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scape Landschaftsarchitekten

Prinzenplatz Kamp-Lintfort

Der heutige Prinzenplatz war ein räumliches Fragment am Rande der Kamp-Lintforter Innenstadt im städtebaulich problematischen Übergang zwischen einer anbaufreien Ortsumgehung, einer 2-geschossigen Blockbebauung aus den 50er-Jahren, 6- bis 7-geschossigen Wohn- und Geschäftshäusern in Zeilen- und Terrassenbauweise aus den 80er-Jahren und eines freistehenden Verbraucher-Marktes. Aufgrund der extremen Heterogenität der architektonischen Ränder konnte nur ein Freiraum mit einer starken gestalterischen Geste im Zentrum die gewünschte stadträumliche Identität erreichen.

Stadtplatz
Durch starke Reduktion vorhandener Gehölze und Pflanzflächen konnte aus vier vorhandenen Platanen eine solitäre Insel als Mittelpunkt des Platzes gebildet werden. Sie hat einen ovalen Grundriss und ist durch eine breite Blockstufe aus dem umgebenden Platzniveau herausgehoben, so dass sie einen Ort für den kurzzeitigen Aufenthalt bietet, ohne den Platz zu verstellen, oder Sichtachsen zu versperren. Der eigentliche Platzraum wird geprägt durch seine großzügigen, steinernen Flächen. Klare orthogonale Formen sowie eine homogene Material- und Farbwahl bestimmen seine Atmosphäre. Streifen im Pflaster und die die Straße begleitenden Baumreihen leiten die Fußgänger weiter in die Einkaufsstraße im Süden.
Eine extra für diesen Ort entworfene Möblierung aus roten Buswarteunterständen und beleuchteten Sitzbänken mit hohem Wiedererkennungswert betonen die signifikanten Stellen des Platzes, so dass der gesamte Raum als stadtbildprägende Einheit wahrgenommen wird.
Die Gestaltung ist inspiriert durch die Geschichte Kamp-Lintfort als ehemaliger Bergbau Standort. Schwarze Steine und rotes Metall sowie Holz sind die verwendeten Materialen der Elemente.
Die gebogenen Bänke definieren das Zentrum des Platzes als öffentlichen Aufenthaltsbereich der Bewohner. Niemand sitz allein auf separierten Standardbänken sondern alle sitzen zusammen in der Mitte des Stadtzentrums. Da der Platz auch ein reges Nachtleben hat, wird die Bank von innen mit roten Licht beleuchtet, so dass ein warmer, glühender Eindruck entsteht.
Die sehr großzügig dimensionierte Bus Wartehalle folgt in der Gestaltung industriellen Fertigungsprozessen. Das massiv wirkende Dach gleicht einem gebogenes Stück Stahl, das zur Stabilisierung auf einen massiven Betonblock aufgelegt wurde. Zahlreiche Lichtfelder tauchen die Wartehalle in ein gleichmäßiges angenehmes Licht.

Stadttor
Die Baumpflanzungen am Stadteingang definieren die fehlende westliche Raumkante und leitet aus der Innenstadt in den grünen Stadtring. Besucher erreichen die Innenstadt durch einen parkähnlichen Bereich, ein grünes Stadttor, das den Ankommenden empfängt.

Allee-Tor
Der südliche Teilbereich setzt sich optisch durch eine andere Pflasterung ab und leitet über in dem "historischen" Teil der Innenstadt. Der Beginn der zentralen Einkaufsstraße wird durch ein Baumtor mit beleuchteten Sitzobjekten eindeutig markiert.

Der Prinzenplatz (ehemaliger KaHa-Vorplatz) ist eines der wichtigsten Projekte aus dem "Gestaltungskonzept Innenstadt Kamp-Lintfort". Auf Grundlage des Vorentwurfs wurde das Projekt im Dezember 2004 in das Förderprogramm "Stadtumbau West" des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen.

Freiraumplanung LP 1 - 5 und 8 zur Neugestaltung des Prinzenplatzes inklusive der angrenzenden Stadträume

Bauherr: Stadt Kamp-Lintfort; Bausumme: 1,85 Mio. €; Flächengröße: 8.400 qm; Fertigstellung: Mai 2007

Lichtplanung: licht • raum • stadt, Wuppertal
Projektleitung: Matthias Funk; Mitarbeit: Anna Hardenberg, Miriam Kühn, Sebastian Riesop, Corinna Scheele, Andrea Tofall, Jochen Westhauser