Zurück zum Profil
Rüthnick Architekten

Besucherzentrum Am Neuen Palais, Potsdam

Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

Projektaufgabe       
Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudes zu einem modernen Besucherzentrum in Sanssouci Potsdam mit Information, Ticketverkauf, Museumsshop, Museumswerkstatt und Serviceeinrichtungen

Bauherr
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)

Wettbewerb
Zuschlag, Verhandlungsverfahren 2010

Realisierung
2011 – 2013

Leistung
LP 4-9, Teile von 2-3

BGF
1.650 m²

BRI
7.295 m³

Baukosten
5,63 €

Projektbeschreibung
Südwestlich des Neuen Palais im Potsdamer Park Sanssouci wurde das ehemalige Wachgebäude von Carl von Gontard aus dem Jahr 1768/69 zu einer modernen Besuchereinrichtung mit Aufenthalts- und Informationsräumen, Kassen, Museumsshop und Gastronomie umgebaut. Diese Baumaßnahme ist Teil eines Sonderinvestitionsprogramms für die Preußischen Schlösser und Gärten, die im Rahmen eines Masterplans im Sommer 2009 mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg festgelegt wurden.
Der denkmalgeschützte Gontardbau wurde durch wiederholte Umnutzungen im Laufe der Jahrzehnte mit Um- und Anbauten erweitert. Die Aufgabe diesen Bau zu einem zentralen Anlaufpunkt für Parkbesucher umzubauen, umfasste Maßnahmen wie den teilweisen Rückbau der Anbauten, die Konservierung historischer Raumfassungen, Fassadensanierung und die Restaurierung der Fenster sowie historischer Wand- und Fenstervertäfelungen. Dabei war das Bauwerk unter höchstmöglicher Substanzschonung und unter der Einhaltung denkmalverträglicher Sanierungsverfahren herzurichten.

Durch das Hinzufügen eines Baukörpers zwischen dem Gontardschen Wachgebäude und dem westlichen Anbau des ehemaligen Kaiserlichen Baubüros, entstand ein neuer, nach Süden orientierter Eingangspavillon. Dieser bildet das Foyer des Besucherzentrums und ist Verbindungsglied zwischen dem zentralen Besucherbereich und den Servicebereichen im ehemaligen Kaiserlichen Baubüro.
Der knapp acht Meter breite Pavillon ist in seiner Größe und Materialität aus Stahl und Glas bewusst zurückhaltend gestaltet worden und fügt sich behutsam in das historische Ensemble ein.
Der ehemals offene Innenhof des Gontardbaus wurde mit einer frei tragenden Stahlkonstruktion mit umlaufendem Lichtband überdacht. Die dadurch entstandene 270 m² große Halle bietet Platz für den Empfang von Reisegruppen, den Ticketverkauf und den Museumsshop. Die angrenzenden Räume im Erdgeschoss beherbergen unter anderem eine „Wissenskammer“ in der den Besuchern mit Terminals individuell der Zugang zu den umfangreichen digitalen Informationen zu Geschichte, Park und Gebäuden möglich ist.