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Kannenberg Architekten

Kleinsthäuser an der Kyritzer Stadtmauer

Cordia Schlegelmilch für Kannenberg Architekten
Cordia Schlegelmilch für Kannenberg Architekten
Am nordwestlichen Rand der Kyritzer Altstadt befindet sich in unmittelbarer Nähe zum ehem. Franziskanerkloster eine Gruppe von Kleinsthäusern. Wohl seit dem 18. Jahrhundert war an dieser Stelle die Innenseite der mittelalterlichen Stadtmauer mit sogenannten Buden von 20 bis 30 Quadratmeter Grundfläche bebaut, die von Tagelöhnern bewohnt waren. Der überlieferte Bestand stammt überwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und war bis ins späte 20. Jahrhundert bewohnt. Während vielerorts die historische Stadtmauer abgetragen wurde, hat sie sich hier erhalten. Mit ihrer geringen Grundrissgröße, historisch ohne eigenen Außenbereich, und teilweise mit der historischen Stadtmauer „im Rücken“ verfügt Kyritz mit den Wohnhäusern über Vertreter eines Bautypus, der in vielen Kleinstädten im Zuge der Auflösung der Stadtgrenzen verlorengegangen ist.
Nach einer Notsicherung der verfallenden Gebäude wurde mit der Stadt Kyritz ein Sanierungskonzept für die Nutzung der Kleinsthäuser als Ferienwohnungen erarbeitet, bei der die Charakteristik der Gebäude erhalten bleibt. Die Nutzung von Dachgalerien als Schlafgeschoss, eine zusätzliche Belichtungsebene im Traufbereich und kleine Austritte nach Westen machen sie für die Nutzung bei heutigen Ansprüchen attraktiv. Teil des Konzeptes ist auch auch eine Neuordnung der hinter der Mauer anschließenden Flächen, die die Grenze der Altstadt markieren und den historischen Wall erlebbar machen.
2015/16 wurde der erste Bauabschnitt von 4 Kleinsthäusern und 4 Nebengebäuden realisiert, seit der Saison 2016 werden sie als Ferienwohnungen vermarktet.

Auftraggeber Stadt Kyritz
Leistungen Gebäudeplanung LP 1-9, Tragwerksplanung, feste Möblierung