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KAWAHARA KRAUSE ARCHITECTS

Refugium der Stille

Ein pavillon-artiger Raum für Werke unterschiedlicher Art und Größe des Künstlers Erwin Heerich aus einer privaten Sammlung sollte auf einem weitläufigen Wiesegrundstück geschaffen werden. Die flache Landschaft Norddeutschlands erstreckt sich in alle Richtungen bis zum Horizont - ein Bild unzerstörter Natur. Mit dieser Umgebung verschmilzt das vorgeschlagene Gebäude, da Großteile des Gebäudes unterirdisch angeordnet werden. Erst beim Näherkommen lösen sich die vier Eingangstürme vom Hintergrund der weitläufigen Natur.

Als Hommage an Erwin Heerich wurde das Gebäude auf Grundlage geometrischer Formen und Volumen auf einem regelmäßigen, quadratischen Raster entwickelt und bildet eine verspielte, labyrinth-artige Struktur.

Besucher betreten das Gebäude über eine der vier Brücken die über die Dächer in Form umgedrehter Pyramiden zu einem der vier Eingangstürme in deren Mitte führen. Lücken in den Klinkerwänden der Türme lassen das Sonnenlicht gefiltert einfallen. Umso weiter man die Wendeltreppe nach unten steigt, umso dichter sind die Klinker gesetzt, umso weniger Licht fällt ein. Dies verbildlicht das Hinuntersteigen in die Erde und das Zurücklassen der weiten, offen Landschaft.
 
Die unterirdischen Räume geben keinen Blick mehr frei auf die Landschaft, nur der Himmel kann über den Oberlichtern gesehen werden. Nichts lenkt von der Konzentration auf die spielerischen Geometrien der Innenräume ab.

Jeder der vier Eingangstürme führt zu einem anderen der vier miteinander verbundenen, unterirdischen Räume hinab, der jeder seinen eigenen Grundriss entwickelt. Die unterirdischen Räume bieten einen geschützten, ruhigen Ort, der Inspiration und Imagination nährt.

Nur ein einziges Oberlicht ist auf jeder Fläche der umgedrehten pyramidenförmigen Dächer angeordnet, so dass das wenige Licht, das hereinkommt, sich mit dem Lauf der Sonne dramatisch ändert. Die Atmosphäre des Raums verändert sich konstant.