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Berrel Berrel Kräutler

Schweizerische Botschaft Singapur

Gesamtsanierung und Erweiterung
News
24.01.2019
Wettbewerb
1. Preis
Konzept
Das bestehende Kanzleigebäude präsentiert sich als flacher Bungalow, der in die kulissenartige Parklandschaft am Rande von Singapur eingebettet wurde. Die Architektursprache wurde perfekt auf die üppige tropische Vegetation und auf die Bedürfnisse im vorherrschenden Klima abgestimmt, so dass das Gebäude eine enge symbiotische Beziehung mit seiner Umgebung eingeht. Es ist ein prinzipiell klar geschnittener Baukörper mit einer einfachen Struktur. Einzig die ausgeschnittene Ecke
mit dem Haupteingang bricht mit seiner ansonsten ruhigen Gestalt.
«Flamingo» belässt den Bestand weitgehend, bereinigt aber die Gesamtform, indem die
verunklärenden Gebäudeteile im Einschnitt entfernt werden und das fehlende Stück zur
Vervollkommnung des Volumens hinzugefügt wird. Ein einziges, weites Dach mit einer einfachen rechteckigen Form legt sich über alle Räume der Kanzlei. Durch das Schliessen der momentan unbebauten Ecke wird zusätzliche Fläche gewonnen. Noch mehr Raum erzeugt das Projekt durch das Versetzen der Aussenfassade um einen Meter gegen aussen. So können nun alle Arbeitsplätze im quadratischen Grundriss des Erdgeschosses untergebracht werden und erhalten ausreichend Tageslicht und Ausblick in den Garten.
Einzig der Konferenzraum wird als separater, gläserner Körper im Eingangsbereich platziert. Daneben bleibt ein bedeckter Platz vor den Eingängen unbebaut und empfängt die ankommenden Kunden, Besucher und Mitarbeiter. Er ist als leicht erhöhte Plattform ausgebildet, von wo der Blick zurück über das umgebende Grün fällt. Das Dach wird zur Ecke hin etwas angehoben. Diese Willkommensgeste möchte die Offenheit und Transparenz des Landes aufzeigen.

Räumlichkeiten
Durch den räumlichen Zusammenhang der Cafeteria mit der zugehörigen Aussenterrasse, dem Konferenzraum mit der vorgeschalteten Wartezone und dem überdachten Vorplatz können alle diese öffentlicheren Flächen zueinander geöffnet werden. Dies bietet die Möglichkeit einer grosszügigen Präsentation der Kanzlei bei grossen Anlässen.
Im Bestand wird das Raumangebot modernisiert. Verschiebbare Glaspaneele erlauben eine variable Unterteilung der Büros. Der Übergang zwischen geschlossenen und offenen Räumen ist fliessend und kann je nach Bedarf laufend angepasst werden. Der innere Hof wird belassen und trägt zur Belichtung der inneren Büros bei.

Erschliessung
Weiterhin trennen zwei Gates das Areal von der Strasse. Über eine Zufahrt gelangt das Personal mit seinen Fahrzeugen in die Tiefgarage. Der andere Zugang steht sowohl allen Fussgängern wie auch den befahrenen Kunden und Besuchern zur Verfügung. Sie benutzen einen der drei Besucherparkplätze in der Vorfahrt oder gehen gleich den geschwungenen Gehweg hinauf zum Ankunftsbereich unter dem Dach. Hier liegen die drei Eingänge ins Erdgeschoss unmittelbar nebeneinander: Jener für Kunden und Besucher bringt diese zum Empfangsschalter, der Personaleingang führt durch eine Sicherheitsschleuse und der dritte Eingang erschliesst die Büros von Schweiz Tourismus.

Tragkonstruktion
Die Tragstruktur beschränkt sich auf wenige präzise Massnahmen, welche sich sowohl am Bestand orientieren als auch die neue räumliche Gliederung wesentlich prägen. Als einzige neue Stützung wird ein Stahlelement genutzt, das mittig an der Gebäudefront platziert ist. Es ist ausserdem für das visuelle Abschirmen des Konferenzraumes von der Ankunftszone verantwortlich. Auf diese Stütze wird ein vorgefertigtes Stahltragwerk gesetzt: Zunächst der Hauptträger, der gleichmässig beidseitig auskragt und über seine volle Höhe fest in der Wand eingespannt ist. Danach zwischen dem Träger und dem Bestandsbau verlaufende Rippen, auf deren Oberseite die Dachdeckung und unten eine weitere Haut angebracht ist. Dadurch entsteht eine steife Platte. Die Tragrippen sind so angelegt, dass die meiste Last des neuen Dachteils von der neuen Stützung aufgenommen wird. Auf diese Weise wird sowohl die Montage vor Ort als auch der strukturelle Eingriff in den Bestand minimiert.

Sicherheit

Die drei unterschiedlichen Sicherheitszonen sind sehr klar angeordnet. Die Büros der höchsten Sicherheitszone befinden sich als kompakte Einheit im hinteren Teil des Gebäudes. Die Schicht davor wird von den Nutzungen der Mischzone (die Cafeteria, der Konferenzräume und die Wartezone für die Gäste) und jenen der Kundenzone (der Empfang und die Büros von Schweiz Tourismus) geteilt.

Grünraum
Das bungalow-artige Gebäude bildet eine Einheit mit dem umgebenden Gartenraum. Dieser Eindruck soll noch verstärkt werden indem der bereits vorhandene Baumbestand auf der Parzelle in eine zusammenhängende Vegetationsschicht eingebunden wird, welche sich mit dem angrenzenden Wald verbindet. Durch die mäandrierende innere Grenze kann deren Tiefe erlebt werden. Die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche für Mitarbeiter, Besucher und Kunden werden durch die Bepflanzung auf subtile Weise zoniert.
Da alle Aussenwände der Kanzlei aus Glas bestehen, sind die Grenzen zwischen Innen und Aussen fliessend. Die Innenräume werden stark vom saftigen Grün der Umgebung geprägt. Die Oberflächen der verwendeten Materialen - das Glas und das Weiss der opaken Bauteile - reflektieren die Farbe zusätzlich. Die verschiebbaren Glastrennwände sind überdies grün eingefärbt und vervollkommnen das Gefühl vom Aufenthalt in einem tropischen Garten.