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Oertel + Biehler Architekten

Umbau und Erweiterung der Staatlichen Kunsthalle, Baden-Baden

Ort
Baden-Baden
Gebäudekategorie
Museen, Galerien, Kunsthallen, Dokumentationszentren
Bauvorhaben
Umbau/Sanierung
Material Fassade
Werkstein
Auftraggeber
Land Baden-Württemberg
Staatliches Hochbauamt I, Karlsruhe
Aussenstelle Baden-Baden

Zeitraum
1990-1991

Die Kunsthalle Baden-Baden wurde in den Jahren 1908 bis 1909 nach den Plänen des Karlsruher Architekten Hermann Billing erbaut. Seinen Ruf als Juwel unter den Ausstellungshäusern Deutschlands verdankt der Bau hauptsächlich der wunderbaren Gliederung des Obergeschosses, dessen Ausstellungssäle in bezug auf Licht, Proportion und Ablauf noch heute als ideal gelten.

Die Umbau- und Erweiterungsmassnahmen, die 1990 begonnen und 1991 abgeschlossen wurden, waren aus mehreren Gründen erforderlich geworden. Die Aussenhaut des gesamten Gebäudes, das sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befand, musste - in Absprache mit dem Landesdenkmalamt - renoviert werden.

Im Inneren waren neue technische Anforderungen in bezug auf Beleuchtung, Klimatisierung und Abdunkelung der Säle gegeben. Für Bibliothek, Küche, Kataloglager und Verwaltung mussten neue Räume durch Umbau geschaffen werden. Organisatorische Mängel im Eingangs- und Foyerbereich wurden behoben und zusätzliche Flächen für die Verwaltung durch eine "Erweiterung nach Innen", d.h. durch eine Überdachung des bis dahin offenen Lichthofes geschaffen. Dieser "neue" Hof, der bisher für Besucher nicht einsehbar und zugänglich war, da das Foyer in den 60er Jahren hier geschlossen wurde, ist der grösste bauliche Eingriff der gesamten Massnahme.

Ein flachgeneigtes Glasdach belichtet zwei übereinander liegende, versetzte Emporen, die mit dem Erdgeschoss durch eine Stahl-Wendeltreppe mit Holzstufen verbunden sind. Dieser Lichthof und das umgebaute Foyer wurden räumlich durch ein grosses, verglastes Raumfenster verbunden, vor dem die neue Kassentheke steht.

Der nach Umbauen in den 60er Jahren etwas düstere und verbaute Eingangsbereich wirkt jetzt grosszügiger und heller und ermöglicht interessante Durch- und Einblicke in den Lichthof, das dahinterliegende Kataloglager sowie auf die Arbeitsemporen, die viel Tageslicht bis zum Foyer durchlassen.

Die Emporen und die Dachkonstruktion, die im Lichthof auf leichten Konsolen und mit seitlichem Abstand zu den verputztenWänden liegen, scheinen in diesem Raum zu schweben.

Alle tragenden Teile, die Geländer und die Treppenkonstruktion sind aus platingrau gestrichenem Stahl. Die Kasetten der Decken, sowie die Ummantelung der Treppe bestehen aus Lochblech. Alle Böden im Lichthof, im Erd- und Obergeschoss sind mit steingrauem, nicht reflektierendem Linoleum belegt. Alle Umbaumassnahmen die in diesem schlichten und einfache, dennoch monumentalen und edlen Bau durchgeführt wurden, sind gekennzeichnet sowohl durch formale Zurückhaltung als auch durch angemessene Akzentuierung des baulichen Eigriffs.