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REICHEL SCHLAIER ARCHITEKTEN

Neubau Neuapostolische Kirche Überlingen

Brigida González
Brigida González
Ort
Überlingen
Gebäudekategorie
Kirchen, Klöster, Moscheen, Synagogen
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2018
Überlingen

ENTWURF & PLANUNG
Reichel Schlaier Architekten mit Sebastian Wockenfuss
BAULEITUNG
Architekturlokal, Ravensburg
BAUHERR
Neuapostolische Kirche Süddeutschland K.d.ö.R.
BGF
600 m2
BRI
3.000 m3
LPH
1-9


Zwischen Stadt und Landschaft

Der Kirchenneubau für die Überlinger Gemeinde der Neuapostolischen Kirche war notwendig geworden, da der Standard des alten Gebäudes nicht mehr heutigen Anforderungen entsprach. Der Neubau liegt nun am Stadtrand. Das Gebäude wendet sich der Stadt zu, führt den Besucher aber gleichzeitig zur offenen Landschaft und vermittelt dadurch zwischen beiden Seiten.
Durch seine eigenständige Form ist das Haus klar als Gebäude übergeordneter Nutzung erkennbar: Ein Fassadenband umspielt den erhöhten Baukörper mit seinem Kirchensaal und den angegliederten Mehrzweckräumen und schließt auch den flachen Baukörper mit Nebenräumen in die Skulptur ein.

Man betritt das Haus von einem Vorplatz über ein helles Foyer, das zum einen alle Bereiche des Hauses erschließt und zum anderen als Treffpunkt, als Ort des Austauschs dient und für Veranstaltungen über mobile Trennwände mit den Mehrzweckräumen verbunden werden kann. Im Foyer angekommen, lenkt eine großzügige Verglasung den Blick zum angrenzenden Bachlauf und die dahinterliegenden Wiesen. Der sich hier anschließende Außenbereich kann ebenfalls für Veranstaltungen genutzt werden.
Vom Eingang aus gelangt man auf direktem Wege zum Kirchensaal und blickt beim Betreten auf den aus Stein gefertigten Altar. Der Grundton des Raumes ist hell und freundlich. Teile der Dachfläche wurden im Kirchenraum mit einem Oberlicht von der Außenwand abgelöst, wodurch die darunterliegenden Wandflächen in ein angenehmes Licht getaucht werden.
Vertikale, feststehende Lamellen in der Fassade sind durch transluzente Glasstreifen miteinander verbunden. Die Fassade oberhalb dieses Lichtbandes ist leicht nach außen geschwenkt und wird auf der Nordseite in die Geometrie des umschließenden Bandes zurückgeführt. Im Innenraum entsteht so eine schmale Empore, die Platz für die Orgel bietet. Der Organist an deren Stirnseite verfügt über eine gute Sichtverbindung zu Orchester und Chor.

Das gemeinsame Dach der Mehrzweckräume und des Kirchensaals wurde aus zwei unterschiedlichen Dachneigungen zusammengesetzt, und bildet an der Altarrückwand den Hochpunkt. Diese Räume lassen sich sowohl untereinander als auch zum Foyer hin öffnen und bieten Platz für Veranstaltungen unterschiedlichster Größe.
Der Kirchensaal zeigt sich nach außen als besonderer, zentraler Raum im Gebäudeensemble, ablesbar durch die steilere Dachneigung und das Element der Lichtlamellen. Nach innen hebt er sich durch sein schönes, indirektes Licht und die auch innen ablesbare Geometrie des Baukörpers hervor.

Die das Haus umschließende Außenwand ist mit anthrazitfarbenen Zementschindeln verkleidet, die das Gebäude von der angrenzenden Wohnbebauung abheben.
Das Inneren des Kirchenneubaus ist im Kontrast hierzu durch helle, warme Materialen geprägt: Die Wandflächen sind mit weißem Lehm verputzt, der Boden ist ein geglätteter Zementestrich. Die Kirchenmöbel wurden größtenteils aus kanadischem Ahornholz gefertigt. Der Kirchenraum selbst wird durch einen schlichten Altar aus gebürstetem Jurakalkstein und ein großes Messingkreuz geprägt.

Freiraumgestaltung
Die Gestaltung der Außenflächen vollzieht die Lage am Übergang zwischen Stadt und Landschaft auf einfache Weise nach. In Richtung der freien Landschaft sieht der Entwurf Grünflächen mit Laubbäumen,
wie Südbuche und Ölweiden, vor. Die Grünflächen in Nachbarschaft zu der angrenzenden Bebauung und dem Straßenraum werden als Rasenflächen gepflegt.