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Rohdecan

B5 – ERC Experimental Research Center Berlin-Buch

Foto: Werner Huthmacher
Foto: Werner Huthmacher
Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Labor- / Forschungsgebäude
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Glas
BAUHERR
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin

PROGRAMM
Biomedizinische und chemische Labore, Vorb. für MR-PET, Büros, Kommunikationsräume

GBK 16.200.000 € brutto
BGF 6.100 qm

LEISTUNG
1. Preis Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Auswahlverfahren
Lph 2-9 HOAI

mit Rehwaldt Landschaftsarchitekten

2009-2012

Mit dem Neubau des Experimental Research Center (ERC) wird im nördlichen Campusbereich ein zweiter repräsentativer Eingang etabliert. Der hier gebaute neue Platz nimmt Hauptachsen des Campus Berlin-Buch und der benachbarten Helioskliniken geometrisch auf und bildet eine neue Adresse an der Schnittstelle zwischen Heilung und Forschung sowie Campus und Öffentlichkeit aus.

Auf dem dreieckigen Baufeld behauptet sich das ERC selbstbewusst als unregelmäßig polygonaler Baukörper. Gleichzeitig kann es als Schlussstein gelesen werden, der den Campus vervollständigt und zwischen den verschiedenen städtebaulichen Richtungen vermittelt. Durch bauliche Überhöhung und Knickung des Volumens wird der Eingang angezeigt. Die großzügige Öffnung des Eingangsbereichs setzt sich im Inneren in Form des Atriums fort.

Das benachbarte MRT und das Oskar-und-Cécilie-Vogthaus von 1929 mit Ihren weißen Fassaden gaben den Anstoß für die Wahl der Fassadenfarbe. Beim ERC wurde die Fassade mit weißen Glastafeln verkleidet, deren Bedruckung das menschliche Genom bezeichnen. Aus der Distanz werden die Tafeln in drei Schattierungen von weiß wahrgenommen. Die bei Laborbauten typische Bandfassade wurde hier unregelmäßig unterbrochen und über das gesamte Gebäude gezogen, um dessen kristalline Körperhaftigkeit zu betonen.

Bei der Organisation des Raumprogramms wurde besonderer Wert auf die Schaffung von differenzierten Kommunikationsbereichen für den interdisziplinären Informationsaustausch als Ergänzung zu den konzentrierten Laborwelten gelegt. Das Gebäude wird durch das über die gesamte Gebäudehöhe reichende Atrium zentriert, hier treffen alle Funktionsbereiche aufeinander. Großzügige Freitreppen bilden die vertikale Haupterschließung. Vom Atrium aus sind alle Laborbereiche der Geschosse direkt zugänglich. An der Schnittstelle der meistbegangenen Wege befinden sich im Inneren des Atriums offene Cafébars, die zu informeller Kommunikation einladen. Seitlich flankieren Büroraume das Atrium, straßenseitig grenzen gläserne Besprechungsräume an, die sich durch ihre Lage etwas von den inneren Bewegungsströmen zurück ziehen. Die räumliche Inszenierung prädestiniert das Atrium zudem für Veranstaltungen.

Aufgrund immer kürzer werdender technischer Innovationszyklen und sich häufig ändernder Forschungsaufgaben bietet das ERC neue Lösungen zur Flexibilität an. Die vertikale technische Erschließung erfolgt über große Zentralschächte mit Reservequerschnitten. Die horizontale Leitungsführung erfolgt in den Ebenen durchgängig in offener Installation unter Decke. Dadurch kann einfach geändert und nachinstalliert werden. An der Schnittstelle zwischen Labor und Büro können Nutzungen hin und her geschaltet werden. In den Laboren kommt ein erstmals in Deutschland eingesetztes innovatives Labormöbelsystem zum Einsatz. Das speziell für dieses Gebäude entwickelte Ständersystem zeichnet sich dadurch aus, dass Anpassungen mit geringem Aufwand möglich sind. Durch Elementierung erlaubt das System zudem die einfache Einrichtung von Trennwänden und Bürocubicals im Labor.