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wörner traxler richter

Universitätsklinikum Leipzig

Ort
04103
Projektdaten
Auftraggeber: Universitätsklinikum Leipzig AöR
Wettbewerb: 1. Preis 2003
Leistung: LP 1-9
Zentrum für Konservative Medizin
Baukosten brutto: 100.400.000 €
Fertigstellung: 2008
Nutzfläche: 26.700 m²
BGF: 52.300 m²
BRI: 213.700 m³
Zentrum für Frauen- und Kindermedizin (ZFK)
Baukosten brutto: 61.900.000 €
Fertigstellung: 2007
Nutzfläche: 15.300 m²
BGF: 31.500 m²
BRI: 130.700 m³



Städtebau
Die neuen Klinikzentren am Universitätsklinikum entstehen ebenso wie das neue Verwaltungszentrum nahe der Leipziger Innenstadt. In Rahmen dieser baulichen Erweiterung wird die ehemals unscheinbare Liebigstraße zum neuen Medizin-Campus – zum sogenannten „Gesundheitsboulevard“, an dem die vier- bis fünfgeschossigen neuen Klinikgebäude wie Perlen an einer Kette liegen. Auch das historische Gebäude der „Alten Chirurgie“ ließ sich in die Anlage integrieren. Sie wird von den modernen, klar gegliederten Gebäudeteilen gerahmt und bildet den Eingang des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin.


Bauliche Konzeption
Die neue städtebauliche Ordnung wird im Inneren fortgesetzt; zwei zentrale Hallen erschließen sämtliche Funktionsbereiche der beiden neuen Klinikzentren. Die Grundstruktur der Gebäude wird durch eine vertikale Funktionsgliederung bestimmt: Untersuchungs- und Behandlungsbereiche liegen in der Eingangsebene, die Patientenbereiche in den oberen Geschossen.
Eine dreigeschossige Halle ist das Herz des Zentrums für Frauen- und Kindermedizin – der Empfangs-, Aufenthalts- und Erschließungsbereich mit angenehmen Wartezonen und einem Cafe.
Das Zentrum für Konservative Medizin erhält einen gemeinsamen Eingang mit dem bereits bestehenden Operativen Zentrum. Auf mehreren Ebenen verteilen sich hier Patientenaufnahme, Warte- und Aufenthaltsbereiche und das Restaurant für Patienten und Personal in einem langgestreckten Hallenraum mit Zugang zum Patientengarten.
Ein im Vergleich zu anderen Klinikbauten sehr begrenztes Budget ermöglichte den Einsatz hochwertiger Materialien für den Innenausbau nur in Teilen – die Bedeutung von Farbe als Gestaltungsmittel wurde umso bedeutender. Innerhalb der Fach- und Pflegeabteilungen und auch in den Patientenzimmern selbst dominieren leuchtende, kräftige Farben und markieren wichtige Orientierungspunkte.


Fassade
Einfache Baustrukturen, angemessene Fenstergrößen und ausreichende bauliche Sonnenschutzmaßnahmen waren die Kriterien für die Entwicklung der vorliegenden Lochfassade. Aufgrund des extrem engen Kostenrahmens wurde der im Wettbewerbsentwurf vorgesehene Naturstein später durch ein Wärmedämmverbundsystem ersetzt.
Heute geben helle, fast weiße Putzbänder den Gebäuden ihre prägnante horizontale Gliederung. Zwischen diesen Bändern sind im Wechsel sandfarbene Putzflächen und hochformatige Aluminiumfenster mit anthrazitfarbenen Laibungen angeordnet – so wie es die jeweiligen Funktionen der dahinter liegenden Räume vorgeben. Die Pflegebereiche in den oberen Geschossen heben sich durch einen zusätzlichen Farbakzent - eine ziegelrote Fläche zwischen den Fensterelementen - von den übrigen Funktionsbereichen ab.


Pflegebereiche
Der vorliegende Pflegestationstypus bietet die Möglichkeit, die Stationsgrößen jederzeit an den jeweiligen Belegungsgrad anzupassen. Zwischen den Kernstationen gibt es Verbindungsbereiche, in denen die Patientenzimmer je nach Bedarf dem einen oder anderen Pflegestützpunkt zugeordnet werden können. Bis zu vier Stationen können durch dieses Prinzip als sogenannte „Überlaufstationen“ zusammengeführt werden. Innerhalb der Kernstationen liegen die zentralen Stützpunkte. Sie sind Empfangs-, Informations- und Arbeitsplatz zugleich und bieten durch ihre direkte Nachbarschaft zum Patientenaufenthalt und die kurzen Wege zu den einzelnen Patientenzimmern optimale Arbeitsbedingungen für das Personal.