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24.08.2015
World Architecture News Awards: Stuttgarter Bürogebäude eines der besten nachhaltigen Gebäude weltweit.

Architektur und Innenarchitektur: Blocher Blocher Partners.


Das Headquarter des Architektur- und Designbüros Blocher Blocher Partners im Stuttgarter Herdweg ist im Rahmen der renommierten WAN Sustainability Awards unter die nachhaltigsten Gebäude der Welt gewählt worden.
Stuttgart. Red Dot Design Award, German Design Award, Focus Open, Iconic Award – die Liste der Preise für das Bürogebäude des Stuttgarter Unternehmens Blocher Blocher Partners ist illuster. Nun folgt eine weitere Auszeichnung – bei den internationalen WAN Sustainability Awards als eines der besten nachhaltigen Gebäude weltweit. Für Jury-Mitglied Jim Huffman setzt das Gebäude „einen neuen Maßstab für Büroarchitektur“; für Chris Castle ist es „eines dieser Gebäude, in die man unbedingt rein will.“
Das Bürogebäude im Herzen Stuttgarts setzt gestalterisch wie konzeptionell Maßstäbe in der Schwabenmetropole. Von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wurde es mit der höchsten Zertifizierung in Gold geehrt. Das Gebäude steht für die gelungene Vereinigung von Ökologie, Ökonomie und Ästhetik. Der Ressourcenverbrauch ist niedrig, die Technik so wenig wie möglich sichtbar und der Komfort für die Mitarbeiter hoch. Von Anfang an bezogen die Architekten diese Punkte in die Planung ein. Zu den vielschichtigen Maßnahmen gehört die Vermeidung toxischer und nicht rückbaubarer Baustoffe genauso wie die Minimierung der Lebenszykluskosten. Mit Blick auf die Zukunft war es darüber hinaus wichtig, dass die Etagen voneinander abtrennbar sind, um bei einer späteren Umnutzung beispielsweise abgeschlossene Büro- oder Wohneinheiten implementieren zu können. Die Verquickung von Ökonomie und Ökologie zeigt sich auch in der Vereinigung von Gebäudekonstruktion und -technik, die ein thermisch komfortables Raumklima genauso einschließt wie eine maximale Energieeinsparung. So ergänzen sich etwa die Gebäudehülle in ihrer Wärmeschutzfunktion mit dem Gebäudeinnern als Speichermasse zur Reduzierung des Heiz- und Kühlbedarfs. Die Nutzung von Geothermie, für die 35 Erdbohrungen in bis zu 40 Metern Tiefe vorgenommen wurden, war ebenso eine der Voraussetzungen zum Erwerb der DGNB Goldzertifizierung wie das Beleuchtungskonzept, das durchweg auf Tages- und LED-Licht setzt, genauso wie die Vorkehrungen zur Lufthygiene oder die Nutzung von über Zisternen gesammeltes Grauwasser. Auch die Bepflanzung der Grünflächen mit vor allem heimischen Gehölzen und Stauden, wie Scharfgabe, Lavendel, Schleierkraut, Iris oder Pfingstrosen ist ein Bekenntnis zur Nachhaltigkeit.

Funktional wie ästhetisch
Die Architekten nutzten die Hanglage und städtebaulich heterogene Situation im Herdweg, um einen Solitär zu setzen. Früher stand auf dem Grundstück ein Logengebäude aus der Nachkriegszeit. Die behördlichen Auflagen für einen Neuanfang waren hoch; unter anderem durfte das Gebäude den ursprünglichen Footprint und die Ausmaße von einst nicht verlassen. Und das Dach musste sich der benachbarten Bebauung anpassen. Dennoch ist besonders diese Dachkonstruktion charakteristisch für die allseitig sichtbare Stahlbetonbauweise. Die Architekten haben sich die Plastizität des Betons zunutze gemacht und ein räumliches Faltdach geschaffen, das die klassische Form des Satteldachs völlig neu interpretiert. An der Fassade schmeichelt die ätherische Transparenz großzügiger Fenster dem robusten Charme des Sichtbetons – als zweischalige Beton-fassade mit 1
Kerndämmung ausgeführt. Holzelemente aus Sipo Mahagoni gliedern übergeordnet und geben Tiefe, klare Linien sorgen für Ordnung und Dynamik. Der Glasanteil entspricht der von der DNGB für die Gold-Zertifizierung vorgeschriebenen Größe; gleichzeitig verringern die Holzkuben optisch den geschlossenen Anteil der Hülle. In die Fassade integrierte manuell zu öffnende Lüftungsmöglichkeiten erhöhen die Raumqualität für die Mitarbeiter, automatisch gesteuerte Jalousien dienen dem Sonnenschutz.
Das Bürogebäude besteht aus drei Vollgeschossen, einem Garten-, einem Dach- sowie einem Untergeschoss.
Im rückwärtigen Bereich befindet sich ein Sockelgeschoss mit angeschlossener Tiefgarage. Die Hanglage lässt die erste und zweite Etage wie schwebend erscheinen und unterstreicht so den harmonischen Gebäudeausdruck. Die Schlichtheit der inneren Gestaltung mit den sandgestrahlten Flächen aus Beton und Sichtbeton sowie dem Bodenbelag aus Zement-Estrich steht im Gleichklang mit dem äußeren Auftritt. Dabei wird über die Sichtbeton-decke geheizt und gekühlt. Den Gebäudegrundriss prägen ein sandgestrahlter Betonkern sowie ein geschossüber-greifender zweiter Kern, dessen lammellenförmige Struktur wie die Fensterkuben ebenfalls aus Sipo Mahagoni gefertigt ist. Das dekorative Holzbild, rötlich-braun bis hellrosagrau changierend, weist die Dominanz des Werkstoffs Betons in die Schranken, es nimmt ihm auch die Strenge, verleiht den Etagen Wärme und eine zusätzliche haptische Qualität. Bei aller Ästhetik hat der Kern auch noch eine ganz andere Funktion: die der Schallabsorbierung.
Im Mittelpunkt der Planungen stand die Begegnungs- und Aufenthaltsqualität, Teamgeist und das Wir-Gefühl galt es zu stärken und die Arbeitsprozesse optimal zu verknüpfen. So lässt etwa die offene, dennoch klare Raumaufteilung die Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen verschwinden, die durch die Möblierung und die die mit Akustikabsorbern versehenen Glasscheiben gegliedert werden. Drinnen wie draußen – für 150 Mitarbeiter ist ein angemessenes Umfeld.


DIE WAN AWARDS
Die WAN Awards sind das weltweit größte Architekturpreis-Programm mit über 1.370 Einreichungen aus über 70 Ländern, 317 interantionalen Jurymitgliederm und 55.000 WAN App-Nutzern pro Jahr. In der Kategorie Nachhaltigkeit gehören in diesem Jahr neben dem Gebäude von Blocher Blocher Partners ebenfalls zu den Top sechs: das Karuna House in Newberg (USA) von Holst Architecture, die Sacred Heart Lower & Middle Schools Stevens Library in Atherton (USA) von Interface Engineering & WRNS Studio, The Edge in Amsterdam von PLP Architecture und OVG Real Estate, das Edith Green - Wendell Wyatt Federal Building in Portland (USA) von SERA Architects and Cutler Anderson Architects sowie das Plus House Laryk in Norwegen von Snøhetta.

DAS ARCHITKETURBÜRO

Das Tätigkeitsfeld von Blocher Blocher Partners erstreckt sich vom Gewerbe- und Wohnungsbau über die Konzeption gemischt-genutzter Immobilien sowie von Gebäuden für Dienstleistung und die öffentliche Hand bis hin zum Produktdesign und der Entwicklung und Realisierung von Shopping Centern, Stores und Department Stores. Die besondere Kompetenz liegt in der engen Verzahnung von Architektur und Innenarchitektur. Dazu zählt neben Hochbau, Fassadengestaltung sowie der Erschließung und Gestaltung der Innenräume auch die Konzeptentwicklung. Der Full-Service umfasst sämtliche Leistungen von Ingenieursleistungen über das Projektmanagement bis hin zur Bauleitung vor Ort.
Das international tätige Büro mit den Standorten Stuttgart, Mannheim und Ahmedabad (Indien) fühlt sich der ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Nachhaltigkeit verpflichtet. Von Anfang an integrieren die Architekten und Innenarchitekten Energieeffizienz-Maßnahmen und Prinzipien des ökologisch verträglichen Bauens in die Planungen. So können die Einergieeinsparung maximiert und zugleich der Mehraufwand für nachhaltige Maßnahmen auf ein Minimum reduziert werden.
Gegründet 1989 gehört der vielfach ausgezeichneten Bürogemeinschaft heute ein Team aus 170 Architekten, Innenarchitekten, Bauleitern, Produktdesignern, Grafikern, Visual Merchandisern, Textern und Journalisten an. Gemeinsam mit den Tochterunternehmen Blocher Blocher Shops und Blocher Blocher View bietet das Unternehmen ein umfangreiches Leistungsspektrum an, darunter Markenentwicklung, Monobrand Concepts, Corporate Design, Retail Grafik, Publishing sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.