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Martin Schmitt Architektur

K 2013

Messestände sind Kommunikationsräume. Unsere Aufgabe ist es in diesem Fall, einen Ort zu schaffen, der verschiedene Formen des Gesprächs möglich macht: von der zwanglosen Unterhaltung bis zum Vieraugen-Gespräch, von der Vorstellung des Produktportfolios bis hin zur Unterzeichnung eines Vertrages. Diese unterschiedlichen Anforderungen an Nähe und Verbindlichkeit gilt es, räumlich zu strukturieren. Der Stand setzt dies in ein differenziertes Raumangebot um.

Unser Auftraggeber ist das Spezialchemieunternehmen Clariant. Die Schweizer sind führend in der chemischen Optimierung von Materialeigenschaften. Was das heißt? Clariant entwickelt so genannte „Formulierungen“. Dies sind Molekülstrukturen, die man einem Stoff hinzufügt, damit er die Eigenschaften entwickelt, die man sich für ihn wünscht: Creme wird geschmeidiger, Shampoo schäumt besser, ein Baumaterial wird hitzebeständiger. Solche Anwendungen enthält heute jedes zweite Produkt.

Die Fotos zeigen unseren Stand auf der Kunststoffmesse „K“ in Düsseldorf. Die „K“ ist die weltweit wichtigste Kunststoffmesse und findet alle drei Jahre statt. Der Stand war für das Unternehmen 2013 von besonderer Bedeutung, denn die Designagentur Mutabor hatte zuvor ein neues Lead-Design für Clariant entwickelt. Dessen Rollout wurde mit diesem Auftritt abgeschlossen. Der Messestand ist sehr groß, zweistöckig mit 416 Quadratmetern. Bei einem solchen komplexen Werk sind wir als Architekten Mittler zwischen dem Kunden und der Leadagentur. Und wir steuern die ausführenden Firmen.

Wie alle 14 Clariant-Messestände, die wir im Jahr 2013 realisiert haben, kommuniziert er den hohen Anspruch des Unternehmens. Das hochwertige Design ist einerseits ein Bild für die Wertschätzung des Kunden, andererseits für die Qualität der Produkte. Der Stand präsentiert sich dementsprechend eindrucksvoll und prägnant, aufgeräumt in der Gestaltung und anspruchsvoll in der Verarbeitung bis in die kleinsten Details. Damit hebt sich eine europäische Premiummarke wie Clariant von ihren weltweiten Mitbewerbern ab.  

Überstrahlt von einer 8 Tonnen schweren, aber dennoch wie schwebend erscheinenden Lichtdecke, ist der Stand in sechs verschiedene Kommunikationsräume eingeteilt: An die Ränder setzten wir die Stelen mit verschiedenen Produkten, an denen Mitarbeiter dem Kunden das Portfolio erklären können. Die Besprechungsinseln in der Mitte bieten alternativ Raum für Roundtable-Gespräche oder für eine entspannte Unterhaltung in den hohen Alkoven. Als räumlicher Bezugspunkt und Abschluss dient die „Brand Wall“ an der Stirnseite. Davor haben wir einen langen Tisch mit Hockern für größere Runden gesetzt. Als Rückzugsorte und Besprechungsräume im intimeren Rahmen dienen die im Obergeschoss angeordnete Brandcorner und Lounge sowie die darunter gelegenen geschlossenen Besprechungsräume.

Schließlich stellte sich die spannende Frage: Funktioniert der Stand? Unser Besuch auf der laufenden Messe hat gezeigt, dass unser Konzept aufgegangen ist. Der Stand war nicht nur sehr gut besucht, sondern auch jedes der einzelnen Raumangebote wurde intensiv genutzt.