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Burckhardt+Partner

Neubau Pavillon St. Johanns Park, Basel, Schweiz

Ort
Basel
Gebäudekategorie
Hotel und Gastronomie
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Holz
Christoph Merian Stiftung, Basel
Wettbewerb 1. Rang
2007 - 2012

Der Pavillon am Rheinufer Basels bietet ein Dach für verschiedenste Aktivitäten der heterogenen multikulturellen Quartiersbevölkerung. Er ist ein Ort der Begegnung im St. Johanns-Park für Menschen unterschiedlicher Herkunft. Das Gebäude hebt durch seine Einfachheit, Leichtigkeit und Transparenz den Park und die Flusslandschaft bewusst als Dominanten hervor. Die reduzierte Materialisierung und die Eingeschossigkeit des Gebäudekörpers unterstreichen dieses Anliegen. Die Form leitet sich aus dem definierten Perimeter ab und reagiert in seiner Ausformung stark auf die vorhandene Baumstruktur. Sämtliche Räume haben Kontakt zum Aussenraum. Die Verbindung zum Quartier und Park wird weniger durch das Gebäude gesucht, sondern mehr durch eine selbstverständliche Wegeführung sowie neu ausformulierte Eingänge von der Stadt in den Park.
 
Die drei Flügel des Baukörpers bilden die wesentlichen Funktionen des Programms deutlich ab Die Cafeteria mit dem Blick zum Fluss und einer davor gelagerten grosszügigen exponierten Terrasse; das Foyer mit Quartiersbüro orientiert zum Stadtviertel St. Johann; und der «Spilruum» für die Kinder; eingebettet in den waldartigen Hain, mit seinen Spiellichtungen als Orte des Entdeckens. Einerseits werden so die Funktionen deutlich voneinander getrennt, die fliessende Raumfolge ermöglicht andererseits spannende Aus- und Einblicke innerhalb der Figur und eine starke Beziehung zum Park.
 
Der architektonische Ausdruck ist nicht autonom, sondern verfolgt konsequent das Ziel einer selbstverständlichen Verzahnung mit seiner Umgebung. Die drei Eingänge entwickeln sich logisch durch das plastische «Eindrücken» der Figur. Geschlossene und offene Bereiche liegen wie Waben aneinander. Ausschliesslich durch die Positionierung der Kerne – an der Fassade oder abgelöst von ihr – und ihre skulpturale Ausformung entwickelt sich eine differenzierte Zonierung des Innenraumes. Die geschlossenen Kernzonen enthalten die dienenden Funktionen.
 
Die äussere Haut des Pavillons bilden hölzerne Fichtenstützen, die – in einem alternierenden Rhythmus dreier Module (60-90-120cm) gegliedert – Licht und Schatten modellieren und durch das natürliche Material eine Analogie zu den Bäumen darstellen. Das Dach als fünfte Fassade wird extensiv begrünt. Die Tragstruktur sind vorgefertigte Holzelemente, die durch ihre Verkleidung aus OSB- oder Dreischichtplatten auch im Inneren erfahrbar ist. Den vorwiegend warmen, hölzernen Oberflächen steht der raue, steinerne Hartbeton als Bodenbelag gegenüber. Dieser verbindet durch seinem fliessenden Übergang in den Aussenraum das Gebäude mit dem Park. Die technische Gebäudeausstattung ist sichtbar. Die Anordnung von Deckenbeleuchtung und Deckeninstallation bildet die gewachsene Aststruktur der Bäume nach.