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HPP Architekten

Bühnen Köln

Sanierung, Erweiterung und Wiedereröffnung
Jann Höfer
Jann Höfer
Ort
Köln
Gebäudekategorie
Theater, Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos
Bauvorhaben
Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2026
Material Fassade
Beton
Die Wiedereröffnung der Bühnen Köln

Köln, September 2026. Nach Jahren der Sanierung, Erweiterung und Modernisierung sind die Bühnen Köln wiedereröffnet worden. Mit dem großen Eröffnungsfest am 19. und 20. September kehrte eines der bedeutendsten Kulturensembles der Stadt in das öffentliche Leben zurück und schließt eine zentrale Lücke in der Kölner Kulturlandschaft.

HPP Architekten verantworteten über einen Zeitraum von mehr als 14 Jahren die architektonische Planung des Projekts – vom ersten Entwurf bis zur Fertigstellung. Planung und Umsetzung wurden gemeinsam mit theapro und BRB Lindlar im Auftrag der Bühnen der Stadt Köln realisiert.

„Nun steht die Architektur wieder im Dienst dessen, wofür sie geschaffen wurde: als Ort für Oper und Theater, für Begegnung und Kultur – mitten in der Kölner Innenstadt“, sagt Remigiusz Otrzonsek, verantwortlicher Gesellschafter von HPP Architekten. „Nach vielen Jahren intensiver Planung und Umsetzung freuen wir uns, dass dieses bedeutende Kulturensemble wieder für die Menschen der Stadt und ihre Gäste erlebbar wird.“

Zwischen Bewahren und Weiterdenken: die architektonische Aufgabe
Das denkmalgeschützte Ensemble am Offenbachplatz, Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre nach Plänen von Wilhelm Riphahn errichtet, besteht ursprünglich aus Opernhaus, Schauspielhaus und den Opernterrassen. Ziel der Sanierung war es, die architektonische Qualität und Identität dieses bedeutenden Kulturdenkmals zu bewahren und zugleich die Voraussetzungen für einen zeitgemäßen Kulturbetrieb zu schaffen.

Im Zuge der umfassenden Erneuerung wurde das Ensemble um zwei zusätzliche Spielstätten erweitert: Das ehemalige Restaurant der Opernterrassen wurde zum Kleinen Haus des Schauspiels umgebaut. Darüber hinaus entstand unter dem Dirk-Bach-Platz eine neue Kinderoper, die das Raumangebot der Bühnen Köln nachhaltig ergänzt. So verbindet das Projekt den respektvollen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz und gezielte bauliche Ergänzungen und führt das historische Ensemble behutsam in die Zukunft.

Die Bausubstanz wurde bautechnisch, bauphysikalisch und brandschutztechnisch generalsaniert. Das heutige Ensemble zeigt sich von außen attraktiver und von innen wesentlich funktionsfähiger:
Der südliche Riegel, der Anlieferhof und der Bereich zwischen den Werkstatttürmen wurden acht Meter tief unterbaut. Hier entstehen zwei neue Probebühnen, Kostümdepot und Technikzentrale für die gesamte Luftversorgung. Die Werkstätten sind von hier aus unterirdisch an alle Spielstätten des Ensembles angebunden.

Die bestehenden Gebäude wurden zeitweise auf Rohbauniveau zurückgebaut und denkmalgerecht wieder aufgebaut. Originaloberflächen wurden restauriert, historische Materialien wie Furniere, Naturstein und Rabitzdecken aufbereitet und verloren gegangene Farbkonzepte wiederhergestellt.
Alle Funktionsabläufe wie Anlieferung, Zugang der Künstler und Angestellten sowie Besucherströme wurden optimiert. Die bestehenden Säle von Schauspielhaus und Oper wurden raumakustisch aufgewertet, so dass mit den neuen Spielstätten des kleinen Hauses und der Kinderoper ein Bühnenensemble entsteht, das höchsten Anforderungen an eine moderne und zukunftsfähige Spielstätte gerecht wird.

„Ein Kulturquartier dieser Größe muss neue Angebote und Formen des Theaters aufnehmen können. Wir sind stolz, unseren Teil dazu beigetragen zu haben, dass die Bühnen Köln dafür heute gerüstet sind", so Remigiusz Otrzonsek.

Die neuen Säle
Für die unterirdische neue Kinderoper ist ein eigenständiger, barock inspirierter runder Saalkörper entstanden. Mit goldglänzender Oberfläche versehen, wird er über eine skulpturale Doppelhelix-Treppe elegant mit dem steinernen Foyer der Oper verbunden. Über 200 junge Besucherinnen und Besucher werden hier künftig auf spielerische Weise an Musik- und Theaterkunst herangeführt.

Das „Kleine Haus des Schauspiels“ bietet eine neue Studiobühne mit variabler Topografie, absenkbarer Spielfläche und umlaufender Arbeitsgalerie für über 200 Zuschauer und neue Formate. Der Baukörper selbst tritt bewusst zurück, damit Opernhaus und Schauspielhaus als gestaltprägende Bauten des Ensembles die Adresse am Offenbachplatz behalten.

Ein Platz für die Stadt
Der große Offenbachplatz sowie der Dirk-Bach-Platz wurden im Zuge der Sanierung denkmalgerecht aufgewertet und durch kreisförmige Sitzbänke ergänzt. Der historische Brunnen und die Platzbeläge wurden restauriert und in ihrer ursprünglichen Qualität wiederhergestellt. Das erweiterte gastronomische Angebot mit Außengastronomie steigert zusätzlich die Aufenthaltsqualität und belebt die öffentlichen Räume.

Auch die angrenzenden Straßenräume wurden im Rahmen der Sanierung umfassend aufgewertet. Neue Baumstandorte, barrierefreie Stellplätze sowie eine Informationsstelle zu den Spiel- und Veranstaltungsinhalten der Bühnen Köln tragen zu einer verbesserten Orientierung, Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit des Quartiers bei.