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FRITSCH+SCHLÜTER Architekten

Einfamilienhaus in Seeheim

Fotos: Christoph Kraneburg/ Henner Rosenkranz
Fotos: Christoph Kraneburg/ Henner Rosenkranz
Das Grundstück befindet sich an der Hessischen Bergstraße mit spektakulärem Fernblick über die Rheinebene, in einem stark durchgrünten Villengebiet am Ortsrand.

Die vorgegebene archetypische Form des Giebelhauses wird mit einem monolithisch gestalteten Baukörper thematisch aufgegriffen, der sich wagemutig balancierend über die Hangkante hinausschiebt und gleichzeitig mit seiner anthrazitgrauen Kupferhaut diskret in das Umgebungsgrün einfügt.

Mittels vier großformatiger Einschnitte über Eck werden die in ihrer Charakteristik ebenso eindrucksvollen wie markant unterschiedlichen Panoramen inszeniert: über die Ebene, auf die Dächer des Ortes, in den Wald und auf Obsthänge.

Vertikale Stanzungen in den Baukörper verbinden über Essbereich und Treppe Erd- und Obergeschoß und ermöglichen innen das Erleben eines komplexen Ganzen, als Synonym für das im Idealfall von Vertrauen und Zuneigung geprägte Zusammenleben der Familie als Einheit.  

Das Material Kupfer erlaubt die Gestaltung eines abstrakt scharfkantigen Körpers mit Dach- und Fassadenflächen aus einem Guss, der trotz der großmaßstäblichen Öffnungen als Ganzes wahrnehmbar bleibt. Das große Format der voroxidierten Kupferrauten sowie die Fügung der nur 0,8 mm dünnen Bleche in planeben fortentwickelter Einhangtechnik zielen auf die Anmutung einer subtil strukturierten, gespannten Haut. Anschlüsse und Materialübergänge wurden unter Beibehaltung der vollflächigen Hinterlüftung jeweils absolut bündig auf den Punkt gebracht.

Die mit der Kupferhaut kontrastierenden, durchlaufenden weißen Schnittflächen der Leibungen strukturieren die Grundrisse und bilden einen fließenden Übergang von außen nach innen.

Das Material Kupfer entwickelt seinen besonderen Reiz sowohl durch die gespannte, samtige Oberfläche, als auch durch die Ambivalenz eines einerseits nahezu unverwüstlichen Materials, das andererseits sensibel auf Umwelteinflüsse reagiert und einem stetigen Wandel seiner Oberfläche unterliegt.

Jahr 2009-2010
Aufgabe Neubau
LPH 1-9