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Zappe Architekten

Der Kaiserbahnhof in Halbe

seltenes Zeugnis einer vergangenen Ära
Foto: Ulrich Schwarz (SCHWARZ - ARCHITEKTURFOTOGRAFIE)
Foto: Ulrich Schwarz (SCHWARZ - ARCHITEKTURFOTOGRAFIE)
Ort
Halbe
Gebäudekategorie
Flughäfen, Bahnhöfe, Haltestellen
Bauvorhaben
Umbau
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Werkstein
Kaiserlich-preußische Architektur in moderner Nutzung

Nur drei Kaiserbahnhöfe gibt es noch rund um Berlin – in Potsdam, Joachimsthal und Halbe. Sie entstanden parallel zum normalen Bahnhofsbetrieb, um „höchste und allerhöchste Herrschaften“ zu empfangen. 1865 errichtete Architekt August Orth für Wilhelm I., damals noch König von Preußen und ab 1971 Deutscher Kaiser, den imposanten Backsteinbau in Halbe.

Nach Originalplänen des Architekten August Orth wird der Bahnhof konservierend restauriert und ergänzend wiederhergestellt. Dabei bleiben entstandene Fehlstellen, zum Beispiel an Wandmalereien oder Kapitellen, auch in Zukunft ablesbar. Nachdem die Baumaßnahmen 2015 begannen, ist der historische Zustand inzwischen annähernd restauriert. Kaisersaal und Salon werden zum Standort für ein Café und können außerdem für Ausstellungen und Konzerte genutzt werden. Gleichzeitig soll der Saal lokalen Vereinen offenstehen, möglich wäre zudem die Nutzung als mobiles Standesamt.

Das mittlerweile abgerissene Nebengebäude wird als Massivbau in gefärbtem Stampfbeton, einer alten Verarbeitungstechnik, neu errichtet und und ist in seiner Materialität so gestaltet, dass er sich bewusst von historischen Substanz abhebt und sie gleichzeitig ergänzt. Er beherbergt dienende Räume wie die Küche, Toiletten und Lager.

Nur durch Nutzung bleiben Gebäude erhalten – ein Schicksal, das nun auch dem Halber Kaiserbahnhof vergönnt sein soll. Nach der Restaurierung wird er mit seinem Café als Ausflugsziel offenstehen und durch Ausstellungen und Veranstaltungen zusätzlich Besucher anziehen, damit wieder Leben einkehrt in einen Prachtbau, der von einer vergangenen Epoche erzählt.“