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KUPFERSCHMIDT ARCHITEKTEN

Haydnstrasse München

Neubau einer Wohnanlage
Michael Heinrich
Michael Heinrich
Ort
München
Gebäudekategorie
Geschosswohnungsbau
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2014
Material Fassade
Putz
Der Neubau des Wohngebäudes an der Haydnstraße entsteht im Münchner Wiesnviertel. Hier bestimmt der Ensembleschutz nahezu alle Bauvorhaben. Der Entwurf bewegt sich also im Spannungsfeld zwischen denkmalpflegerischen Anliegen und architektonisch ambitioniertem Gestaltungswillen und zeigt, wie durch Transformation ein zeitgenössischer Bau entstehen kann, der auf die örtlichen Gegebenheiten eingeht, viele gebietsprägende Elemente übernimmt und neu interpretiert. Bereits im Städtebau, der hier von Doppel-L-Bauten mit U-förmigen Grundrissen geprägt ist, zeigt die neue Kubatur das Doppel-L. Horizontal ist der Neubau dreigeteilt in einen U-förmigen Baukörper, einer Zäsur und in einen niedrigeren Einzelbau.
Vertikal teilt sich das Gebäude in Sockel, Mittelzone und Dach. Der Sockel erhält eine geputzte Struktur, der Rest ein verputztes Wärmedämmverbundsystem. Die Fassade orientiert sich mit ihren Fensterproportionen an der Gründerzeitbebauung und nutzt diese für bodentiefe Fenster. Im Sockel und im gebietsprägenden Schrägdach sind sie größer als in der Mittelzone als auch versetzt dazu entworfen. Dieser denkmalpflegerisch moderate Versatz belebt die Fassade. Auch die vorspringenden Erker beziehen sich im Neubau auf den Bestand: Ein rechteckiger Erker im Altbau-Sockel sowie ein angeschrägter Erker in der Altbau-Mittelzone nebenan findet im Neubau sein Gegenüber mit einem geschlossenen Erker-Sockel und einer mit Übereckfenstern geöffneten Erker-Mittelzone. Im Grundriss des Neubaus befinden sich die Eingänge in den Erkern, die die Wandfläche zonieren. Die Sockelgeschosse (EG und 1. OG) stellen einen Bezug zur Umgebung her. Weiter oben lockern floral gemusterte Glasgeländer straßenseitig die kühle, moderne Ausstrahlung auf. Das mittlere Gebäude, die Zäsur, erhält dagegen Klarglasgeländer, der niedrige Einzelbau Geländer mit geschnittenem, gemustertem Blech – ein Spiel mit Positiv-Negativ-Formen. Letztgenannter Bau hat insgesamt ein ruhigeres Erscheinungsbild. Hier werden Fenster beispielsweise nur im Erdgeschoss versetzt.