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artec architekten

Wettbewerb Rheinkilometer 740 Düsseldorf

Städtebau

Innerhalb des städtebaulichen Rahmens vervollständigt der Baukörper die vorhandene Struktur. Der Sockel bildet die wichtige städtebauliche Kante. Er schließt sich zu den Straßenbereichen und öffnet sich zum Quartier. Der Übergang Platz im Freiraum (vor dem Gebäude) zum Platz im Gebäude (Ausschnitt) bindet den Sockel in den Außenbereich ein. Der Turm exponiert sich als eigenständiger Baukörper als Landmarke.

Gebäude

1. Baukörperausbildung:
Das Gebäude ist geprägt durch einen kantigen Sockel mit Ausschnitten und
dem gefalteten Turm. Der Sockel tritt durch Ausschnitte und Rücksprünge in vielfältige Kommunikation zwischen Innen und Außen. Der Turm orientiert sich auf der einen Seite nach Süd/Südost bzw. Süd/Südwest mit Ausblicken auf die Rheinaue. Auf der anderen Seite entwickelt der Baukörper durch die Faltung ein schlankes elegantes Profil. Dieser Baukörper gibt sich geschlossen zur Pariser Straße mit hoch schalldämmenden Fensterkonstruktionen (Kastenfenster). Die zunehmende Öffnung nach Süden stellt sich durch die auskragenden Umgängen und Loggien dar. Hier entsteht eine differenzierte Strukturierung des Baukörpers, die eine Ablesbarkeit und Maßstäblichkeit herstellt.

Der Sockel bildet den Baustein "Stadt" mit der öffentlichen Nutzung als Ärztehaus mit Zusatznutzungen. Der Turm zeigt als Solitär die individuelle Nutzung. In den Untergeschossen sind Lager- und Technikflächen (1. UG) sowie die Tiefgarage angeordnet. Die Anbindung der Tiefgarage erfolgt über das benachbarte Parkgebäude, die Zufahrt erfolgt entsprechend.

Erschließung:
Die beiden Nutzungen haben getrennte Erschließungen: Der Sockelbereich ist über die Pariser Straße erschlossen, der Wohnbereich im Turm über den Platz und die Vorzone.

2. Nutzungen:
Sockel (Ärztezentrum):
Der Eingangsbereich mit großzügiger Treppe in Luftraum und Personenaufzügen erschließt das Ärztezentrum. Eine klare Zonierung und Anordnung der Nutzungen von außen (Arbeits- und Aufenthaltsbereiche) nach innen (Nebenflächen, Dunkelbereiche) prägt die Grundrissstruktur. Großzügige strukturierte Flurzonen mit Ankunfts- und Orientierungsbereichen als gläserne Raumkuben bieten eine klare Orientierung in den Geschossen. Das Öffnen der Bereiche nach Außen bildet hohe Aufenthaltsqualitäten Das Ärztezentrum ist ein funktionsflexibles Gebäude, das auf Grundlage eines strukturierten Konstruktions- und Ausbaurasters hoch flexibel Räume und Nutzungen abbilden kann. So entsteht im besten Sinne Nachhaltigkeit durch Anpassungsfähigkeit im Grundriss.

Wohnturm:
Die Erschließung erfolgt getrennt von der öffentlichen Nutzung, um Kreuzungen zu vermeiden und einen angemessenen Zugang zu ermöglichen. Neben der unmittelbaren Anbindung über die Tiefgarage erschließt sich das Gebäude über den öffentlichen Platz vor / im Gebäude mit Zugang zu den Aufzügen und Treppe. Das Ankommen im Geschoss führt in einen Aufzugsvorraum, der sich gläsern nach außen öffnet und so vielfältige Außenbezüge bietet. Die vorgelagerte Flurzone erschließt Wohnungen zwischen 2 und 4 Wohnungen in den jeweiligen Geschossen. Das Angebot an Wohnungen bietet eine Bandbreite von der Kleinwohnung bis hin zu großzügigen Penthouses. Die klare Zonierung der Wohnungen mit nicht sensiblen Bereichen nach Norden und klarer Orientierung der Wohnbereiche nach Süden hin erzeugt eine große Wohnqualität. Die Südseiten sind exponiert mit umlaufenden Auskragungen als gestufte Erweiterung des Innenraums in den Außenraum und Loggien, die hohe Aufenthaltsqualitäten bieten.

Im Kopf des Gebäudes sind zwei Penthouses angeordnet, die ein hochwertiges Wohnen anbieten. Hier ist der öffentliche Eingangsbereich gleichzeitig weitläufiger Aufenthaltsbereich und gleichzeitig Rahmen für Repräsentation und Artikulierung des eigenen Lebensstils. Er stellt Raum für Kunst und Kultur zur Verfügung. Angeschlossen ist die Zone Kochen mit Essbereich, die für sich genutzt werden kann, aber auch den Eingangsbereich bespielen kann.
Zurückgezogen ist der private Wohnbereich als Rückzug und Entspannung. Dieser ist großzügig über hohe Verglasungen und auch die Erweiterung des Wohnraumes nach außen über Kragplatten und eine Loggia an den Außenbereich angebunden und tritt in Kommunikation mit diesem. Der private Bereich mit kleineren Zimmern, weiträumigem Schlafbereich mit angeschlossenem Baderaum bildet den Rücken, die sensiblen Räume haben hier eine Orientierung nach Osten. Die Strukturierung des Grundrisses erfolgt durch einen eingeschobenen Kubus als Funktionkonzentrierung mit Kochbereich, Badezimmer und Abstellflächen. Die großzügige Raumhöhe der Penthouses bietet ein beeindruckendes Raumerlebnis, ermöglicht aber auch optionale Nutzungen.

3. Fassaden:
Die Fassade des Sockels ist ausgebildet als strukturiert gerasterte Fassade mit Putzoberfläche in den geschlossenen Bereichen. Dem ist eine Fassadenstruktur aus Betonwerksteinlamellen vorgelagert, die den Baukörper schließt und die Verwandtschaft zur Fassade des Turms herstellt, aber auch so viel Offenheit bietet, das Ausblicke und Belichtung gewährleistet werden. Der monolithische Baukörper des Turms wird durch eine Bekleidung der Fassade mit einer hellen flächigen Bekleidung aus Betonwerksteine unterstützt. Die Glasfassade des Erschließungskerns wird mit Betonwerksteinlamellen analog der Sockelfassade ausgebildet.

BauNetz Meldung: Rheinkilometer 740 vom 12.02.14