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Dietrich | Untertrifaller Architekten

1.Preis für Kultur- und Heimathaus in Blankenberg

Ober dem Ufer
Perspektive mit Kultur- und Heimathaus, © Dietrich | Untertrifaller Architekten, faktorgruen
Perspektive mit Kultur- und Heimathaus, © Dietrich | Untertrifaller Architekten, faktorgruen
News
06.08.2019
WETTBEWERB
1. Preis
Städtebau & Organisation
Weithin sichtbar, hoch oben auf einem Felssporn über der Sieg, thront das mittelalterliche Stadt Blankenberg mit malerischen Gassen, hübschen Fachwerkhäusern und einer historischen Burganlage. Um diesen besonderen Ort lebendig zu erhalten, investiert die Stadt in ein neues Kultur- und Heimathaus am bisherigen Standort der Feuerwehr gegenüber der historischen Stadtmauer und dem Ortskern.
Die Jury des Planungswettbewerbs „Ober dem Ufer“ hat am 12. Juli 2019 den Entwurf von Dietrich | Untertrifaller für ein Kultur- und Heimathaus sowie den Neubau der Feuerwache mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Das Konzept trennt die unterschiedlichen Funktionen und teilt sie auf mehrere Gebäude auf, die locker angeordnet an traditionelle Dorfstrukturen erinnern.
Das mehrteilige Heimathaus beherbergt das Besucherzentrum mit Ausstellungsraum, Café, Shop und multifunktionalem Veranstaltungssaal sowie das Archiv des Heimatmuseums. Jede dieser Einrichtungen ist in einem eigenen „Haus“ untergebracht. Die Verschiebung der satteldachgekrönten aneinandergereihten Baukörper erzeugt eine lebendige Front, die sich zum „Dorfplatz“ ausrichtet.
Die Kulturscheune ist als offene Struktur leicht verschwenkt am Platz situiert. Das offene Einraumkonzept gewährleistet eine flexible ganzjährige Nutzung. Die Setzung der Neubauten öffnet den Blick auf die historische Stadtmauer, die Altstadt und die Pfarrkirche St. Katharina. Gleichzeitig werden die neu geschaffene Fußgängerbrücke und das öffentliche Wegenetz mit eingebunden.
Die stufenförmige Landschaftsgestaltung im Süden lädt wie ein Amphitheater zum Sitzen und Verweilen ein und schließt den zentralen Platz räumlich ab.
Der Neubau der Feuerwehr besteht aus zwei Gebäuden: der Wagenhalle und dem um 90° versetzten Funktionstrakt. Das L-förmige Ensemble liegt unmittelbar an der Hauptstraße und schirmt das dahinterliegende Wohngebiet vor Lärm ab.
Das Freiraumkonzept verwebt Kultur- und Heimathaus sowie Feuerwehr zu einem allseits kommunizierenden Gesamtgefüge. Ein Lehrgarten mit Imkerei und alten Obstsorten oder ein grünes Klassenzimmer laden zu Erkundigungen ein.

Konstruktion & Materialität

Das Gemeindehaus ist in massiver Stahlbetonbauweise konstruiert. Die Dauerhaftigkeit und Robustheit der Konstruktion zeigt sich in einer Hülle aus Abbruchmauerwerk im Läuferverband, welche durch eine geschlämmte Oberfläche ein homogenes Gesamtbild erzeugt. Innen tragen hell lasierte Sichtbetonoberflächen und sägeraue Eichenböden zu dieser stimmigen Atmosphäre bei. Die Kulturscheune ist eine Hybridkonstruktion aus massivem Sockel und aufgesetztem Holzleichtbau. Die Holzkonstruktion und der offene Dachstuhl bleiben offen sichtbar. Bei der Feuerwehr werden die erdberührenden Bauteile ebenfalls in Massivbauweise ausgebildet. Die Konstruktion des aufgesetzten Holzleichtbaus gewährleistet eine ökonomische Realisierung der großen Spannweite der Wagenhalle sowie eine rasche und exakte Bauabwicklung.

Landschaftsarchitekten: faktorgruen