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Feuerwehrhaus Kaarst-Büttgen

Stadt Kaarst
Fotografie Andreas Wiese, Düsseldorf
Fotografie Andreas Wiese, Düsseldorf
Ort
Kaarst
Gebäudekategorie
Behörden, Regierungsgebäude
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Metall
Das Grundstück für den Neubau des Feuerwehrhauses Büttgen liegt in nördlicher Ortsrandlage des Stadtteils Büttgen der Stadt Kaarst unmittelbar an der Kreuzung der Driescher Straße und der Landesstraße L 381. Das Gebäude stellt nach Fertigstellung eine städtebauliche Ergänzung zu den bestehenden Solitärgebäuden im Osten (Sporthalle) und Süden (Schwimmbad) dar.

Architektonisch gliedert sich das Pultdach-Bauvolumen in einen zweigeschossigen, kompakten Baukörper, wobei die Fahrzeughalle durch die geforderte Höhe formal eingeschossig ist. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche (Fahrzeughalle / Sozialbereich) sind durch einen Höhenversatz der Dachflächen zueinander ablesbar.

Auf der Westseite öffnet sich das Gebäude mit seinem Haupteingang zeichenhaft durch eine im Grundriss schräg gestellte großflächige Glasfassade. Die Schrägstellung resultiert aus der zuvor erwähnten, hier vorhandenen großkronigen Eiche.

Von diesem Eingang aus werden die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Feuerwehrhauses übersichtlich und auf kurzen Wegen erschlossen.

Im Erdgeschoß befinden sich die Umkleide-, Wasch-, Dusch- und WC-Bereiche für die Feuerwehrfrauen, Feuerwehrmänner und die Feuerwehrjugend. Die Funktionsabläufe sind hier streng nach dem Prinzip der Schwarz- / Weiß-Abläufe getrennt.

Von der Eingangshalle erreicht man auch die Fahrzeughalle (8 Fahrzeugstellplätze und eine Waschhalle), Werkstatt und Lager- bzw. verschiedene Funktionsräume sowie die Räume der Feuerwehrleitung und der Einsatzbesprechungsraum, die direkt seitlich an der Westseite an die Fahrzeughalle angegliedert sind.

Die Räume für den Aufenthalt und die Fort- bzw. Ausbildung im Obergeschoß werden ebenfalls direkt aus der Eingangshalle über eine Treppe erschlossen. Um ggf. einen barrierefreien Zugang des Obergeschosses nachträglich zu ermöglichen, ist ein entsprechender Aufzugsschacht im Bereich der Eingangshalle geplant worden.

Im Obergeschoß stellen die drei großen Räume (Florianstube, Besprechungsraum und Seminarraum) das multifunktionale Herzstück des Gebäudes dar. Durch die lineare Anordnung bzw. Kopplung der Räume hintereinander, können durch die geplanten mobilen Trennwände unterschiedliche Raumsituationen und Raumgrößen geschaffen werden. Zur Vervollständigung der Funktionsfähigkeit sind im Bereich der v. g. Räume eine Küche mit Nebenräumen und WC-Anlagen geplant worden. Für die Jugendfeuerwehr wurde ein separater Raum geschaffen.

Eine Besonderheit stellt der Innenhof im Obergeschoß des Sozialgebäudes dar. Hier ist umgeben von einer Holzterrasse ein mittig angeordneter Pflanzbereich mit Sitzbänken geplant. Der Innenhof dient zur zusätzlichen Belüftung und zur Belichtung der Schulungs- und Besprechungsräume.

Die Übungsfläche ist nordwestlich zwischen dem PKW-Stellplatz und den Ausfahrten aus der Fahrzeughalle angeordnet. Die Alarmausfahrt darf nur als Ausfahrt im Alarmfall für die Feuerwehrfahrzeuge genutzt werden. Die Rückkehr der Feuerwehrfahrzeuge erfolgt grundsätzlich über die Zufahrt an der Driescher Straße.

Die architektonische Gliederung des Bauvolumens in zwei Körper wird durch die differenzierte Gestaltung der Fassaden mit zwei Materialien (Klinker für den Sozialbaukörper, Zinkblech-Rautenfassade für den Hallenbaukörper) betont.

Für das Gebäude wurde eine Konstruktion aus Stahlbeton für das gesamte Tragsystem der Gründung, der Stützen, der Wände und Decken gewählt. Abweichend dazu ist das Pultdach als Holzkonstruktion (im Sozialbereich Holzleimbinder und in der Fahrzeughalle Holz-Fachwerkträger) geplant worden.
Insgesamt wurde bei der Wahl der äußeren und inneren Materialien auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit großer Wert gelegt.


LINK:
http://thelenarchitekten.de/projekte/18415-fwk-feuerwehrhaus-kaarst-buettgen-kaarst/