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wurm + wurm

Auma Ostfildern

Ort
Ostfildern
Gebäudekategorie
Produktion, Lager
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2012
Material Fassade
Beton
Werkserweiterung und Neubau einer Montagehalle mit Service-, und Büroflächen

Fertigstellung 2012

Ausgehend von einem viel zu eng gewordenen mehrgeschossigen Bestandsgebäude ohne Möglichkeiten zum Wachstum, entschloss sich der Bauherr zum Grundstückszukauf und den Kauf der Daimlerstraße, welches wie ein Befreiungsschlag die Möglichkeit bot, eine neue Fertigung aufzubauen und diese über die Daimlerstraße hinweg noch mit dem Bestand zu einer Einheit zu verschmelzen.

Die Überbauung der Daimlerstraße bot zudem die Möglichkeit einer Logistikhalle mit den Vorteilen einer trockenen Be- und Entladung und einer zentralen Verteilung aller ein- und ausgehenden Waren.

Ein Projekt dieser Größenordnung ist nur in Bauabschnitten realisierbar, denn die baulichen Maßnahmen mussten so organisiert sein, dass die fortlaufende bestehende Produktion so gering wie möglich gestört wird. Vereinfacht kann man von zwei Bauabschnitten sprechen.

BA 1 beinhaltet den Neubau der Fertigung des heutigen Werkes 2 mit der Verladehalle über der Daimlerstraße. Baubeginn war im Februar 2009. Fertigstellung des 5.000 qm umfassenden Neubaus war im Juli 2010.

Nach dem Umzug in die neue Fertigung folgte im Januar 2011 BA II mit dem Neubau bzw. Ersatzbaus des ehemaligen Hochregallagers im Bestand. Ende 2011 waren die baulichen Maßnahmen des 1.828 Palettenstellplätze umfassenden neuen Lagers beendet, sodass auch das restliche Bestandsgebäude im letzten halben Jahr umgebaut und technisch ertüchtigt werden konnte.

Die Frage, die sich ob solcher Zwänge stellt, ist die Vergleichbarkeit mit einer „idealen Fabrik“ auf der grünen Wiese. Was definiert heute einen idealen Produktionsstandort unter architektonischen Gesichtspunkten. Es sind vor allem zwei Parameter: Optimale Prozesse in Verbindung mit hoher Arbeitsplatzqualität.

Voraussetzung für Arbeitsplatzqualität sind unter anderem:
 - blendfreies Tageslicht an der Maschine, z.B. durch Oberlichter oder transluzente Fassaden
 - eine saubere Raumluft durch Maschinenabsauganlagen bei gleichzeitiger Frischluftzufuhr.
 - eine gute Raumakustik durch Einsatz schallabsorbierender Oberflächen in unserem Falle gelochte Dachblechkassetten
 - Sozial- und Pausenräume, die zeitgemäßen Standards entsprechen
 - Transparente, einsehbare produktionsnahe Bürobereiche die die visuelle Kommunikation zwischen Produktion und Büros ermöglichen
 - Sichtbeziehungen von innen nach außen durch verglaste Fassadenelemente

Produktionsprozesse bilden den Schwerpunkt betrieblicher Leistungserstellung. Die wandelbare Fabrik bietet größtmögliche Freiheiten im Layout dieser Prozesse. Sie erfordert möglichst stützenfreie Raumstrukturen, möglichst geringe Einschränkungen bezüglich der Traglast des Bodens sowie eine ausreichend dimensionierte Hallenhöhe. Installationen und Medien werden nicht im Boden geführt sondern flexibel stets veränderbar von oben in klar vordefinierten Installationstrassen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Veränderbarkeit vor allem hinsichtlich Wachstum. Die Fabrik muss erweiterbar sein ohne die technische Infrastruktur und Logistik neu aufbauen zu müssen. Die Westseite der Fertigung ist unsere sogenannte weiche Seite.  Diese Grundsätze moderner Industriearchitektur sind an diesem Standort ohne  Kompromisse umgesetzt worden, sodass es keiner grünen Wiese bedurfte. Auch die Integration der vorhandenen Bausubstanz ist ein Beitrag nachhaltigen resourcenschonenden Bauens.

Fotograf: Ester Havlova, Prag