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KAWAHARA KRAUSE ARCHITECTS

Alster Pavillon

Zwischen Kennedy- und Lombardsbrücke, einem Ort der wie kein anderer Schichtung und das Dazwischen darstellt, wollten wir die Kunst des japanischen Künstlers Masanori Suzuki räumlich erlebbar machen. Eine Kunst, die mit der Schichtung arbeitet, mit Licht und Schatten sowie stilisierter Naturdarstellung.
 
In vielen Werken Suzukis werden detaillierte Zeichnungen auf Acryl der Leinwand vorgelagert und erzeugen so Kunst auf mehreren Ebenen sowie einen Zwischenraum. Dieser Zwischenraum sollte für den Betrachter begeh- und erfahrbar gemacht werden, um ihm so nicht nur einen neuen Blickwinkel auf die Kunst, sondern auch auf die Stadt zu geben. Aus dem Inneren des Pavillons betrachtet überlagern sich die Zeichnungen auf den Glaswänden mit der Aussicht auf Hamburg und lenken so die Aufmerksamkeit der Besucher auf ihre Umgebung an einem Ort, der kaum bewusst wahrgenommen wird.

Der Grundriss des Pavillons besteht aus drei ineinander verschachtelten Quadraten, es entsteht ein von zwei Umgängen umgebener Kubus.
Das erste Quadrat bildet die Außenhaut mit Suzukis Zeichnungen auf dem Glas. Die Bilder auf dem Glas überlagern sich mit der Aussicht auf Hamburg und werfen ihre Schatten auf die weiße Wand des zweiten Quadrats.
Zwischen dem äußeren Gang und dem Kubus in der Mitte vergisst man in einem dämmrigen Zwischenraum die Umgebung.
Der Kubus in der Mitte ist ein weißer Raum mit Suzukis Bildern auf der Glas-Decke. Im Herzen des Pavillons, abgeschirmt von der Umgebung, intensivieren Sonnenstrahlen den Schatten der Kunst, der mit der Zeit über die Wände wandert.

Der Pavillon wird an einem Ort platziert, an dem üppige Natur ein kleines, vergessenes Paradies zwischen Gleisen und zwei stark befahrenen Straßen hervorbringt, in dem Bereich zwischen Binnen- und Außenalster. Detaillierte Umrisslinien der Naturmotive überlagern sich mit echter, in tausendfachem Grün leuchtender Natur, die Stille im Raum mit dem Rauschen der Blätter und dem Rauschen des Verkehrs. Wandernde Schatten verbildlichen die Zeit, die an diesem Ort still zu stehen schiene, wäre nicht die permanente Störung durch den Verkehr.
Mit der Wahl des Ortes zwischen Lombards- und Kennedybrücke möchten wir die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen der vielen „Zwischen-Räume“ Hamburgs lenken, von denen wir denken, dass sie zur Attraktivität Hamburgs beitragen, jedoch nicht bewusst wahrgenommen werden.