Zurück zum Profil
F64 Architekten und Stadtplaner

Neubau eines Logistikzentrums für elobau sensor technology, Leutkirch

Foto: Rainer Retzlaff, Niedersonthofen
Foto: Rainer Retzlaff, Niedersonthofen
Ort
Leutkirch
Gebäudekategorie
Gewerbe und Industrie
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2015
Material Fassade
Holz
Architektenpreis
Hugo-Häring-Auszeichnung 2017
Neubau eines Logistikzentrums für elobau sensor technology in Leutkirch. Erweiterung des Werkes II um eine Logistikhalle mit Büros in reiner Holzbauweise im Energie- Plus Standard

Situation
Das Unternehmen elobau ist ein sehr dynamisches und stark wachsendes Unternehmen mit zwei Standorten in Leutkirch. Mit dem Neubau des Logistikzentrums als Erweiterung des Werkes II soll die gesamte Logistik des Unternehmens gebündelt werden. Das Werk II besteht aus Produktions- Labor- und Bürobereichen mit ca. 6.800m² Grundfläche am Rand des Gewerbegebietes.
 
Städtebau und Erschließung
Maßgeblich für das neue Logistikzentrum ist die Lage des LKW-Hofes und der Anlieferung für Lieferwägen. Diese nutzen die bestehende Werkseinfahrt und fahren dann rückwärts in den neuen, tiefer gelegenen LKW-Hof ein. Ein robuster eingeschossiger schwarzer Stahlbeton-Riegel wird dem Hauptgebäude vorgelagert und beherbergt die Verladebrücken. Thermisch vom Gebäude getrennt werden hier effizient vier Lastwägen und zwei Lieferwägen gleichzeitig be- oder entladen. Auch der Werksverkehr, der Waren zwischen den Werken transportiert nutzt diese Docks.
Die neue Logistikhalle liegt im Süden des Bestandes und hat die Abmessungen von 88,5 m x 25,5 m
 
Klima- und Energiekonzept
“elobau goes green“ ist das Motto nach dem alle Strategien und Entscheidungen des Bauherren ausgerichtet sind.  Die Produktion ist CO2 neutral, alle Dächer sind mit eigenen Solaranlagen belegt.
In diesem Sinne wird auch für die neue Logistikhalle kompromisslos auf Nachhaltigkeit und den schonenden Umgang mit Resourcen geachtet. Der Neubau wird durch den Energie-Plus Standard mehr Energie produzieren als verbrauchen. Dies wird durch eine dreifache Strategie erreichet:

    Einsparen von Nutzenergie
    Effizienz in der Nutzung nicht erneuerbarer Energie
    Einsatz regenerativer Energie

Durch Simulation wurden die optimalen Dämmstärken, Heiz- und Kühlsysteme ermittelt. Es konnte durch die gezielte Positionierung von Fenstern und Oberlichtern mit zeitgesteuerter Nachtlüftung auf eine Lüftungsanlage verzichtet werden. Es kommen dreifach verglaste Holz- Aluminium Fenster zum Einsatz.
Ebenso wurde dadurch die Tageslichtnutzung optimiert um Energie für Kunstlicht einzusparen. Das Kunstlicht im gesamten Gebäude wird tageslichtabhängig gedimmt und durch moderne LED Leuchten erzeugt.
Das Gebäude wird über einen Biogaskessel mit Heizenergie versorgt. Mit den ca. 1.200 m² Kollektorfläche auf dem Dach erwirtschaftet das Gebäude in der Jahresbilanz 2,6 mal soviel Primärenergie, wie es selbst benötigt.
 
Konstruktion: Holz als CO2 neutraler Baustoff
Die Halle ist als reine Holzkonstruktion schon in der Erstellung klimaneutral. Holz entzieht der Atmosphäre während seines Wachstums mehr CO2, als bei seiner Verarbeitung zu Schnittholz oder Holzwerkstoffen freigesetzt wird.
Das Hallentragwerk spannt mit schmalen Leimbindern über 25m bei einem Achsabstand von 2,5 m, die von einer Sperrholzplatte überdeckt werden. Die Wände werden als vorgefertigte Ständerwände erstellt, deren innere Schale auch eine Sperrholzplatte mit Sichtoberfläche ist. Somit sind alle sichtbaren Oberflächen im Hallenbereich aus Holz.
Auch der zweigeschossige Büroteil wird komplett in Holzbauweise erstellt. Raumhohe Fenster schaffen ein großzügiges helles Raumklima. Doppelböden und Akustikdecken stellen Flexibilität und Ergonomie für den Büroalltag sicher.
 
Fassade
Um dem Motto “elobau goes green“ visuellen Ausdruck zu verleihen wird der Baukörper grün ausgebildet und mit einem leichten hölzernen „Filter“ überzogen.
Durch diesen Filter erhält das Gebäude je nach Blickwinkel eine andere Anmutung, nur in der Frontalansicht ist das Grün zu erkennen. Ein Großer Schriftzug „LOGISTIK“ hinter dem Filter wird nur dem Vorbeifahrenden abschnittsweise sichtbar werden. Durch die Modulation der Oberfläche des Filters entstehen weitere visuelle Effekte und die Oberfläche des großen Baukörpers wird in ein leichtes, bewegtes Spiel von Farbe und Holz gebracht.

Veröffentlichung
XIA intelligente Architektur Ausgabe 01-03/2016
Mikado Heft 1-2.2016

Adresse:
Unterer Auenweg 6
88299 Leutkirch
Auftraggeber:
imelo GmbH&Co.KG, Leutkirch

Beauftragte Leistung:
LPH 1-9 HOAI

Projektzeiten:
Planung ab 05/2013

Bauzeit:
05/2014 - 01/2015

Projektgröße:
BRI: 21.636 m³

BGF:
3.012 m², davon ca. 700m² Büro

Baukosten:
5,4 Mio. € inkl. Mwst.

Energiestandard:
Energie-Plus Standard

Tragwerksplanung:
Häussler Ingenieure GmbH, Kempten

HLS-Planung:
Pfähler + Rühl GmbH, Heilbronn

Elektroanlagenplanung:
ib-s Elektrotechnik GmbH

Brandschutzplanung:
Ingenieurbüro Anwander GmbH & Co. KG, Sulzberg

Energie- und Klimakonzept:
Transsolar Energietechnik, München

Landschaftsarchitekt:
Baron Landschaftsarchitekt BDLA/SRL, Ulm

Fotografie:
Rainer Retzlaff, Niedersonthofen