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KSP Engel

Tianjin Kunstmuseum

Foto: KSP Jürgen Engel Architekten International/Shuhe Photography
Foto: KSP Jürgen Engel Architekten International/Shuhe Photography
Ort
Tianjin
Gebäudekategorie
Museen, Galerien
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Mauerwerk
Architektenpreis
ICONIC Award - Kategorie "Architecture - Public"
Das Tianjin Kunstmuseum, das im Jahr 2009 als erster Preis aus einem internationalen Wettbewerb hervorging, wurde nach nur 3 Jahren Planungs- und Bauzeit im Mai 2012 für Museumsbesucher geöffnet. Das neue Kunstmuseum ist Teil eines Stadtentwicklungsprojektes für ein 90 Hektar großes Kultur- und Freizeitareal im Zentrum der nordchinesischen Metropole Tianjin. Mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 33.000 m² bietet es Flächen für Wechselausstellungen und Raum für vier ständige Ausstellungen: chinesische Kalligraphie, westliche Kunst, Plastik und moderne Kunst. Städtebauliche Situation / Eingang Dieses neue Kultur- und Freizeitquartier wird durch eine weitläufige Grünanlage mit See geprägt. Das Ausstellungshaus befindet sich unmittelbar an der Uferpromenade des Sees und öffnet sich dorthin mit seiner Schauseite und dem Haupteingang. Zur Straßenseite hin, also in Richtung Stadt, befindet sich ein weiterer Eingang. Vor dem Kunstmuseum weitet sich die Uferpromenade zu einer Platzsituation auf. Über einen Ticketschalter im Durchgang zum Außenhof gelangt man in die etwa 14 Meter hohe Halle mit den kaskadenförmigen Treppenaufgängen. Hier befinden sich der Museumsshop, ein Café und die Schließfächer, Räume für die Sammlung und das Archiv des Museums, Verwaltungsräume, ein Konferenzbereich, eine ca. 800 m² große Sonderausstellungsfläche sowie der VIP-Bereich mit separatem Zugang. Entwurfskonzept / Nutzungen Das Museum erinnert in seinem räumlichen Aufbau an einen monolithischen Steinkubus mit präzisen Einschnitten, Aussparungen und Hohlräumen. Im massiven Teil des Bauwerks sind sämtliche Ausstellungsräume, ein von den Besuchern einsehbarer Raum für Restaurierungen, die Bibliothek und Konferenz- und Besprechungsräume untergebracht. Die kaskadenförmige Abfolge von Treppenaufgängen, die zu den Ausstellungsräumen in den Obergeschossen führen, scheinen aus dem Steinvolumen des Museumsbaus herausgearbeitet zu sein. Dieser Erschließungsbereich wird zusätzlich über Oberlichter belichtet. Ausstellungsräume Das erste Obergeschoss hat eine lichte Raumhöhe von acht Metern und bietet mit einem 1000m² großen Ausstellungssaal und einem flexiblen, rund 780m² großem Ausstellungsraum vielfältige Präsentationsmöglichkeiten für Kunst. Diese Hauptausstellungsebene ist sowohl über die Eingangshalle vom Park aus als auch über einen weiteren Zugang von der Straßenseite aus zu erreichen. Die eher introvertierten Ausstellungsräume sowie die flexiblen Ausstellungsbereiche im dritten und vierten Obergeschoss, deren Räume sich ringförmig um das zentrale Atrium gruppieren, schaffen ideale Voraussetzungen für die Betrachtung der ausgestellten Kunstwerke. Fassade und Konstruktion Das Erscheinungsbild des knapp 30 Meter hohen Baukörpers wird durch Einschnitte, Glasflächen und Steinlamellen gegliedert. Geschlossene Flächen der Travertin-Natursteinfassade korrespondieren mit transparenten Glasöffnungen und semitransparenter Lamellenstruktur. Großflächige Glasfassaden inszenieren Ausblicke auf den See und den Park. Hinter der Natursteinfassade mit ihrer horizontalen Schichtung verbirgt sich eine moderne Stahl- und Stahlbetonkonstruktion. Die Lasten werden über ein regelmäßiges Stützenraster und zwei vertikale Erschließungskerne in die Fundamente abgeleitet.