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bof architekten

Verwaltungsgebäude E.ON Avacon, Salzgitter-Lebenstedt

Foto: Thomas Lewndowski
Foto: Thomas Lewndowski
Ort
Salzgitter-Lebenstedt
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Metall
Architektenpreis
BDA-Niedersachsen 2015
Ob­jekt:
Neu­bau der Tech­nik­zen­tra­le, Salz­git­ter

Bau­herr:E.ON Ava­con AG, Helms­tedt
Re­a­li­sie­rungs­wett­be­werb
12/2009 1.Preis

Bau- und Pla­nungs­da­ten:Leis­tungs­pha­sen 2-9 bof ar­chi­tek­ten
LP 6-8 bof ar­chi­tek­ten mit H+P Bau­in­ge­nieu­re
Bau­be­ginn 11/2010
Fer­tig­stel­lung 08/2012
Grund­flä­che (BGF) ca. 12.200qm
Raum­in­halt (BRI) ca. 56.800qbm

Land­schafts­pla­nung:
gre­en­box Land­schafts­ar­chi­tek­ten, Köln/Düs­sel­dorf
Trag­werk:
Dre­wes+Speth, Han­no­ver
Tech­ni­sche Ge­bäu­de­aus­rüstung:
EGS-plan, Stutt­gart
Brand­schutz:
HHP Nord­Ost, Braunschweig
Licht­pla­nung:And­res, Ham­burg
Vi­su­a­li­sie­rung:room­ser­vi­ce3d, Ber­lin

Fotos: © Hagen Stier, Hamburg

Technikzentrale’ der E.ON Avacon AG in Salzgitter

Im Dezember 2009 konnte bof architekten den geladenen Wettbewerb für ein neues Bürogebäude der E.ON Avacon AG am Standort Salzgitter gewinnen.
Bereits im November 2010 wurde mit dem Bau begonnen und im August 2012 bezogen die Mitarbeiter der E.ON Avacon ihre Büros.  

Die Entwurfsidee

Das Grundstück liegt am Ende einer Grünachse zwischen dem Salzgittersee und dem  Fußgängerbereich in der Innenstadt von Salzgitter. Sie ist das zentrale landschaftsplanerische Verbindungselement innerhalb des Quartiers.

Der Entwurf greift den Grünzug im Süden auf, führt diesen in Form einer „Park“-Landschaft fort und schafft so den ‚Missing Link’ zwischen der Fußgängerzone und dem Salzgittersee.

In dieser „Parklandschaft“ werden etwas versenkt die geforderten Stellplätze untergebracht, so dass diese den Freiraum nicht dominieren. Das Dach des Parkdecks ist als öffentlicher Ort zu verstehen und bildet somit den Mehrwert den E.ON für die Stadt Salzgitter schafft.Die Technikzentrale von E.ON schwebt als kupferne Scheibe über der Parklandschaft, verwebt sich mit ihr und bildet eine Einheit zwischen Landschaft und Architektur.

Städtebau

In dem sehr heterogenen städtebaulichen Umfeld positioniert sich der Neubau von E.ON klar und selbstbewusst , ohne jedoch seine Umgebung zu dominieren.
Städtebauliche Linien und Kanten werden aufgenommen und beruhigen dadurch das Umfeld. Die öffentliche, im Erdgeschoss positionierte Funktion der Kantine ist über den Vorplatz zu erreichen. Hier findet man auch den Haupteingang des Gebäudes. Die Zufahrt zur Garage und die Anlieferung erreicht man über den Wilhelm Kunze Ring.
Über der Parklandschaft beginnt ab dem Zwischengeschoss der private Arbeitsbereich von e.on. Dieser schwebt als kupferne Scheibe, getrennt durch eine Glasfuge über der Landschaft.

Das Gebäude

Vom Vorplatz aus betritt man das Gebäude und erreicht von hier aus entweder die Mensa oder durch die Halle den Konferenzbereich und die Büromodule.Im Zentrum der Halle befindet sich als Fortsetzung der Landschaft im Inneren eine steinerne Freitreppe.Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich ausschließlich die Büroräume. Diese sind als klassisches Kombibüro ausgebildet und gewährleisten eine größtmögliche Flexibilität hinsichtlich späterer Neuorganisierung der Bürostruktur. Jedem Modul ist eine zum Innenhof orientierte Aufweitung als kommunikative Teeküche zugeordnet.

Fassade

Der außenliegende Sonnenschutz besteht aus geschosshohen mit Streckmetall bespannten Lamellen, welche individuell drehbar und steuerbar sind. Die individuelle Ansteuerbarkeit der Sonnenschutzelemente gewährleistet nicht nur ein Höchstmaß an Komfort für die Nutzer des Gebäudes, sondern schafft gleichzeitig ein sich ständig änderndes Fassadenbild. Das kupferfarbene Streckmetall der Lamellen ist so ausgerichtet, dass die Sonne gefiltert wird, aber der Durchblick von Innen auch im geschlossenen Zustand immer gewährleistet ist. Die dahinter liegende Fassade gliedert sich horizontal in eine massive Brüstung und einem Fensterband mit Dreifach-Verglasung.Die Außenhaut im Erdgeschoss springt nach innen zurück und unterstreicht durch die geschosshohe Verglasung die Wirkung der Fuge und des über der Landschaft schwebenden Büroriegels.Die Gebäudehülle zur Halle ist ebenfalls als Fensterbandfassade ausgebildet und wird durch kupferfarbene Fensterelemente gegliedert. Dadurch ist eine natürliche Fensterlüftung in allen Bereichen des Gebäudes möglich.

Freiflächenkonzept

Durch den Neubau der E.ON Avacon wird in zentraler, innerstädtischer Lage für die Stadt Salzgitter eine bislang unklare Grünverbindung von der Innenstadt zum Salzgittersee gestärkt bzw. neu entwickelt. Im Kontext des Neubaus und des Rathauses wird eine klar definierte Abfolge von Platz- und Grünräumen, die den Auftakt zu einem attraktiven Grünkorridor bilden, gestaltet.

Um dieses übergeordnete Freiraumpotential des Grundstücks als grünes Bindeglied im Sinne eines “missing link” zu nutzen, werden die Stellplätze in einem Parkdeck versenkt angeordnet. Auf dem Dach des Parkdecks entsteht eine “Landschaft”, die einen vielfältigen Grünraum inmitten der Stadt bietet. Die Freiräume bieten Aufenthaltsqualität für die im Umfeld Beschäftigten, Bewohner und Besucher der Stadt.In der zentralen Halle entfalten zwei Pflanzbeete eine ruhige und warme Atmosphäre.Eingestreute Lichtfenster perforieren die Dachfläche und bieten in Teilbereichen eine natürliche Belichtung des Parkdecks.

In der zentralen Halle entfalten zwei Pflanzbeete eine ruhige und warme Atmosphäre.