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Sacker Architekten

Quartier Hoch Vier Mannheim

Städtebau
Der Entwurf übernimmt die volumetrischen Vorgaben des städtebaulichen Rahmenplans und interpretiert die beiden Baukörper als formale Einheit. Diese formale Einheit der verschiedenen Nutzungen wird über Analogien in der Fassadengestaltung formuliert.
Die Adressbildung des Quartiers erfolgt in prominenter Lage an der Kreuzung John-Deere-Straße / Planstraße 1 durch einen städtebaulichen Hochpunkt. Die Lobby des Turms orientiert sich zur Kreuzung; der gemeinsame Hof erschließt alle weiteren Gebäudeteile der Bebauung.

Bürogebäude
Die Fassade aus elementierten Betonfertigteilen verleiht dem Gebäude einen wertigen, städtischen Charakter. Die geschlossenen Bereiche der Fassade bilden ein wirtschaftliches Tragsystem mit einer durchgängigen Lastabtragung bis in die Tiefgarage. Die Ausführung als tragende Fassade in jedem zweiten Rasterfeld reduziert die Stützenanzahl im Gebäudeinneren und ermöglicht größtmögliche Flexibilität im Innenausbau.
In der Fassade wechseln sich flächenbündige und schräg gesetzte Elemente ab, so entsteht eine identitätsstiftende, belebte Fassade mit interessantem Schattenspiel. Die schrägen Elemente fassen zusätzlich jeweils zwei Glasfelder zusammen und ermöglichen sowohl eine horizontale wie auch eine vertikale Lesart der Fassade. Aus den schräggestellten Fertigteilen entwickeln sich geknickte Glaskörper, die das strenge Fassadenraster durchbrechen. Sie sind ein Zitat der Fensterlaibungen des Wohnhauses.
Die interne Erschließung des Bürogebäudes erfolgt über insgesamt vier Treppenkerne. Die Erschließung des Hochhauses ist als innenliegendes Sicherheitstreppenhaus konzipiert. Bis zu zwei Büroeinheiten werden von einem Treppenhaus erschlossen. Die Kerne sind so positioniert, dass die Büroeinheiten beliebig zusammen geschaltet werden können. Die Anzahl der Kerne entspricht einer möglichen Einteilung in Bauabschnitte, deren jeweilige Größe flexibel bestimmt werden kann. Dem Gebäude liegt ein klares Raster mit einem Achsmaß von 1,35 m zu Grunde. Jedes Achsfeld besitzt einen öffenbaren Fensterflügel, womit eine maximale Flexibilität für spätere Nutzer gewährleistet wird.

Variante Hotel
Die Flexibilität des Bürobaus ermöglicht es, das Raumprogramm für eine Hotelnutzung im Turm unterzubringen. Die Hotelvorfahrt liegt im Innenhof. Die räumliche Verknüpfung von Restaurant und Lobby ermöglicht den Zugang und die Adressbildung des Hotels vom Hof wie auch von der John-Deere-Straße.

Wohnhaus
Die Erschließung des Wohnhauses erfolgt über drei Treppenkerne, die jeweils zwei bis fünf Wohnungen bedienen. Alle Zimmer sind zum Innenhof hin orientiert, während alle Wohn- und Essbereiche nach Süden und Westen ausgerichtet sind. Die geschützten Loggien liegen nicht nebeneinander und bieten so größtmögliche Privatheit. Alle Wohnungen besitzen eine Abstellmöglichkeit. Die größeren Wohnungen haben Tageslichtbäder.
Die Keller-, Fahrrad- und Müllräume befinden sich in einem Zwischengeschoss oberhalb der Tiefgarage. Das Zwischengeschoss hebt die Wohnungen im Erdgeschoss zusätzlich über das Kopfniveau der Passanten und verleiht dem Gebäude den Charakter eines innerstädtischen Wohnhauses.
In den Ansichten fassen filigrane Rahmenelemente jeweils eine Loggia und ein Fenster zusammen und geben der Fassade ein subtiles Schattenspiel. Durch versetzte Putz- und Paneelflächen werden die vertikalen Linien gebrochen und eine horizontale Schichtung erzeugt.

Freiraumkonzept
Durch die städtebaulichen Rahmenbedingungen entsteht ein geschützter Innenhof, dessen Gestaltung im Rahmen des Wettbewerbs die umgebenden baulichen Nutzungen abbildet. Ein zentrales „Rasenparterre“ ist multifunktional nutzbar, bildet durch die Baumreihe aber auch einen Puffer zu den südlich angrenzenden Wohnbauflächen und schirmt deren Zugangsbereiche ab. Das Wohngebäude nutzt das abfallende Gelände und liegt nach Süden und Osten auf einem leicht erhabenen grünen Sockel, der die Privatheit der Gärten sicherstellt.
Die Zugangsbereiche zu den Bürogebäuden sind platzartig verbreitert und verbinden über eine großzügige, barrierefreie Pasarelle den neuen Platz bei den historischen Bahnbetriebsgebäuden mit dem Straßenbahnhaltepunkt an der Kreuzung John-Deere-Straße / Lindenhofstraße. Ebenfalls zu dieser Kreuzung orientiert sich der Eingang des Hochhauses; der großzügige Vorbereich gewährleistet eine hervorragende Adressbildung.

Energie
Die kompakte Bauweise der Gebäude mit den vertikal geschichteten Geschossen und übereinander liegenden Bädern und Freibereichen bieten ideale Voraussetzungen für einen hohen energetischen Standard. Alle Gebäude verfügen über eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung.
Im Bürogebäude wird eine Betonkernaktivierung zur Kühlung der Räume vorgesehen. Die Abluft wird über eine abgehängte Decke in der Mittelzone angesaugt, die Zuluft als Quelllüftung über den Hohlraumboden eingebracht. Die horizontale Medienverteilung erfolgt ebenfalls über den Boden.
Die Dachflächen können mit einer Doppelnutzung aus flachgeneigten Photovoltaikelementen und Gründach belegt werden.