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U-Bahnhof Sendlinger Tor

Wettbewerb
News
12.12.2013
Eingeladener Planungswettbewerb zur Modernisierung des U-Bahnhofs Sendlinger Tor

Auslober: Stadtwerke München GmbH – Unternehmensbereich Verkehr
Architektur: netzwerkarchitekten, Darmstadt
Abgabe: Dezember 2012
Ort: München
Aufgabe: Entwicklung eines schlüssigen Lichtkonzeptes in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Architektur im Rahmen eines nicht offenen, einphasigen Planungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren für Architekten und Lichtplaner.

Vorbild des Lichtes für den neuen U-Bahnhof Sendlinger Tor in München ist das modulierende Licht des Himmels.

Warm „gold-gelblich“ bis kalt „weiß-blau-violett“, hell, dunkel, diffus oder brillant sind Attribute, die der Himmel mit seinen veränderlichen Lichtverhältnissen vereint.

Ein bedeckter Himmel zeichnet eine gleichmäßige diffuse bis monotone Lichtstimmung. Sonnenstrahlen durchbrechen die Wolkenschicht – Differenzierung entsteht: Das brillante Licht eines wolkenlosen Himmels modelliert, klärt und strukturiert.

Die Lichtfarben ändern sich in manchmal vielschichtigen Abstufungen von sattem blau, blau-weiß-Färbungen bis hin zu rötlichen Tönungen.

Diese Abwechslung in den Lichtverhältnissen ist jedem Menschen urvertraut. Sie wirkt angenehm und anregend. Der erlebte Lichteindruck entsteht im Zusammenspiel der jeweils unterschiedlichen Ausprägungen von „Himmelszelt“ und „Wolkenschicht“.

Eine zweischichtige Metalldecke bildet „Himmelszelt“ und „Wolkenschicht“. Eine umlaufende Lichtfuge löst die „Wolkenschicht“ von der umlaufenden „Horizontlinie“ und unterstreicht ihren dynamisch-schwebenden Charakter.

Eine logische, basierend auf den jeweiligen Funktionsbereichen des Verkehrsbauwerks abgeleitete Interaktion, zwischen Raumzonen und der unmittelbar darüber liegenden Decke, definiert verbindlich und nachvollziehbar die zonalen Deckengradationen und das Licht im Raum!

Die „Wolkenschicht“ – eine Rasterlochung in der Unterdecke unterschiedlicher Größe und Dichte– „reißt“ über Raumzonen erhöhter Wichtigkeit oder Orientierungsbedarf auf und eröffnet punktuell einen großflächigeren Blick auf das „Himmelszelt“.

Hindurchtretende, direkte (Sonnen-) Lichtstrahlen aus Einbaudownlights unterschiedlicher Lichtart (brillant – diffus) und Lichtfarbe (warmweiß – neutralweiß) erhellen, betonen und strukturieren den darunterliegenden Raumbereich in sich und im Kontext zum umgebenden Gesamtraum.

Ein korrespondierender Lichtlayer im Hintergrund, aus im Zwischendeckenbereich platzierten indirekt strahlende LEDs, moduliert das „Himmelszelt“ in unterschiedlich abgestuften Helligkeiten und Farbtemperaturen im Bereich von warmweiß bis tageslichtweiß und macht die jeweilige Zone auch über eine größere Distanz im Raum an der Decke les- und erfahrbar.

Grundlegend werden dabei zwei Funktionsflächen mit Ihren jeweiligen Unterzonen und spezifischen Nutzungen folgendermaßen differenziert:

- Bewegungsflächen / Transiträume

Spezifische Nutzungen: Zugänge, Abgänge, Verbindungsgänge, Fahrtreppen, Treppen, Fahrstuhlzugänge, Fahrkartenautomaten, Laufwegänderungen/ Kreuzungen, Bahnsteigkanten

- Warte-/ Aufenthaltszonen

Spezifische Nutzungen: Shopfassaden, Shopzugänge, Infovitrinen, Sitzbänke, Infopoints, Gastronomie


In den Transiträumen ist die Lichtart grundsätzlich diffus und die Lichtfarbe 4000 Kelvin. Zonen erhöhter Aufmerksamkeit wie z.B. Treppen oder Laufwegänderungen/ Kreuzungen werden punktuell mit rotationssymmetrischen Deckeneinbaudownlights mit diffus-breitstrahlender Lichtverteilung und neutralweißer Lichtfarbe (4000 Kelvin) herausgearbeitet.

Dabei folgen Anordnung und Anzahl der Leuchten und die daraus resultierenden Zonen erhöhter Helligkeit wichtigen Bewegungsrichtungen und (Verkehrs-) Knotenpunkten – dies erleichtert die schnelle Orientierung.

Entlang der Bahnsteigkanten schafft ein Lichtband mit stabförmigen Leuchtstofflampen wirtschaftlich die nötigen Beleuchtungsstärken und Gleichmäßigkeiten.

Die  spezifischen Nutzungsbereiche der Warte- und Aufenthaltszonen erhalten ein brillantes, warmweißes Licht (2700 Kelvin) aus rotationssymmetrischen, engstrahlenden Deckeneinbaudownlights mit gutem Abschirmwinkel.

In Wechselwirkung mit der überwiegend diffusen Allgemeinbeleuchtung entstehen abgrenzende Lichtinseln die helfen, den Gesamtraum zu untergliedern.

Auf diesen Inseln „modelliert“ und strukturiert das Licht den Raum, darin befindliche Objekte und deren Materialoberflächen intensiver. Deutlichere Schattenbildung fördert räumliches Sehen. Abwechselnde, kontrastreichere Lichtbilder verringern Monotonie und steigern die Aufenthaltsqualität in den Warte- und Verweilzonen.

Entlang der Verkaufsräume im Sperrengeschoß ist dieses Beleuchtungsthema zugleich Adaptationszone und verbindendes Scharnier im Schwellenbereich der stark unterschiedlichen aber unmittelbar aneinandergrenzenden Nutzungs- und Beleuchtungszonen Transitraum – Shopfassade – Shopeingang-Verkaufsinnenraum.