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Baumschlager Eberle Architekten

Gewinner im Wettbewerb Lakeside Park 2.0, Klagenfurt (AT)

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29.07.2013
Architektur schont die Natur

Städtebau
Die Arbeitsgemeinschaft Baumschlager Eberle Wien ZT AG und ILF Beratende Ingenieure konnte den Wettbewerb für die Erweiterung des Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt (AT) für sich entscheiden.

Die Lage am Naturschutzgebiet und die bestehenden losen Baukörper lässt einen konventionellen Städtebau kaum sinnvoll erscheinen. Der Lösungsansatz für den Lakeside Park 2.0, der Erweiterung des Wissenschafts- und Technologieparks findet sich daher im Verstehen der Landschaft und der wenigen städtischen Anknüpfungspunkte: Landschaften sind aufgebaut in Schichten, daher gliedert sich der Entwurf in drei Horizontalen mit verschiedenen Nutzungen: Auf Erdgeschoßebene befinden sich die überdachten Parkplätze, im Hauptgeschoß die Büros und darüber eine dritte Schicht für Ruhe und Kommunikation, die wie eine bewegte Decke Teil der Gesamtstruktur ist. Landschaften haben Richtungen, so folgt Lakeside Park 2.0 den geologischen Richtungen des Grundstücks. Der Gebäudekomplex reflektiert den Aufbau der Landschaft und die Bewegtheit des nahen Wörthersees, verfügt aber durchaus städtebaulich ablesbar über einen Kopf und ein Ende.

Das erste Gebäude (Bauabschnitt 1) mit seinen folgenden Bauabschnitten 2-6 (Gesamtfläche 36.600 m²) präsentiert sich mit klaren Raumkanten. Der Bauabschnitt 1 schafft einen zentralen Platz zwischen den bestehenden Baukörpern des Technologieparks, der Uni und dem neuen Lakeside Park 2. Parallel dazu reduziert das Gebäude durch lange fließende Bewegungen seine Konturen, sodass es verdeckt durch die Bäume vom Naturschutzgebiet Natura 2000 im Süden her kaum wahrnehmbar ist. Die weiteren 5 Bauphasen komplettieren die Struktur des Bauabschnitts 1 bis zur südlichen Kante des Grundstücks. Unabhängig von Ästhetik und Naturbezug ist die räumliche Auswirkung des städtebaulichen Konzepts ganz offensichtlich: Die geplante Struktur kommt mit nur der Hälfte der vorgegebenen Grundstückfläche aus. Die Architektur schont den umgebenden Grünraum auch im Detail: Wiesen wachsen an den Gebäudeschrägen, bilden auf den Dächern die „fünfte Fassade“. Teiche ziehen sich bis in die offenen EG-Bereiche der Module 02-05 hinein. Architektur und Natur sind Partner für die Schaffung einer ansprechenden Arbeits- und Aufenthaltsatmosphäre. Je Eingangsbereich können sich bis zu 8 unabhängige Büroeinheiten ab 50 m² Größe ansiedeln, die sich lediglich die Sozialeinrichtungen/ Nebenräume teilen. Grundsätzlich befinden sich Infrastruktur, Bürolandschaft und Kommunikationsbereiche auf drei Ebenen, kurzläufig mit den Stiegenhäuser verbunden.

Die Flächen über den Büros profitieren vom Blick auf den Nationalpark bis hin zum Großglockner. Hier können sowohl privilegierte Büroeinheiten als auch Begegnungsräume, Ruheräume, Think Tanks und Besprechungsräume angeordnet werden, die von den darunterliegenden Büroeinheiten gemeinschaftlich genutzt werden. Über diese pragmatischen Konditionen hinaus ist es das Ziel des Entwurfs ist, dass er von den künftigen Nutzern anerkannt. Diese Wertschätzung ergibt sich aus dem Komfort im Gebrauch und dem kulturellen Mehrwert. Elegante Formen, fließende Übergänge, sichtbare Höhepunkte durch aufsteigenden Stiegenhäuser und die schwingende Dachlandschaft bringen eine Wahrnehmung der ästhetischen Qualitäten der Struktur mit sich, wie sie nicht alltäglich ist, aber im Alltag eine Bereicherung für die Benutzer darstellt.

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