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pinkarchitektur

Jahrhunderthalle Bochum

Foto: Tomas Riehle (†) / artur images
Foto: Tomas Riehle (†) / artur images
Ort
Bochum
Gebäudekategorie
Theater, Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2003
Material Fassade
Glas
Architektenpreis
Deutscher Stahlbaupreis 2004
BDA „Auszeichnung Guter Bauten“ 2004 mit Westpark Bochum
Engere Wahl „Balthasar-Neumann-Preis“ 2004
Standort Bochum, Alleestraße
Bauherr LEG NRW GmbH
Nutzer Kultur Ruhr GmbH
Baubeginn 2002 | Fertigstellung 2003
Gebäudetyp Umnutzung der Jahrhunderthalle
Gebäudemaße155 m * 75 m, Höhe 26 m
BRI ca 180000 m³
BGF 18000 m²
Baukosten NGF Kosten (DIN 276)
ca 20,9 Mio
Bauwerk ca 25,3 Mio
Bühnentechnik ca 12 Mio
Energiekennwerte Differenziertes Energiemanagement
komb. Flächenheiz-/Kühlsystem mit Aktivierung des vorhandenen Sees über Wärmetauscher


Vom Stahlstandort zur Kulturstadt: Die Jahrhunderthalle - ehemals Gaskraftzentrale und Turbinenhalle - transformiert zum Veranstaltungsort für anspruchsvolle Kulturproduktionen und erweckt Bochums Westpark zu neuem städtischen Leben.

Der Entwurfsansatz, die stützenfrei überspannten Flächen des Denkmals sowie die innere Anmutung der Industriearchitektur zu erhalten, führte zur differenzierten statischen Ertüchtigung der alten Hallenkonstruktionen. Bemessung der Lastreserven im Bestand und Ergänzung durch neue Architekturen bilden Trageinheiten verknüpfter Kräfte.

Die Hüllensubstanz - massives Mauerwerk und einfach industrieverglaste Stahlkonstruktion - konnte bei der Entwicklung eines energetischen Konzeptes nur bedingt herangezogen werden. Denkmalschutz, Kosten- und Gewichtsgründe begründen die weitgehend unveränderte Bestandsfassade. An der Südostseite der Jahrhunderthalle bildet ein gläserner Baukörper als Foyer eine neue zusätzliche Fassadenebene. Elementiert bilden neun identische Fassadenabschnitte eine ca 90 Meter langen Baukörper, der durch eingespannte Stahlportale Rhythmus und Struktur erhält.

Die Revitalisierung der Jahrhunderthalle bereinigt die Großform von kleinteiligen Anbauten und fügt zwei neue lineare Baukörper hinzu, die die spezifische Infrastrukturen einer Montagehalle für Kunst tragen. Im Gebäudeinneren fließt der Raum. Die großen, nicht unterteilten Volumina machen das Potential des Hallenensembles aus.

Das energetische Konzept realisiert den Spielbetrieb im Sommer und bereitet konstruktiv alle Erfordernisse des winterlichen Wärmeschutzes vor. Hierbei steht ein Schichtlüftungssystem dem Prinzip von Inversionswetterlagen folgend und ein kombiniertes Flächenheiz-Kühlsystem in der Bodenplatte im technischen Zentrum.