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pinkarchitektur

Familienzentrum Oberkassel

Foto: Max Hampel, Düsseldorf
Foto: Max Hampel, Düsseldorf
Ort
Düsseldorf
Gebäudekategorie
Kirchen, Klöster, Moscheen, Synagogen
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2014
Material Fassade
Putz
Architektenpreis
Wüstenrot Preis 2016
Neues Leben in der Kirche

Ein spannendes Beispiel für eine nachhaltige und angemessene Umnutzung ehemals sakraler Räume entsteht derzeit in Düsseldorf-Oberkassel. Die „Christus König“ Kirche stellt ein bedeutendes Zeugnis moderner Architektur der 1920er Jahre dar und wurde 1987 unter Denkmalschutz gestellt.
Dieses Bauwerk wird zum Jahreswechsel 2012/13 durch den Einzug einer 6-zügigen Kindertageseinrichtung und eines Familienzentrums neu belebt!

Die Umbaumaßnahme orientiert sich an der hohen ästhetischen, emotionalen und historischen Qualität des Denkmals und dem bedeutsamen Identifikationswert des Kirchenbaus für das Stadtviertel.
Die äußere Gestalt des 1929 von dem Architekten Franz Schneider errichteten Gotteshauses zeichnet sich durch große Reduziertheit aus.
Ein längsrechteckiger Baukörper wird von abgestuften Giebelscheiben eingefasst. Seine Höhenstaffelung erinnert an eine Basilika.
Der Entwurf des Architekten Thomas Pink greift die Erhabenheit des ursprünglich sakralen Gebäudes auf und überführt sie auf behutsame Weise in eine neue Nutzung im 21. Jahrhundert.
Der die Längsfassaden prägende Rhythmus zwischen geschlossenen Wandflächen und senkrechten Fensterbändern wird im Nordost beibehalten.
Nach Südwesten wird der stützenlose Innenraum geöffnet. In die neue Fassade werden die historischen Buntglasfenster an gleicher Stelle integriert.

Ein sich nach Südwesten öffnender Quader wird zwischen die Giebelwände geschoben und ruht auf der Fortsetzung des Klinkersockels.
Dieser neue Baukörper ersetzt die verschiedensten Anbauten. Über seine beiden Ebenen erhalten die Kinder einen direkten Zugang in den neu gestalteten, Garten.
Die Innenraumgestaltung respektiert das Denkmal: Der Erhalt der historischen Buntglasfenster, des Triumphbogens am Chorhaus, der Konchen und der farbig gestalteten, historischen Decke prägen auch weiterhin die Einzigartigkeit des Raumerlebnisses.
Die bauliche Umsetzung des Architektenentwurfs macht (Gruppen-) Räume von ganz individuellem Charakter erlebbar. Es bietet den Kindern vielfältigste Raumeindrücke und selbstschöpferische Möglichkeiten das Gebäude mit Leben zu erfüllen.
Die Konzeption der Kindertagesstätte entspricht den neuesten Düsseldorfer Standards. Gruppen mit Kindern von 0 bis 3 Jahren, sowie Einrichtungen für Kinder mit körperlichen Behinderungen sind ebenso vorgesehen wie die Bildung einer Inklusionsgruppe.
Die vorhandenen Gemeinderäume im Gartengeschoss gelegen, werden zum Mehrzweckraum mit direktem Zugang zum Garten. Sie nehmen auch das Familienzentrum auf.
Ein separater Zugang ermöglicht eine Nutzung auch in den Abendstunden und an Wochenenden. Die Gemeinschaftsräume, insbesondere der große Saal kann für Familienfeste und andere Aktivitäten wie z.B.
Gymnastikgruppen genutzt werden. Die moderne Küche auf gleicher Ebene gelegen, steht nicht nur der Kindertages-stätte, sondern auch den übrigen Nutzern zur Verfügung.
Auch die Katholische Kirchengemeinde St. Antonius freut sich über die sinnvolle neue Nutzung des vor einem Jahr veräußerten Kirchengebäudes.
Dechant Dederichs sieht das inzwischen profanierte Kirchengebäude bei dem Investor Peter Thunnissen in guten Händen und hofft ebenso wie die Mitarbeiter und Eltern des in die Jahre gekommenen Kindergartens am Pastor-Busch-Weg, dass möglichst bald mit den Bauarbeiten begonnen werden kann.
Im Hinblick auf die neue Nutzung zitierte Dechant Dederichs das Neue Testament mit den Worten: „Lasset die Kinder zu mir kommen.“