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Arup

Büro- und Schulungsgebäude für Equinix

Nachhaltigkeit trifft digitale Infrastruktur
Simon Menges & Nino Tugushi
Simon Menges & Nino Tugushi
Ort
Frankfurt am Main
Gebäudekategorie
Büro und Verwaltung
Bauvorhaben
Neubau
Jahr der Fertigstellung
2025
Material Fassade
Metall
Im April 2025 hat Equinix ein neues Büro- und Schulungszentrum im Norden Frankfurts bezogen. Das dreigeschossige Gebäude mit einer Fläche von 3.200 m² wurde aufgrund seiner Nachhaltigkeit und wegen der besonderen Ästhetik in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet.

Das deutsche Tochterunternehmen des weltweit tätigen Digital-Infrastruktur-Anbieters Equinix betreibt elf hochmoderne Rechenzentren an mehreren Standorten in Deutschland. Den Standort in Frankfurt hat das Unternehmen nun um ein neues Büro- und Schulungszentrum erweitert, um IT-Experten und Auszubildende gezielt zu fördern.

Der Neubau schließt den Rechenzentrumscampus zwischen Fries- und Kruppstraße nach Norden hin ab und vermittelt damit zwischen der kleinteiligen Wohnbebauung der Umgebung und den relativ großvolumigen Rechenzentren. Im Gegensatz zu deren nutzungsbedingt geschlossenen Fassaden, präsentiert sich das Büro – und Schulungszentrum einladend, offen und transparent.

Als Generalplaner war Arup über alle Phasen des Projekts für sämtliche Architektur- und Ingenieurleistungen von der Masterplanung, Konzeptentwicklung bis zur Realisierung und Übergabe des Gesamtprojekts verantwortlich.

Der Dialog zur Nachbarschaft wurde frühzeitig im Rahmen des Gesamtmasterplans gesucht. Deren Wünsche nach offen zugänglichen Flächen, qualitativ hochwertigem Straßengrün und zur Lage der Parkplätze wurden aufgenommen und umgesetzt.

Ein weiteres Ergebnis dieser Konsultationen sind die umfangreichen Begrünungsmaßnahmen an den errichteten Rechenzentren und die breiten öffentlichen Grünstreifen zwischen Gehweg und Umzäunungen. Die Wohn- und Aufenthaltsqualität entlang des Campus wurde über die zurückliegenden Jahre deutlich aufgewertet.

Die Holz-Beton-Hybridkonstruktion des Gebäudes reduziert den CO2-Fußabdruck beim Bau um rund 25 Prozent gegenüber konventionellen Bauweisen und trägt so maßgeblich zur Nachhaltigkeit bei. Im Innenraum bleibt das Holz bewusst sichtbar und prägt die warme, natürliche Atmosphäre, die von den Mitarbeitenden als besonders angenehm wahrgenommen wird. Außen schützt eine hinterlüftete Metallfassade das Gebäude zuverlässig.

Die Architektur ist flexibel und zukunftsorientiert: Modulare Räume lassen sich an unterschiedliche Nutzungsanforderungen anpassen, sei es konzentriertes Arbeiten oder interaktive Schulungen. Balkone und eine großzügige Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline bieten zusätzliche Aufenthaltsqualität.

Bei der Planung legte Arup besonderen Wert darauf, Funktionalität, gestalterische Qualität und Nachhaltigkeit ganzheitlich zu verbinden.
Abwärme als Energiequelle

Die Abwärme des benachbarten Rechenzentrums für Heizung und Warmwasserbereitung zu nutzen, war für Bauherrn und Planer ein Selbstverständnis. Weil diese nur mit einer relativ niedrigen Temperatur anfällt, erfolgt die Heizung des Gebäudes über Flächenheizungen an den Decken, mit dem Vorteil eines behaglichen Raumklimas ohne spürbare Luftbewegung.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach trägt zur lokalen Deckung des Strombedarfs über erneuerbare Energie bei. Das Regenwasser von den Dach- und Verkehrsflächen wird über ein Grundleitungssystem in ein Rückhaltebecken geleitet und fließt gedrosselt gemeinsam mit dem Schmutzwasser in den städtischen Mischwasser-Kanal.

Das neue Büro- und Schulungsgebäude wird von den Mitarbeitenden mit großer Begeisterung angenommen. Das Feedback zum neuen Verwaltungsgebäude fiel durchweg positiv aus: Die zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze sind fast immer ausgebucht, Mitarbeitende kommen gerne in ihr neues Büro und verbringen wieder mehr Zeit im Büro als im Homeoffice.

Das Gebäude ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie ganzheitliche Planung, technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung zu einem stimmigen Gesamtkonzept verschmelzen können.