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Störmer Murphy and partners

Hauptverwaltung der Deutschen

Ort
Köln
Gebäudekategorie
Büros, Banken
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2005
Material Fassade
Glas
Aus dem Bestreben, auf die städtebaulich heterogene Struktur des Stadtteils Köln-Braunsfeld optimal reagieren zu können, ist die Idee entstanden, den Neubau der Erweiterung für die Hauptverwaltung der Deutschen Krankenversicherung (DKV) in drei Gebäudeteile zu gliedern.

Zwei, sich gegenüberliegende, Gebäuderiegel mit einer gegenläufigen, von 7 auf 5 Geschosse sich neigenden Attika, werden so angeordnet, dass der Besucher von der Scheidtweiler Straße, wie selbstverständlich, über einen Vorplatz in den Gebäudekomplex hineingeleitet wird. Die beiden Gebäuderiegel sind dabei durch Querriegel über 2-3 Geschosse miteinander verbunden, um eine funktionale und interne Wegeführung zu gewährleisten. Durch diese Zonierung entstehen drei großzügige Innenhöfe, welche die Aufenthaltsqualität und Orientierung im Gebäudekomplex steigern. Der Gebäudekomplex findet im Norden mit einem 14-geschossigen Büroturm ihren städtebaulichen Abschluss. Das Dach des Turmes beschreibt eine starke Geste, es ist als Dialog zwischen zwei Architekturepochen, der Neubau an der Scheidtweilerstr. und dem Stammhaus an der Aachener Straße. zu verstehen. Durch die unterschiedliche Geschossigkeit der einzelnen Gebäudeteile gelingt es, zwischen den verschiedenen Höhen der Umgebung zu vermitteln. Zudem entsteht durch die gegenläufige Staffelung der Gebäuderiegel in Nord-Süd Richtung ein spannungsreiches Spiel, welches durch die unterschiedliche Materialität noch weiter gesteigert wird. Wirkt der westliche Riegel durch seine steinerne Fassade und die klar konturierten Gebäudeecken eher hart und geschlossen, so wirkt der östliche Riegel mit seiner gläsernen Fassade und den abgerundeten Gebäudeecken weich und offen und verstärkt dadurch die einladende Geste der städtebaulichen Verschiebung. Der Büroturm, als vermittelndes Element, erhält seine geschuppte Fassade aus farbig eloxierten senkrechten Lüftungslammellen. Je nach Standpunkt des Betrachters ändert sich durch die Schuppung das Bild der Fassade. Der heterogenen Umgebung wird somit nicht nur durch die unterschiedlichen Höhen der Gebäude begegnet, sondern auch durch die unterschiedliche Gestaltung der Fassaden.Mit dem Hauptgebäude der DKV an der Aachener Straße ist der Neubau über einen Tunnel für Fußgänger und internen Warentransport verbunden. Zwischen den Magistralen, in einem der drei Höfe, befindet sich das Kasino. Durch das Glasdach der zwei Querriegel überspannt, entsteht hier ein heller, lichtdurchfluteter Raum, der zum Herzstück des Ensembles wird.

Im Zusammenspiel mit dem Neubau des Regent Hotels an der Ecke Scheidtweiler Straße/Melatengürtel bedeutet das Bauvorhaben der Erweiterung der Hauptverwaltung der DKV für Köln-Braunsfeld einen Anfang in einem städtebaulichen Erneuerungsprozess, der notwendig ist, um sich den Anforderungen eines wirtschaftlich erfolgreichen Standortes zu stellen.Der Neubau hatte unterschiedliche Maximen in seiner Ausgestaltung zu erfüllen. Dazu gehörte es, eine maximale Flexibilität auch bei einer späteren Umnutzung durch Einzelvermietung zu planen. So können die 7 Kerne, die von der zentralen Eingangshalle kontrolliert erreicht werden können, zugleich auch als jeweilige Adressen an den Magistralen gesehen werden.

Der Gedanke, das Thema Kunst in diesen Bereich der umläufigen Wegeführung zu integrieren, wurde konsequent umgesetzt; die Auswahl der 5 Künstler erfolgte durch einen kleinen Wettbewerb. So wurde in einer der Magistralen eine 50 m lange Arbeit von Hiroyuki Masuayama installiert, die eine Weltreise darstellt. Von Bogomir Ecker hängt eine große Arbeit “die 7 Sinne” unter dem Glasdach in der Kantine. Harald Fuchs, Andreas Kaufmann und Bettina Pousttchi haben jeweils eine DKV- Themenbezogene Arbeit installiert. Von Brigitte Kawane aus Wien wurde eine wunderbare Lichtinstallation im Verbindungstunnel realisiert.

Jan Störmer Partner
14.05.2007