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FRANKEN\ARCHITEKTEN

LIBERTINE LINDENBERG

Bestand
Bestand
Ort
Frankfurt/Main
Gebäudekategorie
Wohn-, Geschäftshäuser
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2016
Material Fassade
Mauerwerk
"Wille ist Wollen und Freiheit ist Können." - Voltaire

Franken Architekten wurde für die Objekt- und Innenarchitekturplanung der Sanierung und Erweiterung eines Gründerzeitgebäudes in Frankfurt Alt-Sachsenhausen beauftragt. Dieses wurde komplett saniert und mit einem neuen Aufzugskern im Innenhof ergänzt. Die in Teilen abgängige Natursteinfassade wurde wiederhergestellt und die Sanierungsmaßnahmen vergangener Jahre rückgebaut und an die gründerzeitliche Fassade angepasst. Die dem Objekt zugehörigen 60er Jahre Bauten sind durch einen Neubau ersetzt worden, der als ein archaisches Giebelhaus ohne Dachüberstände an den Altbau andockt. Dessen Fassade referenziert an den Genius Loci mit dem Ornament eines durch Computeralgorithmus verzerrten Rautenmotivs im Anklang an die lokaltypische Struktur des »Gerippten« Apfelweinglases.

LIBERTINE LINDENBERG erstreckt sich über sieben Etagen. Im Untergeschoss befinden sich ein Tonstudio, das die Türen für gemeinsame Jam Sessions, Konzerte und Filmvorführungen öffnet, sowie ein Turnstudio. Im Erdgeschoss liegen Büroflächen und ein öffentliches Wohnzimmercafé. Im Dachgeschoss befindet sich eine Gemeinschaftsküche und ein Esszimmer mit pittoreskem Blick über die Dächer von Alt-Sachsenhausen und das LEKKER Tante-Emma-Lädchen, in dem sich die Hausbewohner kulinarisch versorgen können. Über die Etagen verteilt gibt es 27 Ein- bis Dreizimmersuiten, sechs davon erstrecken sich im Neubau als Maisonetten über zwei Geschosse.

Das szenographische Konzept des LINDENBERG ist ein zusammen mit dem Team um Dr. Steen Rothenberger und Designerin Kathi Kæppel entwickeltes Narrativ auf Basis der Biografie einer fiktiven Persönlichkeit: LIBERTINE LINDENBERG. Diese couragierte Freigeistin und offenherzige Gastgeberin hat Ihr Wohnhaus in Alt-Sachsenhausen zu einer Gästegemeinschaft umgewandelt. Im Geiste dieses Narratives und im Kontext von Alt-Sachsenhausen wurde das Interieur mit Liebe zum Detail gemeinschaftlich konzipiert. Es entstand ein kontrastreicher, oft auch eklektizistischer Materialmix aus strenger, multifunktionaler Einrichtung und handgefertigten Unikaten mit »Geschichte«. Die detailreiche Inszenierung zeichnet sich durch haptische Materialien wie Wandtextilien, handgebrannte Leuchten und ornamentale Betonfliesen aus. Die zarte und pastellfarbene Verspieltheit des Hauses entstand in Gedanken an eine heimische Streuobstwiese. Der Bruch des Lieblichen findet in den sogenannten »Black Holes« statt, tiefdunkle Flächen, die sich konsequent über alle Element der Gestaltung legen. Craftiness meets Clearness. Funktional dienen sie zum Beispiel in den Suiten als monolithische Blöcke aus Schrank und Kitchenette. An anderer Stelle fungieren sie als Zonierung zwischen Eingang, Bad und Wohnen oder Markierung eines Übergangs im Treppenhaus.

www.das-lindenberg.de/libertine/home