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Bürogebäude Sandtorkai, Hamburg

Ort
Hamburg
Gebäudekategorie
Büros, Banken
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2005
Material Fassade
Beton
Architektenpreis
BDA Architektur Preis Hamburg – 1. Rang
Das Bürogebäude am Sandtorkai befindet sich an der neuen, städtebaulich bedeutenden Verbindungsachse zwischen Hafen-City und Innenstadt, dem großen Grasbrook, der den Besucher direkt zum neuen Fährterminal führt. Es bildet den letzten bzw. ersten Baustein auf dem Polder am Sandtorkai, auf dem sich acht Neubauten als architektonische Schmuckstücke aufreihen.

Der Neubau bildet einen steinernen, massiven "Rücken" zur Speicherstadt und eine gläserne Fassade zum Wasser. Die Massivität dieser Nord- und Ostfassade wird unterstützt durch die gewählte Materialität: große, 12 cm starke, rot durchgefärbte Betonfertigteile. Die Fenster sitzen tief zurück, so dass die Massivität der Wände deutlich spürbar ist.

Die zweischalige Glasfassade auf der Süd- und Westseite ist wie vom Wind leicht gegenüber den horizontalen Geschossdecken verschoben. Die durchlaufende Materialität der Deckenplatten, die ebenfalls mit dem roten Beton bekleidet sind, hält das Gebäude als Ganzes zusammen.

Die oberen beiden Geschosse bilden einen Kopf aus, der sich verstärkt dem Hafenbecken und dem Geschehen im neuen Traditionshafen zuwendet.

Das Baufeld Nr. 8 muss die hochwassersichere Feuerwehrzufahrt für alle acht Baufelder auf dem Polder gewährleisten. Die Durchfahrt wird gleichzeitig Thema der Architektur. Um die Zugänge auf den Polder für die Öffentlichkeit großzügig und repräsentativ zu gestalten, sind zwei breite Treppenaufgänge vorgesehen.

Eine maßstäbliche Eingangshalle empfängt den Nutzer. Die Anordnung des Kerns erlaubt in den Geschossen verschiedene Raumqualitäten und eine vielfältige Ausgestaltung der Nutzflächen.

Im Unterschied zu den anderen sieben Bauten muss der letzte "Polderbau" nicht auskragen, sondern steht auf der Hafenseite fest auf dem Boden. Er bildet mit dem hier angeordneten Restaurant einen adäquaten Zielpunkt für den unteren Weg auf der Kaimauer. Das "Polderrestaurant" mit seiner hochwassersicheren Glasfassade an der Magellanterrasse hat ein attraktives Vorfeld am städtebaulich richtigen Ort und trägt somit zur Belebung des neuen Quartiers bei.

Das Fassadenkonzept basiert auf der konsequenten Unterstützung der ressourcenschonenden Energiekonzeption des Hauses. Die Gestaltung und die Funktion richten sich nach den klimatischen Bedingungen der Umgebung. Der Standort, die Ausrichtung des Gebäudes und die Speicherkapazität der Nord-Ost-Fassade ermöglichen ein sich selbst regulierendes Innenklima. Die Nord- und Ostseite des Bauwerks wurden als Lochfassade ausgebildet. Die massiven Wände besitzen ausreichend Speichermasse, um die Temperaturabsenkungen der Nacht aufzunehmen. Für die Süd- und Westseite wurde eine Doppelfassade entwickelt, die eine natürliche Fensterlüftung und einen außenliegenden Sonnenschutz auch bei erhöhten Windgeschwindigkeiten gewährleistet. Unterstützt wird dieses Konzept durch eine Bauteilkühlung, die bei Nacht die Speichermasse der Decken aktiviert.

Die städtebauliche Vorgabe, Bezug auf den roten Klinker der Speicherstadt zu nehmen, findet seine zeitgemäße Entsprechung in der Verwendung der großformatigen, durchgefärbten dreidimensionalen Betonelementen.

Die Deichlinie ist an der Süd- und Ostseite des Gebäudes angeordnet. Im Bereich des Restaurants verspringt sie nach Norden in das Gebäude hinein, um so die Öffnung der Gastronomie zum Hafen hin zu ermöglichen. Die Fassade des Restaurants erhielt eine druckwassersichere Verglasung.

Für die 510 qm großen Geschossflächen im Bankhaus Wölbern ist auf den Etagen eine Kombination aus Einzelbüros und Open-Space Arbeitsplätzen entwickelt worden. Nach Norden orientieren sich die Einzelbüros mit Blick auf die Speicherstadt, nach Süden der großzügige Open-Space Bereich mit Blick auf das Hafenbecken.