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scape Landschaftsarchitekten

UN-Campus Bonn

Fünfzig Jahre lang, von 1949 bis 1999 war Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland. Nach der Wiedervereinigung Ost- und Westdeutschlands zog die Regierung nach Berlin um, für das ehemalige Regierungsviertel musste eine das Aufgabe gefunden werden. Schon bald siedelte sich das UN – Klimasekretariat, internationale Firmen, und Medienunternehmen im ehemaligen Regierungsviertel an; seitdem wandelt sich der Stadtteil unter dem neuen Namen „UN-Campus“  zu einem international geprägten Dienstleitungs- und Kongressstandort.

Trotz der geschichtlichen Bedeutung wird der Stadtraum seiner neuen Aufgabe noch nicht gerecht, es gibt weder attraktive Wegverbindungen noch Aufenthaltsbereiche, die hochwertige Architektur steht oftmals ohne verbindende Elemente beziehungslos nebeneinander. Am UN-Campus wird bislang die Chance vertan, mit Hilfe der öffentlichen Räume eine attraktive Adresse mit Strahlkraft auf auswärtige Besucher zu schaffen.

Deshalb hat die Stadt Bonn Ende 2007 einen Wettbewerb zur Gestaltung der Straßen und Freiräume   ausgelobt, aus dem das Büro scape Landschaftsarchitekten als Sieger hervorgegangen ist.

Mit der Neugestaltung der öffentlichen Räume soll das Gebiet zu einem hochwertigen Standort mit eigener, unverwechselbarer Identität entwickelt werden. Die verschiedenen baulichen Strukturen werden durch eine prägnante Gestaltung der Freiräume miteinander verbunden und in Wert gesetzt. Dabei baut der Entwurf auf den vorhandenen landschaftlichen, architektonischen und geschichtlichen Qualitäten des Ortes auf.

Es entsteht eine Sequenz von Plätzen, Promenaden und gestalteten Straßenräumen. Eingangsplätze leiten den Besucher in den Campus. Anstelle von breiten Straßen entstehen attraktive Promenaden, die eine Verbindung zum Rheinufer, dem benachbarten Museumsviertel und der Bonner Innenstadt herstellen. An den Schnittpunkten der Achsen werden attraktive Plätze und Pocket-Parks ausgebildet. Die unterschiedlichen Räume erhalten ein gemeinsames „coperate design“ - Bänke, Fahrradständer, Buswartehallen, die Leuchten und das Pflaster wurden eigens für das Projekt entwickelt.

Heussallee
Die Heussallee bildet das Eingangstor zum UN-Campus. Damit Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer die Allee gleichberechtigt als  Zugangsachse zum UN-Campus benutzen können werden mehrere Fahrspuren  zu einem attraktivem Fuß- und Radwegeboulevard umgebaut. Am Anfang und am Ende des Boulevards entstehen Plätze, weithin sichtbare Infostelen weisen auf Veranstaltungen hin.

Platz der Vereinten Nationen:
Die Heussallee mündet in den Platz der Vereinte Nationen. Im Zentrum des Platzes liegt eine „Intarsie“ aus großformatigen Betonplatten. Das Fugenbild der Platten bildet ein gekrümmtes Raster, es folgt den Meridianen und Breitengraden aus der Mercator-Weltkartenprojektion. Dadurch entsteht ein Raum, der an die weltpolitische Bedeutung der Vereinten Nationen erinnert und an das Motiv der UN-Flagge anknüpft. Eine skulpturale Bank und Blütenbäume (Baummagnolien) schaffen einen Aufenthaltsbereich im Zentrum des Platzes und machen ihn zu einem Ort der Kommunikation und des Austausches.

Kanzlergalerie:
Als ehemaliges Regierungsviertel ist das Areal mit einer Vielzahl von Bildern verbunden. An diese Bilder knüpft die Gestaltung des Wegs am ehemaligen Kanzleramt an: An attraktiven Punkten wird werden bedruckte Glasscheiben aufgestellt. Auf den Scheiben sollen halbtransparente Images aus der Geschichte der Bonner Republik gedruckt werden, der Ort wird so mit Bildern der Vergangenheit überlagert.