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B19 ARCHITEKTEN

Jugendkirche St. Maria in valle in Nordhausen

Nichtoffener Realisierungswettbewerb

Städtebau
Prägendes Element ist der großzügige Vorplatz am Haupteingang der Jugendkirche und das neue Seitenschiff mit den Seminarräumen. Die Öffnung des Baudenkmals zum Platz ist ein offenes Angebot, die Kirche und den Vorplatz zu nutzen, alle sind willkommen. Die Räume der Kirche und der Freiraum korrespondieren miteinander und gehen ineinander über. Durch die Umgestaltung der historischen Kirche mit seiner Integration von Kirchenraum, Seminarräumen und Cafe auf einer barrierefreien Ebene erfährt die Stadt Nordhausen an diesem historischen Standort eine Stärkung von öffentlichen und städtischen Räumen wodurch diese aktiviert und neu bespielt werden.

Baukörper und Ergänzungen im Bestand
Der Baukörper des neuen Seitenschiffs lehnt sich in seiner Größe und Form stark an die wichtigsten Vorgaben des Bestandsgebäudes an. Die ruhige Fassade in handwerklich bearbeiteter, monolithischer Erscheinung und einem präzise gesetzten Durchbruch zum Kirchgarten, wird mit einer „Lichtfuge“ an das Bestandsgebäude angeschlossen.
Dieser Rücksprung lässt den Raum zwischen historischer Kirche und neuem Seitenschiff erlebbar durchfließen und schafft einen angemessenen, lesbaren Übergang in die Seminarräume und den Kirchgarten. Mit der schlichten formalen Sprache des Baukörpers wird ein klarer, eigenständiger Baustein hinzugefügt, der sich durch die Aufnahme wichtiger Bezüge in das historische Ensemble einfügt. Die leicht lesbare Formensprache der Einbauten und Ergänzungen harmoniert mit dem wohlproportionierten Denkmal im Wechselspiel und baut dieses funktional und gestalterisch überzeugend weiter. Die Klarheit und Übersichtlichkeit der Entwurfsstruktur gibt den Besuchern bereits im Eingangsbereich eine rasche Orientierung.

Funktionen
Die Grundrisse sind auf drei oberirdischen Geschossen organisiert. Ausschlaggebend für die Anordnung der einzelnen Funktionen ist die barrierefreie Erreichbarkeit aller Räume im Erdgeschoss. Der im Südwesten geschaffene Haupteingang ist mit seiner großzügigen Öffnung klar vom Platz aus als Haupteingang erkennbar und dient als Empfang, Garderobe und Verteiler der Besucherströme. Das Jugendcafe orientiert sich in exponierter Lage zum Vorplatz und zur Stadt hin und öffnet sich zum Kirchenraum, die Seminarräume sind im nördlichen, ruhigeren Seitenschiffanbau mit Zugang zum Kirchgarten angeordnet. Die Seminarräume lassen sich untereinander kombinieren und können mit dem Kirchenraum und dem Jugendcafe zu einem 370m² umfassenden Veranstaltungsraum zusammen geschaltet werden. Diese Flexibilität in der Kombinierbarkeit von Räumen auf einer barrierefreien Ebene ermöglicht eine sehr breite Bespielbarkeit des Jugendzentrums. Die Emporen in den Obergeschossen werden in Ihrer bauliche geschützten Substanz und der Nutzung erhalten.

Platzierung: 1.Preis
Projektart: Umbau/Anbau
Auftraggeber: Evangelischer Kirchenkreis Südharz
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM
Entwurf: 1/2013