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Oertel + Biehler Architekten

Ideewettbewerb "Karlsruhe - Südost - Gottesaue"

Auslober
Stadt Karlsruhe
82 abgegebene Arbeiten

Auszeichnung
3. Preis

Auszug aus dem Protokoll des Preisgerichts:
Die Stadtvorstellung der Verfasser beruht auf einem Verständnis, das die Komplexität der vorhandenen Stadtstruktur zum wesentlichen Entwurfskriterium macht.

Die Analyse der speziellen Situation basiert nicht nur auf einer Fixierung des für Karlsruhe typischen Fächergrundrisses, sondern die Verfasser finden hier sehr viele differenzierte Strukturen. Deren Grössenordnung wurde aus dem Bereich der Durlacher Allee abgeleitet und dem Entwurfsprinzip zugrunde gelegt. Diese Haltung wird positiv beurteilt, da sie eine weiter entwickelbare Grundordnung innerhalb des Gebietes darstellt.

Dem Gottesauer Schloss mit seinem Umfeld wird innerhalb des Konzeptes eine wichtige Schlüsselaufgabe zugewiesen.

Das Parkkonzept basiert auf einer collagenartigen Sequenz geometrischer Felder, bei denen Schloss, Schlachthof, Jüdischer Friedhof und das Gaswerk die Bausteine darstellen. Mit diesem Konzept gelingt es in selbstverständlicher Weise, die heterogenen Elemente zu einer grossen Freiraumidee zu verknüpfen.

Die Zurückverlagerung der Wohnbebauung an der Lohfeldsiedlung gibt dem Gottesauer Schloss die Möglichkeit, aus der rückwertigen Lage ohne Achsverlängerung herauszukommen. Der in Ost-West-Ausdehnung zu entwickelnde Stadtpark ist im Endausbau groszügig und hat jeweils im Osten bzw. im Westen unterschiedliche Schwerpunkte.

Eine Schrittweise Verwirklichung des Gesamtkoneptes ist ohne Inanspruchnahme der Flächen des Bundesbahn-Ausbesserungswerkes möglich. Die Vorschläge für die Integration der Musikhochschule und des Areals Schlachthof und des Mendelsohnplatzes sind sehr überzeugend und verknüpfen den rückwärtigen Park in individueller Weise mit der Durlacher Allee. Die Problematik des Anschlusses an die Oststadt wird hierbei sehr qualifiziert gelöst.

Die Vorschläge für die Neubebauung auf dem Bundesbahngelände sind sehr überzeugend, ergeben eine städtische, direkte und eine eigene Quartiersidentität.

Die Verwendung und Integration einiger alter Bahngebäude und die Aufnahme der Richtung tradieren in selbstverständlicher Weise die alte Nutzung.

Die Berücksichtigung vorhandener wertvoller Vegetationsstrukturen im mittleren Bereich scheint weitgehend möglich.

Der Entwurf zeichnet sich aus ökonomischer Sicht durch ein wirtschaftliches Verhältnis von bebaubarer Fläche zu Frei- und Grünflächen aus. Die Arbeit bietet einen weit überdurchschnittlichen Flächenanteil für Wohn-bauland an. Der Investitionsaufwand für Infrastruktur liegt im Vergleich zu den übrigen Arbeiten weit unter dem Durchschnitt.