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ATELIER 30 Architekten

Deutsches Institut für Päd. Forschung, J.W.Goethe-Universität, Frankfurt

Ort
Frankfurt
Gebäudekategorie
Hochschulen
Bauvorhaben
Neubau
Material Fassade
Mauerwerk
Der Neubau reiht sich im Zyklus der monolithischen Bauweise des Campus Westend der Goethe Universität ein und bildet in seiner Materialität einen weiteren Baustein für die homogene Fassung des Campusrandes, der sich aus dem Grundverständnis der Poelzig- Gebäude heraus entwickelt hat.
    
Zugleich entwickelt der Neubau einen weiteren individuellen Baustein in der Einheit des Ensembles durch seine raumprägende Wirkung. Der Anlass zu dessen Form resultiert dabei aus dem besonderen Ort sowie seiner inneren Raumstrukturen.

Als raumbildende Basis dient dabei der Sockelbereich mit seinem Haupteingang und dessen hell gefassten Foyerhalle, in welcher die publikumsintensiven Bereiche angeordnet sind. Aus dieser Basis heraus entwickelt sich eine steinerne Travertinskulptur, entsprechend ihrer übersichtlich zonierten Funktionen folgend- bis hin zum Büroturm mit seinem Veranstaltungsraum- weiter in die Höhe.

Neben einer optimierten inneren Organisation besetzt die differenzierte Kubatur des Gebäudes zudem auch städtebaulich den nordöstlichen Rand des Campus. Der zweigeschossige Eingang, sowie die folgenden fünfgeschossigen Bauteile, bilden ein feinsinniges Ensemble, dessen städtebaulicher Fokus auf dem Haupteingang des Neubaus liegt, bzw. diesen Bereich durch einen Rücksprung geschickt im Kontext der Campusbebauung arrondiert.

Über den Haupteingang erreicht der Besucher die helle und einladende Foyerhalle. Von hier aus sind auf kurzem, direktem Weg alle Nutzungsbereiche des Hauses erkennbar und erreichbar.
Die Bibliothek liegt zentral im Erdgeschoss des Gebäudes. Die eingeschossige, wirtschaftliche Anordnung der Bibliotheksflächen wird durch den zentralen grünen Patio gegliedert. Die Nebenfunktionen (Nutzergarderobe, Toiletten) sind dem Bibliothekszugang vorgelagert. Die Testbibliothek ist sowohl vom ungesicherten als auch vom gesicherten Bereich aus zu erreichen.  Zentraler Anlaufpunkt, nach dem Betreten des gesicherten Bereiches, ist die Ausleih- und Anmeldetheke. Von hier ist die Einsehbarkeit in die Lese- und Freihandbereiche möglich, die als offene Fläche frei möblierbar bzw. zonierbar sind.
Der Konferenzbereich liegt, einfach auffindbar und erreichbar, im ersten Obergeschoss. Der zentral zum Foyer hin anschließende große Seminarraum kann bei Bedarf zum Foyer bzw. den vorgelagerten Aufenthaltsbereichen geöffnet / zugeschaltet werden.
Die kleineren Konferenzräume liegen seitlich der Foyerzone. Aufgrund der Raumanordnung kann der Konferenzbereich flexibel für interne und externe Veranstaltungen unterschiedlicher Größe variabel genutzt werden.
Der Laborbereich liegt, als abgeschlossene (zugangskontrollierte) Nutzungseinheit im ersten Obergeschoss des Gebäudes. Die Eltern- Kindflächen sind dem Bereich vorgelagert und direkt vom Foyer aus zu erreichen. Die optionalen Räume für die Kita sind direkt dem Eingang zugeordnet.
Die fünf Arbeitseinheiten sind im dritten bis fünften Obergeschoss und im Turm als Einzel-, Doppel- und Gruppenbüros vorgesehen. Die Bereiche sind direkt vom zentralen Foyer aus, mittels Treppen und Aufzug, erreichbar.
Die erforderlichen Technik- und Lagerflächen sind im Untergeschoss des Gebäudes, sowie im Dachgeschoss des Turmes  angeordnet und können flexibel an den tatsächlich erforderlichen Bedarf angepasst werden.
Die Konstruktion des Gebäudes basiert auf einem Konstruktionsraster von 6,00 m bzw. 9,00 m.  Die Deckenkonstruktion des Foyerbereiches soll als Spannbetonkonstruktion ausgeführt werden, welche mittels Unterzügen verstärkt wird. Der Raum ist somit für größere Veranstaltungen stützenfrei nutzbar. Die Zwischenräume der Konstruktion bieten ausreichend Platz für die erforderliche Haustechnik.
Die Aussteifung der Gebäudekonstruktion erfolgt durch die Geschossdecken, über Wandscheiben und Treppenhaus- bzw. Aufzugskerne. Das Fassaden- / Ausbauraster beträgt 1,50 m und ermöglicht flexible Raumaufteilungen, sowie eine Fassadengestaltung, die den Tageslichtanforderungen in den unterschiedlichen Funktionsbereichen entspricht.
Den Kanon der bestehenden Institutsgebäude aufnehmend ist die Fassade mit einer Natursteinbekleidung aus römischen Travertin vorgesehen.