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kadawittfeldarchitektur

Komische Oper Berlin

© kadawittfeldarchitektur
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Ort
Berlin
Gebäudekategorie
Theater, Opernhäuser, Konzertsäle, Kinos
Bauvorhaben
Sanierung
Architektenpreis
Shortlist WAF Visualization Prize 2023
Die Komische Oper ist ein wichtiger Teil der Berliner Opern- und Kulturlandschaft und liegt im historischen Stadtzentrum von Berlin Mitte zwischen der Straße Unter den Linden und der Behrenstraße.
Der in die Jahre gekommene Bestand, der aus verschiedenen denkmalgeschützten Baukörpern unterschiedlicher Epochen von 1890-1980 besteht, wird behutsam ertüchtigt und saniert; verschiedene Zeitschichten, die von der reichen Geschichte des Hauses erzählen, bleiben erhalten und werden teilweise wieder freigelegt. Diese behutsame Herangehensweise ermöglicht es, den einzigartigen Charakter des Ensembles zu bewahren und gleichzeitig den heutigen Anforderungen an Komfort und Funktionalität gerecht zu werden. Moderne Elemente werden mit Respekt vor der historischen Substanz eingefügt, sodass ein harmonisches Zusammenspiel von Alt und Neu entsteht.

Sanierung und Neubau: Einbettung ins urbane Umfeld
Durch das Abrücken vom Funktionsgebäude „Unter den Linden“ im Norden bleibt das an der Stirnseite befindliche Mosaik unangetastet und freigestellt.
Auch im Süden ist die Substanz der Komischen Oper durch ein Freistellen an der westlichen Ecke Behrenstraße weiterhin ablesbar. Ohne seine eigene Identität zu leugnen, gelingt dem neuen Gebäude ein angemessenes, respektvolles Nebeneinander mit dem Baudenkmal.
Der Neubau an der Glinkastraße ergänzt mit verschiedenen kleinteiligen Volumen die Funktionsbereiche der Oper und optimiert deren organisatorische Abläufe.
Der Haupteingang der Komischen Oper bleibt an gewohnter Stelle an der Behrenstraße. Ein barrierefreier Zugang befindet sich an der Nahtstelle zwischen Neu- und Altbau in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang. Die Tageskasse mit Café empfängt Besucher an der Ecke „Unter den Linden“ und Glinkastraße. Weiter südlich in der Glinkastraße befindet sich der Bühneneingang. Das Casino an der Ecke Behrenstraße und Glinkastraße kann unabhängig vom Opernbetrieb genutzt werden.
Die Komische Oper ist von Norden nach Süden in vier Funktions- „Streifen“ organisiert, die der Erweiterungsbau aufnimmt und durch die Gliederung des Sockels nach außen sichtbar macht. Die funktionalen Zusammenhänge zwischen Neubau und Bestand schaffen kurze Wege und erleichtern die Orientierung.
Die Rücksprünge im Sockelbereich erzeugen im Erdgeschoß großzügigere öffentliche Flächen, die vom Café und dem Casino für Außengastronomie genutzt werden können und Impulse zur Belebung der Straße setzen. Weitere kleine Piazze markierten die Eingänge in den Neubau.

Szenographie der Fassade
Die Fassaden setzten sich – einem inszenierten Bühnenbild gleich – aus verschiedenen Elementen und Materialien zusammen, die aus dem Gestaltungskanon der Bestandsfassaden entwickelt wurden. Strukturierte Oberflächen aus Stein, Stahl, Keramik und Metall in unterschiedlichen Champagner- bis Rottönen bilden die vier verschiedenen Funktionsbereiche des Neubaus nach außen ab. Die publikumswirksamen Bereiche im Erdgeschoss, wie Kasse, Eingänge, Café und Casino besitzen transparente Glasfassaden.
Durch die Vor- und Rücksprünge der einzelnen Volumina entstehen Balkone, Loggien und begrünte Dachterrassen. Bei der Wahl der Materialien wird besonderer Wert auf Nachhaltigkeit, Ökologie und eine zirkuläre Kreislaufwirtschaft gelegt.