beschäftigte bieten. Der künftige Schulneubau soll den aktuellen Anforderungen an Nachhaltigkeit gerecht werden und dem Standard eines Passivhauses entsprechen. Eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) in Silber ist angestrebt.

Entwurfsbeschreibung

Die Identifikation mit dem Ort und mit der neuen Schule als stadträumlich markantes und gleichzeitig differenziertes Gebäudeensemble ist als übergeordnetes Ziel entwurfsprägend. Das städtebaulich heterogene Umfeld findet in der Anordnung unterschiedlich dimensionierter Baukörper seine Entsprechung. Das Gemeinschaftshaus und die Sporthalle begrenzen das Grundstück an der Südseite. Sie fassen den neuen Vorplatz als großzügige Eingangssituation des Schulareals. Im Norden des Gemeinschaftshauses reihen sich drei Jahrgangshäuser abgeschirmt von dem vierspurigen und verkehrsbelasteten Berthold-Beitz-Boulevard.

Neben städtebaulichen Aspekten orientiert sich die Gebäudestruktur an den vorgegebenen inhaltlichen Beziehungen von Nutzungen. Diesem Ansatz folgend werden funktionale Einheiten ablesbar in Häusern (Gemeinschaftshaus und Jahrgangshäuser) zusammengefasst. Eine Magistrale verbindet die Häuser miteinander, so dass eine ausgewogene Balance von Abgrenzung und Zusammengehörigkeit, sowie individueller Identifikation und Gemeinschaft entsteht. Die zwischen den Häusern entstehenden Höfe öffnen sich in den dreiseitig umgebenden Grünraum.

Das Gemeinschaftshaus nimmt das zentrale Forum, die Mensa/Cafeteria, die Bibliothek in sich auf und bietet Platz für die Aufenthaltsräume des Ganztags und der SEK 2. In den Jahrgangshäuser sind die Fachklassen und Klassenräume der SEK1 nach Jahrgängen geordnet untergebracht. Die Räume der Lehrerstützpunkte sind als Einschnürung der Magistralen jahrgangsbezogen zugeordnet und ermöglichen den Lehrkräften von dort einen optimalen Überblick in die jeweiligen Zugangszonen, in die Raumstruktur des Jahrgangs und auf der anderen Seite in die Außenanlagen.

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

„Der Entwurf überzeugt durch seine deutliche und ausgesprochen gelungene städtebauliche Positionierung. Den Auftakt des Gesamtschulkomplexes bildet ein kleiner Stadtplatz, der den Haupteingang und den Zugang zu den Sporthallen definiert.
Die architektonische Gestaltung der eingegrabenen Sporthallen, die in dem eingeschossigen Vorbau liegt und den Quartierstreff integriert, setzt sich gekonnt von den vier versetzten Schulgebäuden ab. Die umlaufenden Fassadenbänder mit stringent wirkenden Fensterfassaden fassen das Gemeinschaftshaus und die drei Jahrgangshäuser gekonnt zusammen. […]
Das differenzierte Konzept der Freianlagen und die angestrebte Verzahnung von Außen und Innen mit vielfältigen Angeboten überzeugt. Prägendes inneres Merkmal ist die gut gestaltete Magistrale, die mit Blickbeziehungen nach außen und geradlinig in die Tiefe der Anlage verweist. […]
Insgesamt wird mit dem Entwurf ein spannungsreiches Spiel zwischen Innen und Außen, von bebautem Raum und Freiflächen erzeugt. Die klare Innenraumgestaltung lässt durch die späteren Nutzer eine hohe Identität erwarten.“