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Rüthnick Architekten

Gedenkstätte "Wald der Erinnerung"

Gebäudekategorie
Dokumentationszentren, Gedenkstätten
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2014
Standort
Henning-von-Tresckow-Kaserne
Werderscher Damm 21
14548 Schwielowsee

Projektaufgabe
Errichtung einer Gedenkstätte für in Ausübung ihres Dienstes verstorbene Bundeswehrangehörige, Wiederrichtung von Teilen der Ehrenhaine aus den Auslandseinsatzgebieten der Bundeswehr

Bauherr
Bundesministerium der Verteidigung
vertreten durch den
Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

Architekten
Elisabeth Rüthnick, Malte Looff

Team
Peter Bruns, Evelyn Petry, Ljudmila Martens

Planungsbeginn
August 2013

Realisierung
März bis November 2014

Leistung
LP 1-9

BGF
125 m²

BRI
78 m³

Projektbeschreibung
Der „Wald der Erinnerung“ ist eine Gedenkstätte für alle im Dienst oder Einsatz verstorbenen Angehörigen der Bundeswehr. Eingebettet in den natürlichen Landschaftsraum im nord-westlichen Teil der Henning-von-Tresckow Kaserne (HTK) in Potsdam-Schwielowsee, liegt die Gedenkstätte auf einem 4.500 Quadratmeter großen Areal.
Rüthnick Architekten entwickelte das architektonische und landschaftsplanerische Konzept für die Gedenkstätte. Zentrales Element ist der „Weg der Erinnerung“. Dieser Weg führt die Besucher vom Zugang durch das Empfangsgebäude bis zum räumlichen Abschluss der Gedenkstätte, dem „Ort der Stille“. Rechts und links des Weges sind sieben Ehrenhaine aus ehemaligen Auslandseinsatzgebieten in Waldlichtungen eingebettet.
Neben dem gewählten Standort in einem stark bewaldeten Areal, war der Wunsch des Auftraggebers nach einem Ort für die persönliche Trauer der Hinterbliebenen wesentlicher Einflussfaktor für den Entwurf. Darüber hinaus galt es die zurückgeführten Ehrenhaine unter möglichst hohem Wiedererkennungswert in die Gedenkstätte einzufügen.
Die Ehrenhaine wurden von Soldaten in Gedenken an verstorbene Kameraden in den ausländischen Feldlagern erbaut. Nach Beendigung der Einsätze wurden die Ehrenhaine in die HTK überführt und innerhalb der Gedenkstätte weitestgehend originalgetreu wiedererrichtet.
Die Verwendung eines erdfarbenen Ziegelsteins als einheitliches Material bildet den gestalterischen Rahmen des Gedenkortes. Dieses unterstreicht die Verbindung aller Elemente der Gedenkstätte zu einem gemeinsamen Ganzen. Mit der Wahl des Materials wurde auch Rücksicht auf die heterogene Beschaffenheit der einzelnen Ehrenhaine genommen. Ziegelstein als naturbelassenes, regionaltypisches Material unterstützt ein geschlossenes Erscheinungsbild. Er verleiht der Gedenkstätte einen monolithischen Charakter und fügt diese dezent in die bestehende Topographie ein.
Der Entwurf für den „Wald der Erinnerung“ berücksichtigt die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Hinterbliebenen und schafft einen Ort für die persönliche Rückbesinnung, Stille, Erinnerung und Trauer.