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BOLLES+WILSON

Andon Zako Çajupi Theatre

Theater in Korça
® BOLLES+WILSON
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Ort
Korça
Gebäudekategorie
Theater, Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2017
Das Theater in Korça und sein neues Gewand
 
Das Theater in Korça ist ursprünglich ein Geschenk von Moskau gewesen, bevor sich der albanische Kommunismus mit dem post-stalinistischen Russland überwarf.
Der sowjetische Klassizismus wurde daraufhin zu einer Art Balkan Art Deco zurückgestutzt .
Der große dreieckige Theaterplatz, der genug Raum für nationalistische Paraden bietet, wurde zum Gegenstand der Neugestaltung durch BOLLES+WILSON, nachdem sie 2009 den internationalen Wettbewerb zur Neuplanung des historischen Zentrums von Korça gewannen.
Die Hauptachse des mittlerweile fast vollständig umgesetzten Masterplans ist der Bulevard Shën Gjergji (St. Georg). Dieser bildet den neuen Dreh- und Angelpunkt der Stadt, eine Promenade für Fußgänger, die auf den Theaterplatz zuläuft (Illus 2). (Der Platz ist nun zudem durch die von BOLLES+WILSON 2014 fertig gestellte Red Bar in the Sky verankert (Illus 3). Der Campanile ragt über den Platz, dient als Aussichtsturm und bietet einen Blick auf die historischen Strukturen der Stadt.
Der nächste Schritt der Wandlung bezog sich nach den Arbeiten am Bulevard Shën Gjergji und der Red Bar in the Sky, auf die neue Gestaltung des Theaters – ihm sollte ein neues Gesicht gegeben werden beziehungsweise viele neue Gesichter.
Die Kapazität des Saales konnte durch die Umwandlung der zwei Ebenen in eine große geneigte Parkettfläche erweitert werden (Illus 4+5).
Die zugrunde liegende Methode basiert – wie bei allen albanischen Projekten von BOLLES+WILSON – auf den von Hand gezeichneten Konzepten von Peter Wilson und der Interpretation dieser durch lokal ansässige Büros (in diesem Falle DEA Studio). Eine Methode durch die fraglos Mißverständnisse und Übersetzungsfehler angelockt werden (in diesem Falle: das sich am Kopf der Kratzen der Bauunternehmer vor Ort beim Anblick einer Reihe von repräsentativen albanischen Renderings, in denen aber keine Details zu finden waren. Peter Wilson löste das Problem durch die 1:1 –Darstellung der Details direkt auf der Wand).
 
Die Maske der Komik als auch der Tragik sind eng mit dem Theaterwesen verbunden, hier werden sie nun mit insgesamt 140 solcher Masken an einem Ort verbunden – dem Publikum – handgemacht aus Terra Cotta vom lokalen Künstler Vasillaq Kolevica (Illus 6+7). Die 80 cm hohen individuellen Masken besetzen jeweils ein Planquadrat der bestehenden Art Deco-Fassade.
Die schwarze tragische Maske ist konvex, die weiße komische Maske ist konkav – die der Konstruktionen zugrunde liegenden Prinzipen wurden ebenfalls von Hand gezeichnet (Illus 8+9+10). Die komische Maske ist an einem Nebengebäude angebracht, in welchem nun eine große neue Treppe untergebracht ist, ein mit schwarzem Basalt verkleideter Kubus. Die Einfassung der Maske wird durch ein Edelstahlprofil definiert, in das der weiße Putzabdruck eingelassen wurde.
Die beinah bedrohlich wirkende schwarze tragische Maske besteht aus Polystyrol. Die Radien der Ränder wurden vorgegeben, aber letztendlich war eine 1:1 Demonstration mit einem Brotmesser nötig um die Idee den Bauunternehmern deutlich zu machen. Die Oberfläche ist verputzt um einer großen japanischen „No-Theater“-Maske zu ähneln (Illus 11+12).