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gernot schulz : architektur

Neubau Multifunktionskomplex an der Gesamtschule Oberhausen Osterfeld - 1. Preis

News
22.10.2018
Nichtoffener Wettbewerb nach VgV und RPW 2013
1. Preis
Drei Funktionen – Vier Gebäude – Ein städtisches Ensemble

Städtebau, bauliche Erschließung und urbane Vernetzung
Im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen des städtebaulichen Umfelds wird als Ergänzung und im Zusammenwirken mit dem solitären Altbau A der Gesamtschule Osterfeld ein Neubau-Ensemble aus drei Gebäuden für die drei vorgesehenen Nutzungen vorgeschlagen. Altbau und Neubauten bilden somit ein neues spannungsvolles städtebauliches Ensemble. Materialität und tektonischer Aufbau aus Betonsockel und Klinkerfassade werden für die Neubauten adaptiert und zeitgenössisch weiterentwickelt.

Stadtteilbibliothek
An der Ecke Westfälische Straße / Heinestraße positioniert sich der dreigeschossige Baukörper der neuen Stadtteilbibliothek als kraftvoller Solitär. In Höhe, Material und Habitus nimmt dieser Bezug auf den Altbau A. Neuer und Alter Solitär bilden ein kraftvolles städtebauliches Ensemble, welches mit seiner Diagonalstellung Bezug nimmt, zu der zukünftigen Sichtachse zum St. Marien Hospital.
Die Bibliothek erhält Ihren Haupteingang an der Straßenkreuzung Westfälische Straße / Heinestraße. Der zugehörige Eingangs-Vorbereich zieht sich tief in die Heinestraße hinein. Hier bestehen weitere Zugangsmöglichkeiten (z.B. barrierefrei und Fahrradabstellmöglichkeiten), eine Sitzbank entlang der erdgeschossigen Lamellenfassade lädt zum Warten und Verweilen ein.
Im Innenraum verbindet als konzeptionelle Grundidee eine große „Lese- und Veranstaltungstreppe“ alle Geschosse miteinander. Dies steht sinnbildlich für das verbindende Element des Lesens und der Kultur für alle Bevölkerungsschichten.

Jugendzentrum
Das Jugendzentrum ist als eingeschossiger Baukörper dem Ensemble aus Stadtteilbibliothek und Altbau A  vorgelagert und mit eigener Adresse und Eingang an der Westfälischen Straße wahrnehmbar. Der eigene Außenbereich des Jugendzentrums wird als Atriumhof entwickelt, der – variabel mit verschiedenen Funktionsbereichen zusammenschaltbar – dem Schutz vor Einblicken, aber auch vor Lärmemissionen nach Außen Rechnung trägt. Aus dem Multifunktionsraum besteht eine weitere großzügige Außenraumverbindung und die Möglichkeit den Schulhof in Außenaktivitäten des Jugendzentrums einzubinden.

Mehrzweckaula
Die Aula wird ebenfalls eingeschossig zwischen die Bestandsbauten der Schule und den Neubauten der Stadtteilbibliothek und des Jugendzentrums positioniert und ist somit funktional an die interne Raumstruktur der Schule angebunden. Ein räumlich eingezogener Vorplatz im Osten ermöglicht einen repräsentativen und barrierefreien Eingang zur Mehrzweckaula, sowie zur Schule. Das Foyer der Aula „umspielt“ den eigentlichen Saal. Dies ermöglicht die Zuwegung des Foyers auch von Westen mit einem zusätzlichen Eingang von der Heinestraße (auch als Anlieferung/Künstlereingang nutzbar) und die räumliche Verbindung zur Stadtteilbibliothek (mit der Synergie einer WC-Anlage für beide Bereiche mit „zuschaltbarem“ Vorbereich). Auch eine spätere optionale Verbindung des Foyers der Mehrzweckaula zum Jugendzentrum wäre – wenn doch gewünscht – möglich.

Vernetzung mit zukünftigen IHK – Teilmaßnahmen
Die zukünftigen städtebaulichen Maßnahmen im Umfeld des jetzt geplanten Ensembles sind im hier vorgeschlagenen Projekt mitgedacht und als gegenseitige Stärkung der Einzelprojekte angelegt. Die zukünftige Umgestaltung des südlichen Schulhofs der Gesamtschule bietet die Möglichkeit, diesen Stadtraum mit dem zukünftigen Grünraum vis-à-vis der Westfälischen Straße zu verbinden und als Raumfolge anzulegen. Es wird vorgeschlagen den zukünftigen Schulhof in drei Zonen zu entwickeln: einem dem Eingangsbereich der Mehrzweckaula vorgelagerten Vorplatz/Entrée, der als südliche Verlängerung über einen neuen Fußgängerüberweg an den geplanten Grünzug angebunden wird, einen „grünen Platz“ östlich davon (z.B. mit Boule-Platz und anderen Spielmöglichkeiten) und dem eigentlichen Schulhof als Multifunktionsfläche (z.B. auch KFZ-Parken bei Veranstaltungen in der Aula). Im Zusammenspiel mit der zukünftigen Straßenraumumgestaltung/ -aufwertung der Westfälischen Straße wird die Erdgeschoßzone des neuen Kulturbau-Ensembles mit sich aus dem Sockelbereich herausbildenden Sitzbänken ausgestattet. Das Kommen und Gehen der verschiedenen Nutzergruppen verbindet sich somit mit dem Warten, sich Treffen und kurzem Verweilen vor den neuen kulturellen und Stadtteileinrichtungen.

Technische Erschließung
Die Versorgung des neuen Multifunktionskomplexes mit elektrischer Energie, Fernwärme und Wasser ist grundsätzlich gegeben. Wenn erforderlich wird im Kellergeschoss des neuen Ensembles eine Fernwärmeübergabestation eingerichtet. Eine Nutzung der Dachfläche der Stadtteilbibliothek als PV-Aufstellfläche ist angedacht.

Die Stadt Oberhausen plant im Stadtteil Osterfeld die Errichtung eines Multifunktionskomplexes der sozialen, stadtteilbezogenen Infrastruktur (Jugendzentrum, Stadtteilbibliothek, Multifunktions-Aula) am Standort der Gesamtschule Osterfeld.
Entsprechend des integrierten Handlungskonzeptes „Soziale Stadt Osterfeld | Gemeinsam fit für Zukunft“ soll im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses in Konkretisierung und Fortentwicklung der Teilmaßnahme Nr. 2 „Errichtung Jugendzentrum Osterfeld“ eine ganzheitliche, bauliche Infrastrukturlösung entstehen. Hierfür ist geplant, den Gebäudetrakt an der Westfälischen Straße / Ecke Heine Straße, in dem derzeit die Schulverwaltung, die Schulaula und die Räumlichkeiten des ehemaligen kinderpädagogischen Dienstes untergebracht sind, zurückzubauen und an gleichem Standort einen Neubau eines Multifunktionskomplexes zu errichten. Diese bauliche Anlage soll neben einem Jugendzentrum auch eine zukunftsfähig aufgestellte Stadtteilbibliothek und eine neue, zeitgemäße und für den Stadtteil geöffnete Mehrzweck-Aula beinhalten. Insgesamt soll ein bauliches Lösungskonzept entstehen, das als Ort der Kommunikation, Bildung und Partizipation für alle Bürgerinnen und Bürger des Programmgebiets „Soziale Stadt Osterfeld“ – aber auch darüber hinaus – verstanden wird und der insbesondere die Aspekte Integration, Inklusion und Gender aufgreift und aktiv einbezieht.