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herrschmidt architekten

KONTOR

Susann Nürnberger
Susann Nürnberger
Ort
Erfurt
Gebäudekategorie
Ateliers, Studios
Bauvorhaben
Sanierung
Jahr der Fertigstellung
2019
Material Fassade
Beton
Architektenpreis
Thüringer Denkmalschutzpreis 2021 Thüringer Staatsbaupreis für Baukultur 2020/2021
Revitalisierung des KONTOR- Gebäudes zu einem Zentrum der Kreativwirtschaft
Das Industriegebäude wurde im Jahr 1958 im Auftrag des Konsum-Bezirksverband Erfurt als GHG
Haushaltwaren-Großhandelsgesellschaft der DDR errichtet. Von hier aus wurden diverse Plastik-
Haushaltwaren, Porzellan-Services, gefragte Besteckkästen, Gläser und oft rare Konsum- Güter
ausgeliefert. Nach der Wende stand das Gebäude ca. 25 Jahre leer, wurde aber
dankenswerterweise im Jahr 2010 als Industriedenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

Im Jahr 2017 wechselte das Gebäude den Besitzer und steht nun nach Umbau und
Revitalisierung mit seinem einzigartigen Charakter für modernen zeitgemäße Arbeitswelten im
Kontext der Industriearchitektur zur Verfügung.

Das in Stahlbeton- Skelettbauweise errichtete Gebäude mit der beeindruckenden Grundfläche
von 32x 110m besteht aus drei Geschossen mit zwei prägenden Kopfbauten an den jeweiligen
Giebel-Seiten. Hier, und auch in einem zurückgesetzten Mitteltrakt, befinden sich die inneren
Gebäudeerschließungen, die Neben- und Technikräume.

Für die innere, räumliche Organisation der einzelnen Nutzer wurde eine Mittelgang- Struktur
entwickelt. Diese nimmt skulptural über zwei Ebenen alle Nebenflächen wie Teeküchen,
Besprechungsräume und Archive auf und zoniert die zuvor offene Geschossfläche in flexibel
teilbare Mieteinheiten.
Diese, über ein Oberlicht belichtete, Mittelzone verläuft als innere Straße über eine Länge von
110m durch das Gebäude und ermöglicht vielfältige Ein- und Ausblicke. Vor- und Rücksprünge
und große verglaste Öffnungen in den begleitenden „Fassaden“ der Ateliers und Büros befördern
die Kommunikation und den Austausch zwischen den einzelnen Nutzern.

Das Farb- und Leitsystem arbeitet einzelne Bereiche gestalterisch heraus und erleichtert die Orientierung.

Über ein zentrales Foyer mit Cafe, Einzelhandelsflächen für Künstlerbedarf und Workshop-
Räumen wird das Gebäude zentral im Erdgeschoss erschlossen. Dabei erfolgt der Zugang über
zwei Übersee- Container welche zeichenhaft die barrierefreie Rampe aufnehmen.