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Stücheli Architekten

ETH Wohnsiedlung für Studierende

Living Science
Foto: Hannes Henz, Zürich
Foto: Hannes Henz, Zürich
Ort
Zürich
Gebäudekategorie
Geschosswohnungsbau
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2016
Material Fassade
Holz
Architektenpreis
best architects18
Mit der Fertigstellung der Wohnungen für Studierende auf dem ETH-Campus Hönggerberg wurde ein zentrales Ziel des «Masterplan Science City» (KCAP, 2007) erreicht. Erstmals in seiner über 50-jährigen Geschichte ist das Hochschulgelände rund um die Uhr belebt und damit zur «Stadt des Wissens» aufgewertet worden. Rund die Hälfte der insgesamt 900 Wohnungen ist im sogenannten HWW an der südwestlichsten Campus-Ecke untergebracht. Referenz für den kompakten Wohnkomplex mit Laubengängen und Lichthöfen war der Pariser Sozialwohnungsbau «Cité Ouvrière» von 1853. Mit einer Baumasse von rund 12 m3 / m2 hat das Projekt eine höhere Dichte als die Zürcher Altstadt. Von der Rendite über den Mietzins bis zu den Unterhalts- und Erneuerungskosten waren die wirtschaftlichen Eckdaten von Beginn an bis ins Detail vorgegeben. Die Bauaufgabe glich damit in vielen Belangen einer mathematischen Knacknuss, bei deren Lösung sich die Architekten zum Ziel gesetzt hatten, eine maximale soziale Raumqualität zu erlangen. Die Wohnsiedlung besteht aus vier von Ost nach West verlaufenden Zeilen, die jeweils zu zwei Wohnhäusern mit zentralem Erschliessungssystem gruppiert sind. Vom Campus zur offenen Landschaft nimmt die Dichte der sieben- und sechsgeschossigen Bauten ab und der Aussenraum entwickelt sich entlang einer Abfolge aus Wegen und Höfen vom lebendigen Treffpunkt zum halbprivaten Grünraum. Je nach Ausrichtung sind die Fassaden mit einstrahlungsoptimierten Bandfenstern versehen oder als sägeblattähnlicher Lärm- und Sichtschutz ausgebildet – jeder gestalterische Entscheid hat auch einen rein rationellen Hintergrund. Die unterschiedlichen Wohnungstypen basieren auf der immer gleichen Individualzelle, wovon jede über ein eigenes behindertengerechtes Bad verfügt und in eine Wohngemeinschaft oder zumindest Nachbarschaft eingegliedert ist. Trotz der Dichte ermöglicht das Gebäude Privatsphäre ohne Vereinzelung. Seit dem Bezug im Herbst 2016 sind alle Wohnungen kontinuierlich belegt.

Standort: Peter-Debye-Weg 13/15/17, ETH Hönggerberg,  8093 Zürich
Realisierung: September 2014 bis Juli 2016
Auftraggeberin: Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch den ETH-Rat
Bauherrschaft / Investorin: Luzerner Pensionskasse, Luzern
Auftragsart:  Gesamtleistungswettbewerb (zweistufg, 2012)
Gesamtinvestitionskosten (BKP 1-9): CHF 51.5 Mio.
Nachhaltigkeitsstandard: Minergie-P-Eco
Raumprogramm: 208 Wohnungen mit 404 Zimmern für Studierende (24 6er-Wohngemeinschaften, 77 2-Zimmerwohnungen, 106 1-Zimmerwohnungen), 1 Hauswartwohnung, 24 Ateliers Gesamtprojektleitung: Losinger Marazzi AG, Zürich
Architektur: Stücheli Architekten AG, Zürich
Betreiberin: MIBAG AG, Zürich
Tragwerksplanung: BG Ingenieure und Berater AG, Baar
Planung Holzbau: Josef Kolb AG, Romanshorn
HLKS-Planung: Balzer Ingenieure AG, Winterthur
Bauphysik / Nachhaltigkeit: Intep Integrale Planung GmbH, Zürich
Landschaftsarchitektur: Haag Landschaftsarchitektur, Zürich
Elektroplanung: Thomas Lüem Partner AG, Dietikon
Brandschutz: Gruner AG, Basel
Signaletik: Jonas Schoder, Cornelia Staffelbach, Zürich