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Burckhardt+Partner

Neubau Schweizer Botschaft, Seoul, Süd-Korea

Hélène Binet
Hélène Binet
Ort
Seoul, Südkorea
Gebäudekategorie
Behörden, Regierungsgebäude
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2018
Material Fassade
Holz
Kontext
Seoul erlebt eine Phase ungezügelten Wachstums, einhergehend mit starker Verdichtung und der Schaffung neuer Subzentren und Verkehrswege. Dieser urbane Wandel betrifft auch das Wohnquartier Seodaemu-gu. Niedrige, typisch koreanische Häuser verschwinden, der neue Stadtteil «New Town» entsteht. Hier liegt die Parzelle für die neue Schweizer Vertretung. Von dichter Bebauung mit Wohntürmen umringt, gleicht die Botschaft einer Oase inmitten des neuen Stadtteils.

Form
Das Projekt ist eine zeitgenössische Interpretation des traditionellen koreanischen Hofhauses, welches mittlerweile nahezu aus dem Stadtzentrum verschwunden ist. In seiner Spiralform fügt sich das neue Gebäude bescheiden und respektvoll in seinen Kontext ein und versinnbildlicht Integration und Offenheit, das Heimische und das Fremde, sowie den urbanen und den diplomatischen Raum. Das Ensemble entwickelt sich entlang des Raumprogramms, beginnend mit der zum privaten Garten ausgerichteten Residenz, gefolgt von grosszügig zum Hof geöffneten Repräsentationsräumen und schliesslich der Kanzlei mit repräsentativer Eingangsfassade zur Strassenseite hin. Ein umlaufendes Vordach im Hof schützt Nutzer und Gäste vor Blicken und dem Wetter. Sämtliche Räume sind zum Innenhof ausgerichtet. Dieser hat eine bedeutende Rolle: er verbindet Menschen und diese mit der Natur. Der zur Botschaft gehörende Park mit Kiefern, Ginkos und Kirschbäumen unterstreicht den respektvollen Umgang mit der Natur.

Materialisierung
Äussere und innere Gestaltung des Baus sind klar differenziert: Die Aussenfassade besteht aus Sichtbeton, die Innenhoffassade aus hellem Holz und Glas. Sorgfältig gestaltete Details in der Ausführung sind die Besonderheiten der Botschaft: Der Beton der Aussenfassade wurde gemäss koreanischer Handwerkskunst traditionell mit Holz geschalt. Die Holzmaserung der Schalung ist sichtbar. Das Fassadentragwerk ist eine an lokale Bauweisen erinnernde vorgesetzte Pfosten-Riegel-Konstruktion, durch deren modulare Aufteilung mit unterschiedlich grossen Öffnungen auf die Anforderungen des Programms geantwortet wird. Die typisch koreanischen Holz-Lamellen dienen dem Sonnenschutz und schaffen wunderbare Licht- und Schattenspiele.

Architekt
Burckhardt+Partner AG
Bauherrschaft
Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, Bern
Wettbewerb
1. Preis
Zeitraum
2012 – 2018
Auftrag
Architektur