Zurück zur Startseite
Oertel + Biehler Architekten

Umbau und Instandsetzung Weinbrennerhaus, Karlsruhe

Auftraggeber:
Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs-, und Hafen GmbH (KVVH)

Zeitraum:
1998 Wettbewerb 1. Preis
1999 - 2001 Realisierung

Bauvolumen:
9 Mio. DM

Beiderseits des länglichen Marktplatzes in Karlsruhe stehen die beiden aufeinander abgestimmten klassizistischen Gebäude des badischen Baumeisters Friedrich Weinbrenner - das Rathaus und die Evangelische Kirche - einander gegenüber.

1824 vollendete Weinbrenner den Kirchenbau mit der Fertigstellung des nördlichen Seitenflügels, der als Lyzeum geplant und genutzt wurde.

1944 wurde der gesamte Gebäudekomplex durch Luftangriffe bis auf die Grundmauern zerstört.

Der Architekt Prof. Horst Linde baute zu Beginn der 50er Jahre das ehemalige Lyzeum als Gesundheitsamt wieder auf. Ein eingeschossiger Anbau im Hof beeinträchtigte dabei leider das ursprüngliche baulich-freiräumliche Konzept Weinbrenners für die Gesamtanlage.

Um die Ziele der Stadtentwicklungsplanung zu unterstützen, die Achse Schloss-Stadtgarten aufzuwerten, erwarb die KVVH 1997 dieses Gebäude und schrieb einen Architektenwettbewerb aus. Nach Gewinn dieses Wettbewerbes wurde das Büro Oertel Architekten mit der Generalplanung für den kompletten Umbau und die Instandsetzung des heute als „Weinbrennerhaus“ bekannten Gebäudes beauftragt.

Das Kundenzentrum der KVV, die Stadtinformation und die Mobilitätszentrale befinden sich im Erdgeschoss am Marktplatz. Die Gastronomie ist über den neugestalteten Innenhof neben der Kirche zu erreichen. Die teilweise Überbauung des Hofes wurde beim Umbaukonzept respektiert. Durch den Einbau eines grossen Glasdaches über diesem Anbau wurde es ermöglicht, die Fassade im Innenhof freizustellen und damit die ursprüngliche Raumproportion des Weinbrennerentwurfs wieder spürbar zu machen. Gleichzeitig entstand ein attraktiver Raum für das Restaurant mit vielfältigen Blickbeziehungen zum Kirchenbau.

Die historischen Gewölbe im Untergeschoss nehmen Sitzungssäle und Räume für die Gastronomie auf.

Im 1. Obergeschoss wurde die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe untergebracht, während im Dachgeschoss die Zentrale Studienberatung der Universität (ZIB) sowie Anwaltskanzleien Raum gefunden haben.

Dieser Mix von vielfältigen Nutzungen trägt heute zur Belebung der östlichen Seite des Marktplatzes bei, bedingte aber einen kompletten Umbau mit entsprechender technischer Ausstattung des Gebäudes, der in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt B-W, Aussenstelle Karlsruhe erfolgte.

Neben den umfassenden Umbaumassnahmen entwarf das Büro Oertel Architekten auch die Inneneinrichtung für das KVV-Kundenzentrum und die Stadtinformation. Ausstattung und Möblierung der Räume für die Gastronomie wurde wurde durch die Pächterin vorgenommen.