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Umbau und Sanierung Abadía de Retuerta, Sardon de Duero, Valladolid, Spanien

Ort
Sardón de Duero
Gebäudekategorie
Hotels, Herbergen, Ferienhäuser
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2011
Material Fassade
Mauerwerk
Adadía Retuerta S.A., Valladolid, Spanien

Die romanische Abtei Santa María de Retuerta, ein Prämonstratenser-Kloster, wurde 1146 im heutigen Weinbaugebiet Ribera del Duero erbaut. Der klaren Benediktiner Bauordnung folgend, sind die Wohnräume, Sakristei, Kapitelsaal und Refektorium um den quadratischen Innenhof mit Kreuzgang angeordnet. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden die Restaurierungsmassnahmen und Eingriffe behutsam und zurückhaltend durchgeführt. Die neue Nutzungsaufteilung wurde weitgehend aus Proportionen, Zustand und ursprünglicher Nutzung der klösterlichen Räume entwickelt.
 
Das Hotel umfasst 20 Doppelzimmer und zwei Suiten in der «Hospedería». Die modern und komfortabel eingerichteten Zimmer sind von der Rezeption aus über einen grosszügigen Korridor und eine neue Holztreppe zu erreichen. Natürliche Materialien, warme Farben und präzise Beleuchtung sorgen für eine kontemplative Atmosphäre. Das Refektorium, Speisesaal der Mönche für Sonn- und Feiertage, wurde durch moderne und edle Ausstattung und Beleuchtung in ein einzigartiges Restaurant verwandelt. Dahinter, in den ehemaligen Wirtschaftsräumen, liegt die Gastroküche mit Nebenräumen. Modern ausgestattete Besprechungs- und Seminarräume sind im 1. Obergeschoss an den Kreuzgang angeschlossen. Die dem Kreuzgang angegliederten Kulträume wie Klostergarten, Basilika, Sakristei und Kapitelsaal sind via Rezeption für die Öffentlichkeit zugänglich. Der vom Kreuzgang umgebene Klostergarten wurde unverändert beibehalten.
 
Eine grosse Herausforderung war die Integration der Technik in die historische Bausubstanz hinsichtlich ihrer optischen und klimatischen Auswirkungen. Als adäquate Methode der Wärme-Verteilung wurde Temperierung gefunden. Dabei werden in der gesamten Klosteranlage die inneren Oberflächen der Aussenwände durch zwei Unterputz-Heizrohre in den Sockeln kontinuierlich beheizt.
 
Die Identität der Klosteranlage wurde durch den Einsatz lokaler, traditioneller Handwerkstechniken und Materialien erhalten, allem voran durch den Campaspero-Stein, welcher sowohl bei der Restaurierung als auch bei den Einbauten in verschiedenen Qualitäten eingesetzt wurde. In der nächsten Etappe wird das Hotel um acht neue Doppelzimmer in den ehemaligen Stallungen sowie eine Spa- und Wellnessanlage erweitert.

Im März 2013 wurde das Projekt mit dem Europa-Nostra Award in der Kategorie "Erhaltung" ausgezeichnet.
 
Zusammenarbeit mit Office Marco Serra, Basel