Zurück zum Profil
LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei

Georg-Büchner-Anlage, Darmstadt

Foto: Roland Halbe
Foto: Roland Halbe
Ort
Darmstadt
Gebäudekategorie
Plätze, Spielplätze
Jahr der Fertigstellung
2006
Das Staatstheater Darmstadt befand sich ursprünglich im Mollerbau in der Stadtmitte, der im Krieg jedoch weitgehend zerstört wurde.
Man wählte in den 1960er Jahren als Standort für einen Neubau das Gelände des ehemaligen Neuen Palais am Wilhelminenplatz. Seither ist das Theater in der Innenstadt nicht mehr präsent.
Entsprechend des Zeitgeistes der frühen 1970er Jahre wurde zwischen dem Theater und der Wilhelminenstraße eine kleingliedrige Freianlage mit Grünbeeten und Wasserbecken über einer Parkgarage aus Sichtbeton errichtet. Damit wurde die visuelle Anbindung des Platzes an die wichtigen Achsensysteme der Innenstadt geschwächt.

Durch die Umgestaltung des Foyers und die Errichtung eines neuen zentralen Eingangsbauwerkes (2006) hat das Theater nun eine deutliche Ausrichtung zur Stadt erhalten.
Es ist im Stadtraum präsent und prägt diesen, es öffnet sich mit zeichenhafter Geste zur Stadt, insbesondere auch zur vorgelagerten Georg-Büchner-Anlage. Diese Anlage bildet den stadträumlichen Abschluss der wichtigen Querachse zwischen Luisenplatz und St. Ludwigskirche.
Ihre bestimmenden Platzkanten sind im Süden die St. Ludwigskirche und das Mollerhaus, im Osten der Obelisk und Wilhelminenplatz und im Westen das Staatstheater mit dem neuem Eingangsbauwerk.

Die neu gestaltete Platzfläche ist im Wesentlichen in drei Bereiche gegliedert: Eine freie, leicht terrassierte Mitte (mit eingelegten Rasenstreifen) als Vorplatz für das Staatstheater. Diese steht in engem Dialog mit dem neuen, repräsentativen Portal, das auch als Bühne nutzbar ist. Der offene mittlere Platzbereich stärkt den räumlichen Bezug des Staatstheaters zur Stadt.
Nördlich und südlich schließen leicht erhöhte Bereiche an, die mit einem Baumdach aus regelmäßigen Baumreihen versehen sind und zum Flanieren, Sitzen oder Spielen einladen.

Die Erschließung der unter dem Platz befindlichen Tiefgarage (die entsprechend heutiger Vorschriften saniert wurde) erfolgt über zwei Reihen von Treppenhäusern, die direkt auf den Platz münden und von ondulierenden Stützmauern flankiert werden. Schlanke Schirmstützen betonen die Reihung der Treppenhäuser und bilden deren Witterungsschutz.

Tagsüber fällt viel Tageslicht über die großzügigen Öffnungen nach unten in die Tiefgarage. Bei Dunkelheit dienen die von unten beleuchteten Schirme als Reflektoren, die die Platzfläche erhellen.

Die offene Mitte wird zum Wilhelminenplatz nach Osten durch eine mit Fontänen besetzte Wasserfläche gefasst, auf dem das Kunstwerk „grande disco“ von Arnaldo Pomodoro seinen Platz gefunden hat.

Zusammen mit einer zum Staatstheater verwandten Formensprache bei den prägenden Platzelementen wird auch über das Material ein einheitliches Gesamtbild erzeugt.